Montag, 18. Mai, 2026
Start 3/2026 Auto oder Rad: Kampf um den Steinitzsteg

Auto oder Rad: Kampf um den Steinitzsteg

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Steinitzsteg. Bild: DFZ.
Steinitzsteg. Bild: DFZ.

Für Diskussionen sorgt weiter die geplante Sperre des Steinitzsteges für Radler und Fußgänger. Wie exklusiv berichtet, soll der Steg ab 2027/28 für fünf Jahre als Ausweichroute für Autos während der Sanierung der Nordbrücke dienen. Eine Petition fordert „Steinitzsteg muss bleiben!“ und hat in Rekordzeit die nötigen Unterschriften gesammelt.

Geplanter Baubeginn auf der Nordbrücke ist in exakt einem Jahr, Ende 2031 soll die Generalsanierung laut Asfinag fertig sein. Der Steinitzsteg ist als Ausweichroute fix eingeplant, weil sonst sinngemäß der motorisierte Individualverkehr zusammenbrechen würde. Täglich fahren über 100.000 Fahrzeuge über die Nordbrücke. „Der Steinitzsteg bleibt – mit heutigem Stand – jedenfalls bis Herbst 2027 für Radfahrer und Zufußgehende benutzbar“, sagt die Asfinag.

So gut wie fix: Für Radler und Fußgänger wird es nur beschilderte Alternativrouten, aber keine Ersatzbrücken, etc. geben.

Das will Anna Karall mit einer offiziellen Petition bei der Stadt Wien ändern. Und obwohl die Petition „Steinitzsteg muss bleiben!“ erst am 16. Februar freigeschalten wurde, ist das Ziel 500 Unterschriften längst pulverisiert. 500 Unterschriften braucht man, damit die Petition im Rahmen des gleichnamigen Ausschusses des Gemeinderates behandelt wird. Stand 20. März liegt die Anzahl bisheriger Unterstützungen
bereits bei 1.472. Zum Vergleich: Die vor einem Jahr eingebrachte Petition „Erdbergstraße verkehrsberuhigen – Für unsere Kinder, unsere Gesundheit und eine lebenswerte Zukunft!“ hält bei 111 Unterstützern.

Direkt vergleichbar sind Unterstützerzahlen bei Petitionen zwar nicht (nach Erreichen der 500-er-Grenze ist oft Schluss), allerdings gab es in den letzten zehn Jahren nur drei Petitionen mit mehr Unterstützern.

Konkret fordert Anna Karall, dass es nicht nur Ausweichrouten gibt: „Mit der vorliegenden Petition fordern wir den Erhalt bzw. die Errichtung einer adäquaten Donauquerung in unmittelbarer Nähe zum Steinitzsteg, um auch während der Sanierung der Nordbrücke die Donau zu Fuß und mit dem Rad dort überqueren zu können.“

Und weiter heißt es: „Wir sprechen uns für die Aufrechterhaltung der wichtigen Donauquerung für den Fuß- und Radverkehr auf Höhe des Steinitzsteges aus. Dafür soll der Steinitzsteg – zumindest eingeschränkt – dauerhaft begeh- und beradelbar bleiben oder ein räumlich naher Ersatzsteg errichtet werden. Ist beides nicht der Fall, so sind Ausweichrouten sowohl flussaufwärts (Donauquerung Höhe Jedleseer Brücke) als auch flussabwärts (Floridsdorfer Brücke) samt Umleitungsbeschilderung notwendig.“

Wie dramatisch Umleitungen für Radler und Fußgänger sind, ist mehrfach Ansichtssache: Woher komme ich, wo will ich hin? Fakt ist, die Route über den Steinitzsteg ist die angenehmste, weil möglichst konfliktfrei – und das bis in den ersten Bezirk oder sogar bis Simmering.

Die Hauptausweichroute für Radler wird über die Floridsdorfer Brücke führen. Hier gibt es zwei Möglichkeiten: Auf einem baulich getrennten Radweg über die Forsthausgasse zur Heiligenstädterbrücke. Der Zeitverlust beträgt etwa acht Minuten. Oder über die Marchfeldstraße zur Spittelau. Zeitverlust zehn Minuten, über die U6-Brücke zwölf Minuten. Die Brigittenauer Brücke ist als Ausweichrote durch die Häuserschluchten des 20. Bezirkes untauglich. Weiträumig kann über Reichsbrücke und Praterstern zur Urania ausgewichen werden.

Wesentlich umständlicher ist das ganze vor allem für Fußgänger, die aus dem 19. Bezirk auf die Donauinsel wollen. Da ist der Umweg bald 30 bis 45 Minuten. -Hannes Neumayer