Der potentielle Bau von Windrädern im 21. Bezirk sorgt für Aufregung. Laut Kurier hat die ,WEB Windenergie AG‘ ein Projekt ,WP Floridsdorf‘ das ganz im Norden des Bezirkes nördlich des Wolfersgrünweges und links der Brünner Straße umgesetzt werden soll.
WEB betreibt 291 Windkraft- und 58 Photovoltaik-Anlagen. Eine Sprecherin betont, dass das Projekt an den Ausläufern des Bisambergs in einer sehr frühen Phase und „die Einbindung der Bevölkerung ein Anliegen“ sei. Dennoch gibt es bereits Protest, etwa von der Initiative ,Pro Wild‘. Immerhin liegt der Windpark in bzw. in unmittelbarer Nähe von gleich drei Schutzzonen: Natura-2000- & Landschaftsschutzgebiet und die Naturdenkmäler der Alten Schanzen. Windräder benötigen etwa 500m2 versiegelte Fläche und die Rotoren überdecken mehr als 4.200 m2 Grundfläche. Laut WEB-PR geißt es, „ein Rotor überstreicht ein Gebiet lediglich“.
Fakt ist, es gibt noch keine konkreten Standorte für mutmaßlich vier Windräder, sondern nur eine Zone, in der Windräder rechtlich möglich sind. Mit Grundstückseigentümern hat WEB Gespräche geführt und mit einigen,wie Oliver Kaminek vom Biohof No.5, Vorverträge. Andere überlegen. Es gibt noch keine artenschutzrechtliche Untersuchung, ob das Projekt einer UVP-Pflicht unterliegt, ist zumindest rechtlich offen. WEB: „Sollte das Projekt dieses Stadium erreichen, wird jedenfalls eine UVP durchgeführt.“
FPÖ-Gemeinderat Wolfgang Irschik spricht von einem „blanken Irrsinn“, der weder mit echtem Umweltschutz noch mit verantwortungsvoller Stadtplanung etwas zu tun habe: „Der Bisamberg ist ein sensibles Natur- und Erholungsgebiet für tausende Wiener. Ihn mit Windrädern zu verbauen, ist ein massiver Eingriff in Landschaft, Lebensqualität und Naturraum. Dieses Projekt muss umgehend abgeblasen werden!“
Mit Bezirksvorsteher Georg Papai (SPÖ) hat WEB im Unterschied zu Grundeigentümern noch keinen Kontakt aufgenommen. Ihm ist wichtig, „dass der Bisamberg in Floridsdorf nicht wie in Niederösterreich verhüttelt wird. An dieser Strategie soll sich auch nichts ändern“. Papai wehrt sich nicht prinzipiell gegen Windräder im 21. Bezirk, lehnt sie genauso nicht prinzipiell ab: „Aber Stammersdorf ist nicht der richtige Ort!“
Heinz Berger, Klubobmann der Floridsdorfer Grünen, verweist darauf, dass es gerade bei Windrädern strenge Vogelschutzgesetze gibt: „Ich will nicht, dass die Energiewende gegen den Artenschutz ausgespielt wird. Beides muss möglich sein – auch in Stammersdorf!“ Wichtig sei, so Berger, die genaue Einhaltung der Artenschtzbestimmungen.
Wien Energie betont: „Das mögliche Windkraftprojekt steht in keinem Zusammenhang mit Wien Energie. Ein Projekt am Bisamberg ist seitens Wien Energie weder in Planung noch in Vorbereitung.“ Und auch bei der Umweltschutzabteilung MA22 hat man keine Ahnung von dem Projekt. Neben der Seilbahn Kahlenberg gibt es somit ein zweites Projekt im 21. Bezirk, dass heftig und kontrovers diskutiert wird.















