Diskussion um Jonas-Platz-Analyse

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ÖVP-Obmann Leon Wassiq. Bild: Privat.
ÖVP-Obmann Leon Wassiq. Bild: Privat.

Schmutz, Alkoholiker, Keiler – der Franz-Jonas-Platz sorgt wieder für mediale Aufregung. Laut Polizei gibt es keine angestiegenen Gesetzesübertretungen am Jonas-Platz, die Zahlen sind von 2017 bis 2022 konstant. Für Aufregung sorgt eine Sozialraumanalyse der MA19, die laut ÖVP-Chef Wassiq „nicht die Realität widerspiegelt“.

Laut Floridsdorfer Polizei ist die Lage am Jonas-Platz konstant: Sowohl was die Straftaten zwischen 2017 und 2022 betrifft, als auch bezüglich der Polizeipräsenz. Letztere sei im Vergleich zu ähnlichen Plätzen in Wien sogar sehr hoch. Im Winter ist die Situation witterungsbedingt ohnehin wesentlich ruhiger.

Für Aufregung sorgt eine im Auftrag der MA19 erstellte Sozialraumanalyse, die in der Bezirksentwicklungskommission präsentiert wurde. „Die Studie spiegelt weder inhaltlich wider, was Bürger wahrnehmen, noch ist sie mit 79 Interviews zahlenmäßig repräsentativ“, kritisiert Leon Wassiq, Bezirksparteiobmann der ÖVP Floridsdorf.

So wird in der Untersuchung etwa die Stimmung am Platz als „gut und friedlich“ bezeichnet. Kritik gäbe es an der Sauberkeit, der Verkehrsorganisation, dem Alkoholkonsum und zu wenig Grün – der Platz sei „in die Jahre gekommen“. Hier setzen, so die Ergebnisse, auch mögliche Verbesserungen an. Die ÖVP kritisiert, dass Details, wie wer befragt wurde, etc. geheim gehalten werden und auch keine standardisierten Fragen gestellt wurden, sondern mit den Teilnehmern zwischen fünf und sechzig Minuten geplaudert wurde. Auch inhaltliche Detailfragen konnten während der Präsentation nicht ausreichend beantwortet werden.

Wassiq hat erst vor wenigen Wochen mit einem Video in sozialen Medien für Wirbel gesorgt, in dem er die „im vergangenen Jahr
sicherheitsbedenkliche Entwicklung speziell am Bahnhof Floridsdorf“ kritisiert: „Umso mehr freut es mich, dass der Bezirksvorsteher unseren Input ernst nimmt und die Arbeitsgruppe ,Franz Jonas Platz‘ ins Leben gerufen hat, um gemeinsam an Sicherheitsmaßnahmen zu arbeiten.“

Die Arbeitsgruppe gab es bereits einmal und sie wird jetzt reaktiviert. Bezirksvorsteher Georg Papai (SPÖ) setzt mittelfristig auf eine Umgestaltung des „in die Jahre gekommenen Bahnhofsvorplatzes“. Das wird aber frühestens ab 2026 passieren. -H. Neumayer