Grüne: Kritik an ärgerlicher Baumfällung auf der Jedleseer Straße!

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Esche an der Ecke Jedleseer Straße und Sinawastingasse. Bild: DFZ.
Esche an der Ecke Jedleseer Straße und Sinawastingasse. Bild: DFZ.

„Ärgerliche Baumfällung auf der Jedleseer Straße: Naturdenkmal zuerst verstümmelt, dann gefällt – Klimaschutz bleibt auf der Strecke!“, schlagen die Grünen nach der endgültigen Fällung der Esche in Jedlesee Alarm.

Jahrelang wurde über einen sicheren Fahrradübergang über die Jedleseer Straße auf Höhe Sinawastingasse diskutiert. „Von den Fachdienststellen wurde immer wieder argumentiert, dass der als Naturdenkmal geschützte Baum an der Kreuzung einer Verschwenkung der Hauptradroute im Weg sei und deshalb kein sicherer Übergang geschaffen werden kann. Daher konnte schließlich auch nur eine mittelmäßige Lösung ohne sicheren Übergang realisiert werden!“, so Heinz Berger, Klubobmann der Grünen. Was ihn ärgert: „Der neue Asphalt war noch fast nicht kalt, als das Naturdenkmal radikal verstümmelt wurde.“

Allerdings muss man betonen, dass bei der Esche – eines der Naturdenkmäler im 21. Bezirk (die Esche könnte sogar ein Relikt aus der früher viel größer gewesenen Au gewesen sein. Ihr Stammumfang betrug 2,70 m; die Baumkrone hatte einen Durchmesser von 20 m“)- bei einem Sturm im Juli ein großer Ast abgebrochen war und sogar auf der Nordbrückenabfahrt in die Lärmschutzwand gekracht war. Ein Glück, das niemand verletzt wurde. Ein großes Loch im Hauptstamm zeigte deutlich, der Baum ist nicht mehr zu retten. In so einem Fall erfolgt zunächst auch bei öffentlichen Bäumen ein Sicherheitsschnitt. Danach wird um einen Baumfällbescheid angesucht – wurde der erteilt, darf der Baum endgültig gefällt werden.

Für Berger ist „das Traurige an dieser Geschichte letztendlich aber der Umstand, dass als Ersatz für dieses stattliche Naturdenkmal laut Baumschutzgesetz jetzt nur ein lächerlich kleines Bäumchen nachgepflanzt werden braucht, das wieder mindesten 30 Jahre braucht, um nur annähernd eine vergleichbare Wirkung auf das Mikroklima zu entwickeln, wie es der alte hatte.“

Laut Grüne Floridsdorf und das kein Einzelfall im Bezirk: „In Floridsdorf scheint das die gängige klimapolitische Linie zu sein: Schon beim Abriss des alten Krankenhauses in der Hinaysgassse wurden die alten Bäume, zuerst mit sehr viel Aufwand vorbildlich geschützt, nur um sie anschließend im Zuge der Errichtung des Bildungscampus doch zu fällen. Auf diese Weise kommen wir Floridsdorfer doppelt zum Handkuss: Einerseits müssen wir angesichts der vielen Baumverstümmelungen immer mehr Hitze-Hotspots ertragen und andererseits müssen wir für diese Fehlentwicklungen auch noch selbst mit unseren Steuern bezahlen. Ein Floridsdorfer Trauerspiel!“