Als Strebersdorf noch bei Niederösterreich war

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Bild: Foto: AKON/http://data.onb.ac.at/AKON/AK042_070
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Das Kleingedruckte in der Postkarte oben gibt den Zeitrahmen vor: “Strebersdorf, N.Oe”. Der westlichste Floridsdorfer Ortsteil war also damals noch Teil von Niederösterreich. Während sich die Großgemeinde Floridsdorf 1894 bildete und erweitert 1904 zum 21. Bezirk Wiens wurde, blieb Strebersdorf noch außen vor. Zumindest der heutige Ortskern. Weil aber jener Teil, der die meisten Steuern einbrachte, bereits bei Wien war, wollten auch die Strebersdorfer bald zum Bezirk Floridsdorf. Wie übrigens auch Stammersdorf (dass letztlich aber erst 1938 zu Wien kam).

Weil der Stadt Wien aber die Polizeikosten für die neuen Stadtteile zu hoch waren, wurde die Eingemeindung vorerst abgelehnt. Außerdem war damals noch der Donau-Oder-Kanal quer durch unseren Bezirk geplant. Er hätte Strebersdorf und Stammersdorf von der k&k Hauptstadt abgeschnitten. Doch die Strebersdorfer blieben hartnäckig: am 15. Februar 1910 beschloss der Gemeinderat, Strebersdorf ins Wiener Gebiet einzubeziehen.

Stein

Die Vorteile zeigten sich rasch: Bereits 1912 wurde die elektrische Straßenbahn vom Spitz bis nach Strebersdorf geführt. Über den Eisenbahnerberg beim heutigen Autobahnzubringer Strebersdorf führte die Bim-Trasse damals in einer Schleife, weil der “Berg” zu steil war. 1913 bekamen auch die Strebersdorfer erstmals Hochquellwasser aus den Leitungen. Das Pensionat St. Josef gibt es heute noch.

Die “Schulbrüder” hatten das Strebersdorfer Herrschaftsgut 1886 dem Stift Klosterneuburg abgekauft und den Schulbetrieb sukzessive ausgebaut. Das Pensionat St. Josef wurde am 8. April 1889 eröffnet. Die Fernsicht der Postkarte ist heute natürlich eingeschränkt. Gerade im Bereich des Mühlwegs gab es in den letzten Jahren rege Bautätigkeit.