„Für den Müllplatz gibt es ein Dach, wir stehen im Regen”

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Frau und Herr Hofer - seit 61 Jahren haben sie ihren Stand am Schlingermarkt. Bild: DFZ.
Frau und Herr Hofer - seit 61 Jahren haben sie ihren Stand am Schlingermarkt. Bild: DFZ.

Schlingermarkt: Am Bauernmarkt sind nicht alle von Änderungen begeistert.

Dass am  Schlingermarkt nichts los ist oder Stadt und Bezirk nicht an einer Aufwertung interessiert sind, kann niemand behaupten. Aktuell wird um insgesamt zwei Millionen der Mistplatz mit Toilette komplett neu gebaut. Dass das zu Lasten der Bauernstandler geht, sorgt dort nicht für restlose Begeisterung.

Derzeit gibt es am offiziell Landparteienplatz genannten Standort des Bauernmarktes gleich zwei Baustellen: Der ‘Cooling Spot’ wird wohl leider erst genau am Sommerende fertig. Die Riesen-Baustelle des neuen Mistplatzes (mit Schadstoffsammelstelle und Toilette) wird verspätet erst Ende Juli fertig. Bis dahin wird sie gerade mit Grafittis verziert. Dass der Mistplatz gut ein Viertel des Bauernmarktes ‘frisst’, ist offensichtlich.

Frau und Herr Hofer haben seit unglaublichen 61 Jahren einen Stand am Bauernmarkt. Sie verstehen nicht, dass „der schönste Platz am Markt so verbaut wird. Im Sommer wird es Platzmangel geben.“

Walter Kutrowatz. Bild: DFZ.
Walter Kutrowatz. Bild: DFZ.

Am meisten stört die Standler am Bauernmarkt, dass niemand mit ihnen redet. Walter Kutrowatz: „Einmal fragen und uns auf ein Gespräch in die Gebietsbetreuung einladen, das wäre schön gewesen.“ Frau Hofer bringt ihre Stimmungslage auf den Punkt: „Die Mistkübel sind dann überdacht, der Bauernmarkt steht im Regen. Ich glaube fast, die wollen uns loswerden.“

Das bestreiten alle Behörden. Marktamtsprecher Alexander Hengl: „Aber ich verstehe, dass man über Baustellen nicht glücklich ist.“

Am liebsten würde das Marktamt den Plan des Leitbilds für den Schlingermarkt umsetzen: Die mittlere Reihe abreißen und dort Freitag und Samstag den Bauernmarkt machen. Das ist nicht so einfach, weil die Stände im Eigentum der Standler sind. Ein weiterer halber Block wird wohl bald im Besitz der Stadt sein: Gumprecht wird auf den Ex-Schuller-Platz übersiedeln. Ein weiterer Standler hat einen Tausch aus der Mitte weg abgelehnt, weil die angebotene Alternative kein idealer Standort ist.