‘Garteln ums Eck’ mit Hindernissen

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Erwin Toth und sein Garten-Eck. Bild: Privat.
Erwin Toth und sein Garten-Eck. Bild: Privat.
Stein

‘Garteln ums Eck’ soll Anrainern ermöglichen, Baumscheiben in ein hübsches Mini-Gärtchen zu verwandeln. Wenn nicht die übereifrigen Gärtner der MA42 etwas dagegen haben.

Davon kann nun auch Bezirksrat Erwin Tóth Isaszegi ein trauriges Lied singen: Er ging zur Gebietsbetreuung (GB) und ‘mietete’ eine Baumscheibe direkt an der Brünner Straße, streute Wildblumensamen aus und pflanzte Blumen vom Garten seiner Mutter. Und dann: „Als sie schon geblüht haben wurden sie abgemäht.“ Ein ähnliches Schicksal ereilte die anderen Baumscheiben an der Straße: umgepflügt – „nur eine Blume von meiner Mutter überlebte“.

Die MA42 teilte mit: Ein Subunternehmen hätte die Baumscheibe nicht als begärtelt gesehen, „weil das Hinweisschild auf dem Baum angebunden ist und nicht auf einem extra Stangerl“, erzählt Toth fassungslos. Ersatz für die zerstörten Blumen, die MA42 hätte ja etwa in Hirschstetten oder Schulgarten Kagran etwas über, gab es nicht, „da sowas nicht vorgesehen ist“. Der Jung-Bezirksrat lässt sich nicht entmutigen und hat – ein bisschen entrüstet – neuerlich Wildblumen ausgestreut.

Toth: „Der kleine Garten kommt in der Nachbarschaft mittlerweile gut an. Manche haben sogar einen kleinen Zaun und ein paar Sukkulenten gepflanzt, andere helfen beim Gießen. Vielleicht wird meine Baumscheibe zu einem Nachbarschaftsgarten. Und mehr Menschen begarteln Baumscheiben – die nicht von der MA42 und deren Subunternehmen zerstört werden.“

Und auch ein zweiter Fall beschäftigt die Bezirksvertretung: Ab 2018 gab es mehrere Beschwerden bis es endlich im Grünstreifen in der Donaufelder Straße (27 – 41) zu Nachpflanzungen kam und 2021 schließlich Pflanzen gesetzt wurden. „Nur um im Mai 2021 wieder von der MA42 zerstört zu werden“, ärgert sich FPÖ-Klubobmann Karl Mareda: „Mitarbeiter der MA42 haben die neuen Pflanzen offenbar übersehen und alles niedergemäht!“