In der jüngsten Sitzung der Bezirksvertretung Floridsdorf vergangenen Mittwoch hat sich die Bezirksvertretung in Form einer Resolution fast einstimmig für eine öffentliche Videoüberwachung im Umfeld des Floridsdorfer Bahnhofs ausgesprochen. „Zur Stärkung der Sicherheit und des subjektiven Sicherheitsgefühls im Umfeld des Bahnhofs Floridsdorf und der Franz-Jonas-Platzes“, wie der Text der Resolution lautet. Für Bezirksvorsteher Georg Papai ist das ein wichtiger Schritt, aber nicht der Weisheit letzter Schluss: „Für mich ist völlig klar, diese Resolution ersetzt nicht meine langjährige Forderung nach mehr Polizistinnen und Polizisten in Floridsdorf!“
Die Ausgangslage hat sich nicht geändert: Der Bezirksvorsteher fordert seit Jahren eine personelle Stärkung der Exekutive im 21. Bezirk. Denn zwischen Planstellen und tatsächlich im Dienst befindlichen Beamten in Floridsdorf klafft eine deutliche Lücke: Laut einer parlamentarischen Anfrage von November 2025 gibt es in Floridsdorf zwar 248 Planstellen, aber tatsächlich sind nur 177 Polizisten im Bezirk im Einsatz. Das heißt, jede/r fünfte Polizist*in existiert nur auf dem Papier. Erst im Februar hat der Bezirksvorsteher alarmiert, dass im Nachtbetrieb sogar einer der sechs in Floridsdorf stationierten Dienstwägen stehen bleiben muss, weil nicht ausreichend Personal vorhanden ist.
„Floridsdorf ist prinzipiell sicher und eine Maßnahme wie die Videoüberwachung im Umfeld des Floridsdorfer Bahnhofs kann hier eine gute Unterstützung sein. Aber eben nur eine Unterstützung und punktuell begrenzt“, führt Papai weiter aus. Die ihm vorliegenden Zahlen würden deutlich zeigen, wie angespannt die personelle Situation bei der Polizei in Floridsdorf ist: Hochgerechnet kommen pro 100.000 Einwohner‘*innen nur 96 Polizistinnen und Polizisten zum Einsatz. Zum Vergleich: in Salzburg sind es hochgerechnet auf 100.000 EW 272 Beamt*innen, in Linz 268 und in Graz 208. Und selbst in Wien gibt es Bezirke, die besser aussteigen wie zum Beispiel Josefstadt mit 252 Einsatzkräften.
„Unsere Polizistinnen und Polizisten in Floridsdorf leisten hervorragende Arbeit. Engagiert, professionell und mit großem Einsatz. Aber Engagement allein kann fehlendes Personal nicht ersetzen. Wer Sicherheit will, muss auch für faire Rahmenbedingungen sorgen“, so Papai.
Der Bezirksvorsteher spricht sich daher erneut für eine bessere personelle Ausstattung, eine bedarfsgerechte Verteilung der vorhandenen Kräfte und die Einführung einer Großstadtzulage für Polizeibedienstete aus. Die Anforderungen an die Exekutive in einer Millionenstadt seien ungleich höher als in ländlichen Regionen. Das müsse sich auch in den Rahmenbedingungen widerspiegeln. „Es geht nicht um Dramatisierung, sondern um Verantwortung. Mehr sichtbare Polizei stärkt das Vertrauen der Menschen und entlastet jene, die tagtäglich für unsere Sicherheit im Einsatz sind“, stellt Bezirksvorsteher Georg Papai klar.

















