Donaufeld: Mehr Hitzetage als die Innenstadt

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Wechselkröte. Bild: Harald Illsinger.
Wechselkröte. Bild: Harald Illsinger.

Mehr Sommer- und Hitzetage (über 25 bzw. 30° Höchsttemperatur) gibt es laut Daten der ZAMG zur aktuellen Klimaperiode 1991-2020 in Donaufeld als in der Inneren Stadt: im Mittel sind es bei der Station bei der VetMed 82,5 Sommer- und 27,3 Hitzetage, für Wien-Innere Stadt 79,9 Sommer- und 26,9 Hitzetage.

Im Donaufeld ist es trockener als im Bereich Wien Innere Stadt und „vergleichbar stark verbaut, wobei die Station Donaufeld auch etwas stärker von den umgebenden Asphaltflächen beeinflusst werden dürfte“. Die Niederschlagsmenge beträgt in Wienerwaldbezirken 900 Liter/m2, in Floridsdorf nur 550 Liter/m2. „Diese Trockenheit merkt man dann, weil die Verdunstung fehlt“, so ein ZAMG-Experte. Die Verbauung von 60 Hektar landwirtschaftlich genutzter Fläche werde das „gar nicht so viel ändern. Aber besser wird es durch die zusätzliche Verbauung natürlich nicht.“

Stein

Als Maßnahme gegen die Überhitzung wäre das Aufbrechen von verbauten Flächen wichtig – ausreichend Flächen, die kühlen können, hohe Bäume: „Große Grünflächen, große Effekte!“ Ein Dilemma ist dadurch auch jede Fällung eines großen Baumes. Ein kleiner Baum als Ersatzpflanze entfaltet seine Wirkung erst langfristig.

Noch gibt es keinen Baustart für die ersten 1.500 Wohnungen im Donaufeld – es fehlt die naturschutzbehördliche Bewilligung. Das überparteiliche Personenkomitee Donaufeld ins ‚Wiener Immergrün‘ hat 9.000 Unterschriften gesammelt und sich in einem offenen Brief an Bürgermeister Dr. Michael Ludwig und Stadträtin Ulli Sima gewandt: „Sie kündigen an, Wien zur Klimamusterstadt machen zu wollen. Lassen Sie Ihren Worten Taten folgen: Stoppen Sie bitte den Bauwahn auf Wiens hochfruchtbaren Böden!“
Außerdem ortet die Initiative Vergehen gegen streng geschützte Wechselkröten (Bild). Ende Juli waren im Wechselkrötenteich (der verbaut wird), zwischen Dückegasse und Brombeergarten ‚An der Schanze‘, Laichschnüre und Larven tausender Wechselkröten zu beobachten: „Wenige Tage danach war das Gewässer fast völlig leer – abgefischt, ausgesaugt?“ Das Ersatz-Laichgewässer, wäre von den Kröten noch nicht angenommen worden. Es wurde Anzeige erstattet. Das Strafausmaß liegt bei bis zu 21.000,- Euro.