Brünner Straße: Neue Wasserleitung: Ja, Radweg: Nein

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Bauarbeiten auf der Brünner Straße kurz nach dem Markt. Bild: DFZ.
Bauarbeiten auf der Brünner Straße kurz nach dem Markt. Bild: DFZ.

Die Brünner Straße wird wieder einmal aufgraben. Es werden dringend notwendige neue Wasserleitungen eingebaut. Radfreunde werden da hellhörig: Angekündigt war, dass mit den Wasserrohren gleich auch ein richtiger Radweg auf der Brünner Straße errichtet wird. Davon ist jetzt keine Rede mehr: Der Radweg kommt wohl frühestens 2026.

Die Bauarbeiten finden aktuell abschnittsweise auf der linken Seite der Brünner Straße statt, etwa auf der Höhe Schlingermarkt. „Eine sichere Radverbindung in der Brünner Straße wird von vielen Radlern sehnsüchtig erwartet. Diese wurde vom Bezirksvorsteher nach dem Tausch der Wasserrohre angekündigt. Jetzt ist es so weit: der Tausch der Rohre erfolgt, zu den Radwegen herrscht allerdings Funkstille“, bedauert Floridsdorfs Grüner Bezirksrat Erwin Toth.

Tatsächlich hatte Bezirksvorsteher Georg Papai im Gespräch mit der Floridsdorfer Zeitung (siehe Kasten unten) eine solche größere Sanierung der Brünner Straße mit Tausch der Wasserleitungen, eventuell sogar Verlegung der Straßenbahnschienen, Radweg und Bäumen in Aussicht gestellt. Offiziell hört man sowohl aus der Bezirksvorstehung und von der zuständigen Stadträtin Ulli Sima nur: Der Radweg kommt auch, nur eben nicht jetzt.

Bezirksvorsteher Georg Papai (SPÖ) stellt gegenüber der DFZ im August 2021 klar, dass er den Radweg auf der Brünner Straße möchte. Die  Hauptstraße wird einer Generalsanierung unterzogen: Die uralten Wasserleitungen werden erneuert und eventuell auch die Straßenbahnschienen. Damit wird frühestens 2022 begonnen. Und nach Abschluss der einjährigen Bauarbeiten wird auch beidseitig ein baulich getrennter Radweg errichtet. Papai: „Noch in dieser Periode.“ Also bis spätestens 2025. „Und wenn man schon eine Neugestaltung vornimmt, will ich auch den einen oder anderen Baum.“ 

Radweg Brünner Straße: Bitte, warten!

Inoffiziell ist es längst kein Geheimnis mehr: Bezirks-SPÖ und die SPÖ-Stadträtin werden sich nicht einig. Und zwar wenn es um die Dimensionen des – so viel ist fix – baulich getrennten Radwegs geht. Der Punkt: Die Stadträtin will einen breiteren Radweg als der Bezirk. Das ginge aber – bei beidseitig baulich getrennt geführten Radwegen – zwischen Am Spitz und Kasushikastraße nur unter einem erheblichen Verlust von Parkplätzen. Das will die Bezirks-SPÖ eher nicht. Jetzt werden von den Planern unterschiedlichste Varianten geprüft, noch gibt es keinen fertigen Plan. Je näher es zur nächsten Wien- und Floridsdorf-Wahl im Herbst 2025 geht, desto unwahrscheinlicher ist ein Radweg auf der Brünner Straße. Realistisch scheint damit 2026/27 zu sein. Zuletzt meinte Papai 2022 im Interview: „Gerade in der Brünner Straße bemühen wir uns schon seit Jahren, eine Lösung zu finden, um einen baulich getrennten Radweg – für mich die absolut sicherste Lösung für Radfahrer – umzusetzen. Die Gespräche sind auf einem guten Weg.“

Bonmot am Rande: 2017 wurden die Radweg-Pläne der damaligen Grünen Stadträtin Maria Vassilakou für die Brünner Straße bekannt – es gab einen Aufstnad (siehe unten). Heute würden viele Bezirkspolitiker diesen Plan mit Handkuss nehmen. Aufgrund von Wiener Vorgaben für Radwege wäre er schmäler als der von der aktuell von Stadträtin Sima bevorzugte.

Toth: „Rund 30.000 Menschen sind im 21. Bezirk laut Radlobby täglich mit dem Fahrrad unterwegs. Von den zuständigen Stellen wurde uns mitgeteilt, dass nach dem Tausch der Rohre wieder der Status Quo hergestellt wird und damit alles beim Alten bleibt. Im Gegensatz zu Floridsdorf werden im 15. Bezirk aktuell in der äußeren Mariahilfer Straße die Wasserrohre getauscht und unmittelbar danach die Oberfläche klimafitter gestaltet. Im Vergleich dazu wird die Brünner Straße unmittelbar nach den Bauarbeiten weiterhin grau und autodominiert bleiben. Die Chance für einen Lückenschluss im Floridsdorfer Radwegenetz wird schon wieder vertan.“ PS: Der Tausch der Wasserrohre wird noch bis Ende Mai 2024 dauern.