Empörung bei Floridsdorfer Grünen: Bezirk verzichtet auf Stellungnahme zum Leitbild Grünräume

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Leitbild Grünräume. Quelle: Stadt Wien.
Leitbild Grünräume. Quelle: Stadt Wien.

Die Floridsdorfer Grünen wollten, dass der Bezirk eine Stellungnahme zum Entwurf des „Leitbildes Grünräume Wien“ abgibt, die zusätzliche Gebiete zum „Wiener Immergrün“ hinzuzufügt. In Stammersdorf sowie in Donaufeld. „In einer schriftlichen Beantwortung unserer Anfrage bezüglich Leitbild Grünräume musste der Bezirksvorsteher eingestehen, dass er keine Stellungnahme des 21. Bezirks abgegeben hat. Hier wurde eine Chance auf mehr abgesicherten Grünraum vertan“, ärgert sich der Grüne Klubobmann Heinz Berger.

Der Hintergrund: Das Stadtplanungsressort hat allen Bezirken Vorschläge für schützenswerte Grüngebiete vorgelegt und um Stellungnahme ersucht. Andere Wiener Bezirke haben das Angebot genutzt und der Stadtplanung sogar konkrete Erweiterungen für Grüngebiete vorgeschlagen. Berger: „Auch wir Floridsdorfer Grüne haben in der Bezirksentwicklungskommission schriftlich konkrete zusätzliche Vorschläge eingebracht, z.B. für das Donaufeld oder in der Nähe des Marchfeldkanals. Leider wurden die gesammelten Vorschläge in Floridsdorf nicht unterstützt.“ 

Heinz Berger, Klubobmann der Floridsdorfer Grünen, ist verärgert über die Untägigkeit der anderen Fraktionen in der Floridsdorfer Bezirksvertretung: „Wenn’s drauf ankommt, zu handeln, dann sind wir Grüne immer wieder die einzigen, die sich einbringen. Von den anderen Fraktionen gab es keine Vorschläge für weitere schützenswerte Grüngebiete und bedauerlicherweise nicht einmal eine Unterstützung für die Anregungen von uns Grünen. Nur auf den Wahlkampfplakaten gegen die Verbauung zu wettern ist zu wenig. Es gilt auch zu handeln. Schade um die verpasste Chance, mehr Grünflächen für Floridsdorf zu sichern!“

Warum die Grünen sich nicht selbst mit der dafür verantwortlichen Grünen Stadträtin Hebein besprechen können, bleibt wohl ein Wahlkampf-Rätsel, reagiert SPÖ-Klubobmann Bernhard Herzog mit Verweunderung: „Beim Leitbild Grünräume so zu tun, als ob dieses Leitbild alleine Grünräume absichern könnte, ist eine Fehlinterpretation oder – kurz vor der Wahl – auch eine bewusst
populistische Darstellung. Noch skurriler finde ich es, dass die Floridsdorfer Grünen in den letzten Tagen vor der Wahl ihrer Wiener Grünen Vizebürgermeisterin ausrichten, dass das in ihrem Ressort erstellte Grünraum-Leitbild für Floridsdorf nicht genügend Grün beinhaltet!“ Fakt sei,dass rund 1/3 der Floridsdorfer Bezirksfläche zum Landschaftsschutzgebiet erklärt wurde und damit nachhaltig unter Schutz gestellt ist. Herzog: „Hier noch schnell vor der Wahl eine Untätigkeit aller anderen Fraktionen konstruieren zu wollen, ist wirklich letztklassig.“