Hagenbrunn tobt wegen Kellergassen-Sperre

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Stammersdorfer Kellergasse von Hagenbrunn kommend: Ungefähr hier wird es (wahrscheinlich in beide Richtungen) ein temporäres Durchfahrverbot geben. Bild: DFZ.
Stammersdorfer Kellergasse von Hagenbrunn kommend: Ungefähr hier wird es (wahrscheinlich in beide Richtungen) ein temporäres Durchfahrverbot geben. Bild: DFZ.

Eigentlich sollte in diesen Tagen die in Floridsdorf groß angekündigte Verkehrsberuhigung in der Stammersdorfer Kellergasse in Kraft treten. Daraus wird vorerst nichts: Denn die Hagenbrunner marschierten mit zwei Verkehrsjuristen auf und legten wegen Ungleichbehandlung Einspruch ein.

Zur Erinnerung: Die Kellergasse soll von Hagenbrunn kommend zur Sackgasse werden und wäre nicht mehr nach Stammersdorf durchfahrbar. Umgekehrt wäre das zeitlich eingeschränkt noch möglich. Hagenbrunns Bürgermeister Michael Oberschil: „Wir haben davon aus der Zeitung erfahren. Das ist von unserem Nachbarn Floridsdorf ganz sicher nicht freundlich.“ Über die Frage, wann wer wen informiert hat entwickelte sich mittlerweile auch ein persönlicher Disput zwischen Oberschil und dem Floridsdorfer Bezirksvorsteher Georg Papai (Bild). Letzterer will sehr wohl vorab informiert haben: „Es wäre gut, hier nicht zu lügen. Das ist mir wichtig.“

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Bezirksvorsteher Georg Papai. Bild: Alexander Müller.
Bezirksvorsteher Georg Papai. Bild: Alexander Müller.

Die Hagenbrunner fordern nun, „dass zumindest in beiden Richtungen die gleichen zeitlichen Einschränkungen gelten. Aber ich stelle die ganze Idee in Frage: Wer macht bitte eine Landstraße zu einer Sackgasse?“, so Oberschil.

Fakt ist: In Wien und Floridsdorf tagen nochmals die Gremien. Es kann durchaus noch zu leichten Adaptierungen kommen, die grundsätzliche Verkehrsberuhigung bleibt aber aufrecht und soll noch 2022 umgesetzt werden, so Papai. Wahrscheinlich wird man auch von Hagenbrunn zu bestimmten Zeiten nach Wien fahren können. So wären Stammersdorf und Hagenbrunn gleich behandelt.

Was Oberschil mit gleich drei Seitenhieben kommentiert: „Wozu haben wir ein Stadt-Umland-Management, wenn wir das nicht gemeinsam besprechen? Das ist keine gelebte Partnerschaft. Mit Papais Vorgänger Heinz Lehner hatten wir noch bestes Einvernehmen. Mehr Radler in der Kellergasse wird’s so auch nicht geben: Wer dort über das Kopfsteinpflaster radelt, muss ein Vollidiot sein. Und
Betriebe gibt es in der Kellergasse eh bald keine mehr.“

Der Start der Pilotphase in der Stammersdorfer Kellergasse ist in wenigen Wochen und wird nach einem Jahr evaluiert. Der Haussegen zwischen Floridsdorf und Hagenbrunn hängt schief … -Hannes Neumayer