„Coole Badestege“ für die Alte Donau!

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Stadträtin Ulli Sima an Alten Donau. Bild: PID/Fürthner.
Stadträtin Ulli Sima an Alten Donau. Bild: PID/Fürthner.

Mobilitätsstadträtin Ulli Sima im Interview über die Parkpickerl-Bilanz, neue Radwege, Donaufeld und Alte Donau.

Wie fällt Ihre Parkpickerl-Bilanz aus?

Ulli Sima: Sehr erfreulich! Endlich haben wir in ganz Wien eine einheitliche Lösung und können den Autopendler-Verkehr aus dem Umland reduzieren, mehr Platz für die Menschen schaffen, den öffentlichen Raum neugestalten und aktiv zum Klimaschutz beitragen. In Floridsdorf ist die Auslastung der Stellplätze mancherorts um bis zu 68% zurückgegangen, der Anteil an abgestellten Autos mit Nicht-Wiener Kennzeichen ist um zwei Drittel gefallen. Das bedeutet mehr Platz für die Floridsdorfer!

Muss noch nachjustiert werden?

Der Fokus liegt jetzt auf einer sinnvollen Nachnutzung der vielen gewonnenen Flächen. In der Schleifgasse zum Beispiel entsiegeln wir auf 450m² und pflanzen 18 neue Bäume. Das wird die Aufenthaltsqualität deutlich verbessern und ist ein gutes Beispiel, wohin die Reise gehen kann.

Eine Erkenntnis scheint in großen Bezirken wie Floridsdorf das Problem der Binnenpendler an Öffi-Knoten zu sein. Auch Anrainerparken würde keine Abhilfe schaffen. Gibt es hier Lösungsansätze?

Das Ziel muss es sein, Binnenpendlern Alternativen zum Auto schmackhaft zu machen, etwa mit dem Ausbau der Radinfrastruktur oder der Verdichtung der Öffis. Und das tun wir laufend!

Während es in der Donaustadt mit dem Radwegeausbau vorangeht, ist Floridsdorf weit hinten nach: Wann gibt es endlich
konkrete Pläne für den 21. Bezirk?

Wir haben für den Ausbau der Radinfrastruktur allein bis 2025 100 Millionen Euro bereitgestellt. Auch in Floridsdorf wird sich einiges tun. Aktuell läuft die Radplanung für den Bezirk und darauf aufbauend werden wir das Radnetz deutlich erweitern und verbessern, hier laufen intensive Gespräche mit dem Bezirk, bitte noch um etwas Geduld!

Mit dem Frühjahr wird auch das Thema Alte Donau und Algen wieder aktuell …

Es sind keine Algen, sondern Makrophyten! Das sind ,gute‘ Wasserpflanzen, die dafür verantwortlich sind, dass die Wasserqualität in der Alten Donau so top ist! Aber natürlich ärgern die Pflanzen die Schwimmer und Bootsfahrer und daher mähen wir sie im Rahmen eines wirklich ausgeklügelten Mähmanagements. Wir haben eine große Mähbootflotte mit 25 Booten und beginnen schon sehr bald im Frühjahr mit den Mäharbeiten, um die Pflanzen klein zu halten. Zu erwarten ist auch heuer wieder ungetrübtes Badevergnügen in den Naturgewässern der Stadt – zum Nulltarif. Denn das ist mir wichtig: während andere Bundesländer Wasserzugänge privatisieren, gibt es in Wien über 60 km freie Zugänge, wir haben auch etliche weitere in den letzten Jahren geöffnet. In Wien gibt es Urlaubsfeeling zum Null-Tarif. Jetzt muss nur noch der Sommer kommen …

2021 wurde das Projekt ,25.000 m2 große Liegewiese an der Oberen Alten Donau‘ präsentiert: Wird das Vorhaben 2023
abgeschlossen?

Das ist ein wirklich tolles Projekt am Mühlschüttel an der Oberen Alten Donau. Flächen, die bislang von Privaten genutzt wurden, öffnen wir nach und nach, sobald Pachtverträge auslaufen. Weitere Flächen kommen dazu, abschliessen werden wir das heuer noch nicht. Aber ich lade alle ein, sich selber ein Bild von diesem tollen Angebot zu machen! Und ich verrate hier auch noch: heuer kommen coole neue Badestege dazu!

Wird es das Inselboot ,Copa Cruise‘ 2023 wieder geben?

Ja. Unsere Premierensaison für die Copa Cruise letztes Jahr war ein voller Erfolg, über 3500 Menschen haben das Angebot genützt. Sie wird auch dieses Jahr wieder im Einsatz sein und die Gäste der Donauinsel vom CopaBeach bis zur Jedleseerbrücke hinauf- und hinunter bringen. Saisonstart ist am 28.April!

Wie geht es im Stadterweiterungsgebiet Donaufeld weiter: Gibt es für die Etappen 1b und 2 konkrete Pläne?

Beim Donaufeld liegt der Fokus zurzeit auf dem geplanten Grünkorridor. Die dafür notwendigen Flächen sollen sukzessive
erworben und in weiterer Folge ausgestaltet werden. Denn ganz wichtig sind attraktive und großzügige Grün- und Freiflächen für die Bewohner. Interview: H.N.