Blumenfachhändler gegen weiblichen Parksheriff: Amtshandlung eskaliert

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Gerhard-Petrides. Bild: Privat.
Gerhard-Petrides. Bild: Privat.

Der Floridsdorfer Blumenfachhändler und Gartengestalter Gerhard Petrides parkte einen seiner LKW gegenüber der Firmenzentrale in der Prager Straße. Obwohl er für das Fahrzeug eine elektronisch abrufbare Parkgenehmigung hat, wurde eine Mitarbeiterin der Stadt Wien in Parksheriff-Uniform aktiv und stellte ein Strafmandat aus: „Ich schaue mir keine Bescheide an – geh’ sch…..“, erwiderte sie laut Petrides.

Der Firmenchef, von einem aufmerksamen Mitarbeiter verständigt, eilte am 15. November umgehend zum „Tatort“ und wollte dem Parkraumorgan erklären, dass er für das Fahrzeug im Besitz einer bis 2024 für ganz Wien geltenden elektronisch abrufbaren Parkgenehmigung sei. „Weil sich die Beamtin uneinsichtig zeigte, lief mein Mitarbeiter über die Straße ins Büro und brachte gemeinsam mit meiner Sekretärin den behördlichen Bescheid, für den ich fünf Tage zuvor die Gebühr überwiesen hatte“, empört sich Petrides.

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„Ich habe die Frau vor den beiden Zeugen nachweislich ohne jedes böse Wort mehrmals gebeten, sich doch den Bescheid einmal anzusehen. Die Frau verweigerte dies mehrmals, steckte zuletzt einfach den Strafzettel unter den Scheibenwischer und mit den völlig emotionslos an mich gerichteten Worten: ‚Ich schaue mir keine Bescheide an – geh’ sch…..‘  ließ sie uns einfach stehen“, so Petrides.

Eine Beschwerde bei der MA 65/Parkraumbewirtschaftung ergab, dass die Mitarbeiterin die ihr vorgeworfene Beleidigung bestreite und man daher keinen Anlass für die Einleitung eines Disziplinarverfahrens sehe.

Der Firmenchef erzählte den Vorfall Alt-Bezirksrat Hans Jörg Schimanek: „Für das Straßenaufsichtsorgan wird es jetzt vermutlich eng werden. Immerhin hat Petrides über mein Anraten unmittelbar nach dem Vorfall einen Anwalt beauftragt, eine Dienstaufsichtsbeschwerde sowie bei Gericht eine Privatklage einzubringen“. Zudem haben die beiden Augen- und Ohrenzeugen vor dem Anwalt auch schon eidesstattliche Erklärungen zu dem Vorfall abgegeben. Schimanek: „Auch das Ansehen der zahlreichen korrekt tätigen Kolleginnen und Kollegen der Parkraumbewirtschaftung, die es bei ihrer Arbeit ohnehin nicht immer ganz leicht haben, wird in Misskredit gebracht wird. Aber immerhin: Es gilt ja noch die Unschuldsvermutung.“

Petrides: „Vielleicht hat mich die Beamtin ob meiner Arbeitskluft als nicht ebenbürtigen Gesprächspartner betrachtet. Ich habe aber immerhin über 90 Mitarbeiter und lasse mich, noch dazu vor zwei Augen- und Ohrenzeugen, nicht derart beleidigen!“