Großfeldsiedlung: Terrorisieren Jugendbanden die Bevölkerung?

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Pastorstraße in der Großfeldsiedlung. Bild: Google Maps.
Pastorstraße in der Großfeldsiedlung. Bild: Google Maps.
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Zahlreiche Bewohner in den Floridsdorfer Gemeindebauten können ein Lied über die katastrophalen Zustände und die Untätigkeit der Behörden singen. Gefahr im Verzug heißt es – laut FPÖ – in der Pastorstraße inmitten der Großfeldsiedlung. „Hier terrorisiert eine ca. 35-köpfige Ausländerbande die Bewohner der Siedlung. Anrainer berichten, dass eine Pensionistin brutal zusammengeschlagen und ihr Hund zu Tode getreten wurde. Die Täter, angeblich alle unter vierzehn Jahre alt, sind zwar polizeilich bekannt, können aber aufgrund ihres Alters nicht belangt werden, so die geschockten Nachbarn“, berichten FPÖ-Klubobmann Karl Mareda und Gemeinderat Wolfgang Irschik.

Wolfgang Irschik (im Bild rechts) mit FPÖ-Wien-Chef Dominik Nepp und Karl Mareda. Bild: Privat.
Wolfgang Irschik (im Bild rechts) mit FPÖ-Wien-Chef Dominik Nepp und Karl Mareda. Bild: Privat.

„Wenn man am helllichten Tag nicht mehr mit der U-Bahn fahren oder von der Arbeit heim gehen kann, ohne von aggressiven Jungmigrantengruppen drangsaliert zu werden, dann ist es allerhöchste Zeit zu handeln“, ist für Mareda und Irschik klar. Beide fordern eine Arbeitsgruppe gegen die ausufernde Gewalt, mit der zufällig ausgewählte Opfer in Alltagssituationen zunehmend konfrontiert sind.

„Messerattacken, Raubüberfälle, gefährliche Drohungen und vieles mehr müssen die leidgeplagten Bewohner fast schon täglich über sich ergehen lassen, während die Verantwortlichen eine Vogel-Strauß-Politik betreiben und ihre gut bezahlten Köpfe in den Sand stecken“, so Klubobmann Mareda.

Dass die Vorwürfe bezüglich Jugendbanden grundsätzlich nicht aus der Luft gegriffen sind, bestätigte Floridsdorfs Chef der uniformierten Polizeitruppe, Oberst Michael Holzgruber, im DFZ-Gespräch im Juni: „Auffällige Jugendgruppen, sind jetzt wieder stärker im öffentlichen Raum präsent sind. Daraus ergeben sich Nutzungskonflikte mit anderen Gruppen. Und auch strafbare Handlungen, wo wir dann einschreiten“. Problem: Jugendgruppen sind im Unterschied zu früher nicht mehr immer in der gleichen Siedlung, sondern extrem mobil und verabreden sich über soziale Medien.

Floridsdorf Polizeichef der uniformierten Truppe, Michael Holzgruber. Bild: DFZ.
Floridsdorf Polizeichef der uniformierten Truppe, Michael Holzgruber. Bild: DFZ.

Beschwerden über teils aggressive Jugendliche gibt es aktuell um die Schlosserwiese in der Schwarzlackenau: Ältere Leute hätten in der Dämmerung Angst vors Haus zu gehen, wurde berichtet, beim Mini-EKZ gab es Vandalenakte, Beschmierungen an der Schule, Müll, …
Holzgruber unterscheidet zwischen „strafbaren Handlungen und einem Unsicherheitsgefühl“. Im zweiten Fall versucht die Polizei mit der Initiative ‘Gemeinsam.Sicher’ präsent zu sein. Als Sicherheitskoordinator in Floridsdorf fungiert Daniel Redl, der auch die Grätzlpolizisten anführt: „Nachdem wir uns mit den Leuten zusammensetzen, stellt sich auch oft heraus, es geht nicht um strafbare Handlungen. Dann vermitteln wir etwa bei Müllproblemen, dass sich die MA48 darum kümmert oder vermitteln Mitarbeiter der Jugendzentren.“ Genau einen solchen Info-Tisch zu den Vorfällen in der Pastorstraße gibt es am 21. September mit Polizei, Wiener Wohnen und wohnpartner.

Holzgruber: „Grundsätzlich sind wir mit der Lage in Floridsdorf zufrieden.  Jugendgruppen sind ein Thema – aber es ist nicht so, dass man sich vor Gewalt fürchten muss, wenn man außer Haus geht!“ Irschik dazu: „Wir fordern von allen politischen Verantwortungsträgern, die Dinge beim Namen zu nennen, um die geeigneten Gegenmaßnahmen definieren und einleiten zu können. Die rot-pinke Stadtregierung muss sich endlich eingestehen, dass das keine ‚Jugendkriminalität‘, sondern ‚Ausländerkriminalität‘ ist. Das Wort ‚Jugendkriminalität‘ verharmlost die Problematik und verhindert eine richtige Diskussion.“