„Derzeit gibt es keine Pläne für U6-Verlängerung“

278
Ulli Sima beim Interview mit DFZ-Chefredakteur Hannes Neumayer. Bild: Gregor Neupert.
Ulli Sima beim Interview mit DFZ-Chefredakteur Hannes Neumayer. Bild: Gregor Neupert.

Stadträtin Ulli Sima im Interview mit der Floridsdorfer Zeitung über die Aufwertung des Schlingermarktes, Grünraum-Sicherung und einen möglichen Ausbau der U6.

Was kann der neue Cooling Spot am Schlingermarkt?

Das ist der zweite Cooling Spot den wir in Wien eröffnet haben. Das hier ist ein Pilotprojekt, weil der andere im 6. Bezirk anders gestaltet ist. Was kann er? Man sieht, es sind überall Nebelduschen und er kühlt einfach die Umgebungstemperatur um einige Grad herunter, wenn man hier sitzt. Was auf dieser heißen Fläche die hier vorher war schon eine Aufwertung ist. Wenn man sich abkühlen will, kann man künftig hier her kommen und sich mit kühlen Nebelduschen berieseln lassen.

Bezirksvorsteher Georg Papai, Gemeinderat Josef Taucher und Umwelt- und Märktestadträtin Ulli Sima eröffnen den neuen Cooling-Spot am Schlingermarkt. Bild: PID/Fürthner.
Bezirksvorsteher Georg Papai, Gemeinderat Josef Taucher und Umwelt- und Märktestadträtin Ulli Sima eröffnen den neuen Cooling-Spot am Schlingermarkt. Bild: PID/Fürthner.

Der Schlingermarkt stand auch im Rot-Grün Regierungsübereinkommen: Wie zufrieden sind Sie mit den Maßnahmen der letzten Jahre?

Der Schlingermarkt war vor fünf Jahren, das kann man offen sagen, ein bisschen ein Problemkind. Nicht wirklich belebt, obwohl er eine sehr zentrale Lage hat. Wir haben jetzt gemeinsam mit Bezirksvorsteher Georg Papai versucht, den Markt zu beleben und in den Markt investiert. Es gibt den neuen Bereich der MA48 mit Problemstoffsammelstelle, den Cooling Point. Wir haben versucht bei den Marktstandlern Fortschritte zu machen, dass es noch ein unterschiedlicheres Angebot gibt. Auch durch die Neuordnung der Marktordnung, damit man auch am Nachmittag hier einkaufen kann. Es war ein Problem hier, dass am Nachmittag alles zu war – die meisten Leute, die ich kenne, gehen am Nachmittag einkaufen, weil sie sonst in der Arbeit sind.

Ulli Sima mit MA59-Chef Kutheil. Bild: Gregor Neupert.
Ulli Sima mit MA59-Chef Kutheil. Bild: Gregor Neupert.

Wir haben wirklich versucht viele Maßnahmen zu setzen. Und ich finde, man sieht nun das erste Mal, dass der Markt am Weg der Besserung ist, das mehre Kunden kommen. Weil es ein schöner Markt an einem schönen Platz ist! Da muss man halt ein bisschen Anschupsen.

Es gibt ja auch ein Leitbild ‚Schlingermarkt 2030″. Was dürfen wir am Markt in den nächsten fünf Jahren erwarten?

Aus meiner Sicht ist es wichtig, mit den Kollegen vom Marktamt zu schauen, wie kann man den Bauernmarkt noch besser gestalten.

Ulli Sima bei einer Parkeröffnung in Strebersdorf. Bild: Gregor Neupert.
Ulli Sima bei einer Parkeröffnung in Strebersdorf. Bild: Gregor Neupert.

Wir haben auch bei der U-Bahn-Station einen ganze Wand mit Marktmotiven bemalt, um die Leute vom Bahnhof ein bisschen zum Markt herzuleiten.

Man braucht auch die richtigen Partner, die neue Angebote bringen. Wo es auch auf anderen Märkten mit neuen innovativen Konzepten gelungen ist: Neues Publikum anziehen und den Markt wieder belebter zu machen.

Das ist ein Prozess der dauert, das geht leider nicht in ein zwei Jahren, so sehr ich mir das auch wünschen würde. Auch am Brunnenmarkt, am Karmelitermarkt oder auch am Volkertmarkt gab es ein langsames Wachstum. Das sind Märkte, die waren einmal ganz am Boden und sind jetzt jedes Wochenende gut besucht. Da wird auch der Schlingermarkt hinkommen, es dauert halt noch ein bisschen!“

Wie fällt ihre Öffi-Bilanz der letzten fünf Jahre aus?

Die Wiener Linien bemühen sich immer sehr, die öffentliche Infrastruktur mit auszubauen. Weil es vollkommen klar ist, dass das für die Menschen wichtig ist. Und wir wollen, dass das Öffi-Angebot weiter ausgebaut wird. Aber natürlich kann man immer noch besser werden, keine Frage.

Foto-Termin in den Stammersdorfer Weinbergen: Sima mit Bezirksvorsteher Georg Papai und den SPÖ-Gemeinderäten Gerhard Spitzer und Marina Hanke. Bild: Gregor Neupert.
Foto-Termin in den Stammersdorfer Weinbergen: Sima mit Bezirksvorsteher Georg Papai und den SPÖ-Gemeinderäten Gerhard Spitzer und Marina Hanke. Bild: Gregor Neupert.

Wir trauen uns gar nicht fragen: Wie sieht es mit der U6-Verlängerung nach Stammersdorf aus?

Derzeit gibt es keine Pläne. Wir fokussieren uns von Seiten der Wiener Linien auf U2/U5, das neue  Linienkreuz. Das setzen wir in den nächsten fünf Jahren um. Was danach kommt, ist jetzt noch nicht so festgelegt. Die U6 ist derzeit nicht am Plan: Leider.

Für viele Floridsdorfer geht aktuell zu viel Grünraum verloren: Täuscht der Eindruck?

Wir machen in der Stadt alle zehn Jahre die Stadtentwicklungspläne. Da kann sich jeder daran orientieren, dass ist sowas wie eine Bibel der Stadt, das ist nichts was sich schnell ändern wird. Und die Grüngebiete, wie auch die Weinberge, bleiben erhalten. In meinem Ressort gibt es sogar ein eigenes Gesetz, das speziell die Weinberge schützt. Wo einmal Weingarten war, dort muss auch Weingarten bleiben.

Ulli Sima bei einer Parkeröffnung in Strebersdorf. Bild: Gregor Neupert.
Ulli Sima bei einer Parkeröffnung in Strebersdorf. Bild: Gregor Neupert.