Erdhügel, Kogel und andere Wiener Berggiganten

507
Der Leopoldsberg wurde 1873 mit einer Standseilbahn erschlossen. Die Baustelle zog zahlreiche Neugierige an, mangels Publikumserfolg war 1876 nach 493 Tagen mit dem Betrieb wieder Schluss. Aus den Ziegeln der Bergstation wurde die Stephaniewarte errichtet. Bild: Winkler-Hermaden.
Der Leopoldsberg wurde 1873 mit einer Standseilbahn erschlossen. Die Baustelle zog zahlreiche Neugierige an, mangels Publikumserfolg war 1876 nach 493 Tagen mit dem Betrieb wieder Schluss. Aus den Ziegeln der Bergstation wurde die Stephaniewarte errichtet. Bild: Winkler-Hermaden.

Dem Bisamberg, unserem Floridsdorfer Hausberg, hat Autor Matthias Marschik bereits ein Denkmal gesetzt. Nun holt er mit seinem Kollegen Edgar Schütz gleich zum großen geografischen Schlag aus: ,Wien und seine Berge. Weltstadt mit vielen Höhepunkten‘ heißt das neue Buch.

99 Berge sind in Wien offiziell registriert. Mehr oder weniger, denn so genau ist die Abgrenzung nicht. Und manchmal handelt es sich mehr um Hügel, Kogel, Mugel, kleinere Erhebungen oder Terrassen. 31 Berge haben es ins Buch geschafft, das eine historisch-fotografische
Erkundung ist.

Dass man es in Wien leicht zu einem Berg bringen kann, beweist der Konstantinhügel. Der ist nämlich tatsächlich der Aushub für die legendäre, leider abgebrannte Rotunde und seit 1873 ganze sieben Meter hoch. Gegenstück als höchster Wiener Berg ist natürlich mit stolzen 544 Metern der Hermannskogel – inklusive Aussichtswarte immer ein lohnendes Ausflugs-ziel. Apropos Wiener Berg. Den gibt es natürlich auch: Kaum wahrnehmbar als Gipfel misst der Wienerberg immerhin auch 240 Meter, ohne Spinnerin am Kreuz.

Cover Wien und seine Berge. Bild: Winkler-Hermaden.
Cover Wien und seine Berge. Bild: Winkler-Hermaden.

Viele der portraitierten Berge sind den Wienern vertraut und auch historisch bedeutsam, wie etwa der Kahlenberg. Die Autoren haben unzählige Fotografien und Ansichten, die mit vielen, teils weniger bekannten Details gespickt sind, zusammengetragen. So entstand eine kurzweilige historisch-fotografische Zeitreise durch unsere hügelige Heimatstadt.

In Floridsdorf könnten wir jetzt noch den Eisenbahnerberg nachlegen. Noch ein Rätsel ist, wie die nahe gelegene Rußbergstraße zu ihrem Namen kam. Wer Näheres zum Strebersdorfer ,Rußberg‘ weiß, möge sich bei der Redaktion melden (redaktion@dfz21.at).

Wien und seine Hausberge. Weltstadt mit vielen Höhepunkten. Von Matthias Marschik und Edgar Schütz. 138 Seiten mit zahlreichen Abbildungen. € 26,90.