Samstag, 7. März, 2026
Start 2/2026 Diskussion um neues Familienbad in Stammersdorf

Diskussion um neues Familienbad in Stammersdorf

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Derzeitiges Familienbad Stammersdorf. Bild: MA44 - Wiener Bäder.
Derzeitiges Familienbad Stammersdorf. Bild: MA44 - Wiener Bäder.

In der Februar-Sitzung der Bezirksvertretung wurde ein Grundsatzbeschluss für ein neues Familienbad in Stammersdorf getroffen. Gegen den Willen von FPÖ und ÖVP.

Wie berichtet soll das alte Bad in der Luckenschwemmgasse geschlossen werden und die dortige Fläche dem Kindergarten zugutekommen. Eine Voruntersuchung und einen Grobentwurf gibt es. Das alte Familienbad wird erst geschlossen, wenn das neue 2029 fertig ist. Es sind zwei Becken, Duschen, WCs, Kabinen, ein Kinderspielplatz und Bäume geplant. Geöffnet sind Familienbäder von Mai bis Mitte September (Kinder gratis, erwachsene Begleitpersonen 4,60 Euro). Übrigens: Erwachsene ohne Kind dürfen nicht ins Familienbad, Jugendliche nur mit einem Kind und einem Erwachsenen.

Freifläche Edi-Finger-Gasse. Hier ist das neue Freibad geplant. Bild: Google Maps.
Freifläche Edi-Finger-Gasse. Hier ist das neue Freibad geplant. Bild: Google Maps.

Für Diskussionen und Unmut sorgen allerdings der geplante neue Standort und die Kosten: Eine 3.500 m² große Freifläche in der Edi-Finger-Gasse mitten zwischen Wohnbauten, um 5,8 Millionen Euro. FPÖ und ÖVP haben den Grundsatzbeschluss nicht unterstützt. „Erstens ist das aktuelle Freibad ums Eck überhaupt nicht ausgelastet“, meint FPÖ-Gemeinderat Wolfgang Irschik (Bild links). Außerdem brauche Floridsdorf leistbares Wohnen und kein zusätzliches Familienbad. Ob in finanziell schwierigen Zeiten sechs Millionen so gut investiert sind, sei zu hinterfragen, so die FPÖ.

Wolfgang Irschik. Bild: FPÖ.
Wolfgang Irschik. Bild: FPÖ.

700 Besucher täglich bis 20 Uhr sorgen auch bei unmittelbaren Anrainern nicht nur für Begeisterung: „Lärm, noch weniger Parkplätze, wo bleibt da unsere Lebensqualität?“, so ein Kommentar.

Irschik (Bild links): „Wenn es der Stadtregierung wirklich so wichtig ist, dass Kinder bis 14 Jahre gratis baden können, dann sollte sie den Eintritt für alle städtischen Bäder bis 14 Jahre freigeben.“

Bezirksvorsteher Georg Papai (SPÖ) zur DFZ: „Ich habe fünf Jahre ein geeignetes Grundstück gesucht. Das Grätzel habe ich unlängst mit einem SPÖ-Team besucht: Am meisten fürchten die Anrainer einen Wohnblock mit einem Cafe oder Restaurant mit Schanigarten im Erdgeschoß, der bis 22 Uhr geöffnet ist.“ Für Anrainer ist ein begleitender Prozess, jedoch keine Befragung geplant. Auch in Sachen Budget beruhigt Papai: „Wir haben eine Rücklage von 25 Millionen Euro, das ist die höchste aller Bezirke in Wien. Und die Kosten
werden auf drei Jahre verteilt.“

Bezirksvorsteher Georg Papai. Bild: BV21 / Markus Sibrawa.
Bezirksvorsteher Georg Papai. Bild: BV21 / Markus Sibrawa.

Gerade „in einem Wasserbezirk wie Floridsdorf ist es wichtig, dass die Kinder in einem Schwimmbecken schwimmen lernen“. In Familienbädern werden von der MA44 auch Kurse angeboten, betont Papai (Bild unten). -Hannes Neumayer