Mittwoch, 16. September, 2026
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Haus Leopoldau: Falsche Medikation bei 20 Bewohnern

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Symbolbild Haus Lewopoldau. Bild: https://kwp.at
Symbolbild Haus Lewopoldau. Bild: https://kwp.at

Im Haus Leopoldau wurde laut Betreiber aufgrund eines Personalversagens bei 20 von insgesamt 350 Bewohnern festgestellt, dass es über einen längeren Zeitraum zu einer teilweise wiederholt abweichenden Medikation kam. Den Betroffenen geht es gesundheitlich gut – alle Bewohner des Hauses sowie die Angehörigen der Betroffenen wurden bereits informiert. Erste dienstrechtliche Konsequenzen wurden bereits gesetzt – die Teamleiterin des Ambulanzteams sowie die Direktorin des Hauses Leopoldau wurden freigestellt – weitere dienstrechtliche Konsequenzen werden erfolgen. Kritik gibt es von ÖVP und FPÖ.

Das KWP nimmt dazu wie folgt Stellung: Die betroffenen Bewohnerinnen und Bewohner zeigen keine Symptome oder Beeinträchtigungen. Ihr Gesundheitszustand ist unauffällig. Dennoch werden sie medizinisch und pflegerisch eng begleitet.

Konkret wurden Medikamente für eine abweichende Tageszeit – etwa mittags statt abends – oder bereits abgesetzte Medikamente weiter übergeben. In wenigen Fällen wurden verschriebene Medikamente in abweichendem Ausmaß oder nicht verschriebene Medikamente übergeben.

Bei 18 der 20 Betroffenen können wir mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit gesundheitliche Folgen ausschließen. Bei den anderen beiden Personen werden vorsorglich Labortests durchgeführt, um ein vollständiges Bild zu erhalten.

Wir haben nach Bekanntwerden umgehend sichergestellt, dass alle Bewohnerinnen und Bewohner die korrekte Medikation erhalten, indem wir eine zusätzliche Kontrollebene eingezogen haben. Bis auf Weiteres wird jede einzelne Medikation einer zusätzlichen Kontrolle unterzogen. Damit werden unsere Qualitätsabläufe im Medikamentenmanagement im Haus Leopoldau – wie in allen anderen Häusern – wieder eingehalten.

Zur vollen Aufklärung läuft bereits eine umfassende externe Prüfung der Vorfälle, die wir vollinhaltlich unterstützen. Die zuständige Behörde MA40 ist bereits aktiv.

Sonderprüfung ergab: Vorfälle sind auf Haus Leopoldau beschränkt

Diese Vorfälle im Haus Leopoldau widersprechen nicht nur unseren fundamentalen Werten, sondern auch unseren Regelwerken. Unsere Abläufe zur Qualitätssicherung im Medikamentenmanagement entsprechen den höchsten Standards und werden selbstverständlich vielfach geprüft. Es handelt sich hier um menschliches Versagen.

Die Vorfälle beschränken sich auf ein einzelnes Team im Haus Leopoldau. Das bestätigte auch eine Sonderprüfung aller Häuser, wo alle Medikamente entsprechend unserer Regelwerke korrekt vergeben wurden. Wir haben im Haus Leopoldau bereits dienstrechtliche Konsequenzen gezogen.

Christian Hennefeind, Geschäftsführer der Häuser zum Leben, sagt: „Ich bin erschüttert von diesen Vorfällen. Die Sicherheit unserer Bewohnerinnen und Bewohner hat oberste Priorität, so etwas hätte niemals passieren dürfen. Wir müssen diesen Fall lückenlos aufklären. Dafür arbeiten wir bereits eng mit den Behörden und weiteren externen Prüfstellen zusammen. Ich möchte festhalten, dass alle anderen Teams unsere Standards und Regelwerke in der Qualitätssicherung eingehalten haben. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in unseren Häusern leisten tagtäglich hervorragende und professionelle Arbeit für unsere Bewohnerinnen und Bewohner.“

Peter Hacker, Amtsführender Stadtrat für Soziales, Gesundheit und Sport sowie Präsident des Fonds Kuratorium Wiener Pensionisten-Wohnhäuser – Häuser zum Leben: „Die Vorfälle im Haus Leopoldau sind inakzeptabel. Die Häuser zum Leben müssen die geplanten Schritte zur Aufklärung schnellstmöglich und in vollem Umfang umsetzen.“

Die externe Untersuchung der Vorfälle im Haus Leopoldau wird von Prim. Prof. Dr. Christian Sebesta sowie der Kanzlei Baker McKenzie Rechtsanwälte durchgeführt, die jeweils ein Gutachten erstellen. Sobald diese vorliegen, werden wir informieren.

FPÖ: Nächster Skandal in Hackers Ressort zeigt massive Kontrolldefizite 

Nach dem erst vergangene Woche von der FPÖ Wien aufgedeckten Fall in einem KWP-Wohnheim wird nun der nächste schwerwiegende Vorfall im Verantwortungsbereich von Gesundheitsstadtrat Peter Hacker bekannt, so die FPÖ Wien. Im Haus Leopoldau erhielten 20 Bewohner über einen längeren Zeitraum teilweise wiederholt eine abweichende Medikation.

„Wenn falsche Medikamentengaben über einen längeren Zeitraum unentdeckt bleiben, haben die Kontrollmechanismen eindeutig versagt. Gleichzeitig dürfen wir nicht übersehen, dass zu wenig Personal und die damit verbundene Überlastung der Mitarbeiter ein erhebliches Sicherheitsrisiko darstellen. Die Führung der Heime muss solche Missstände frühzeitig erkennen und unverzüglich melden. Gleichzeitig ist Hacker gefordert, umgehend zu handeln“, erklärt die Wiener FPÖ-Gesundheitssprecherin Angela Schütz.

Schütz fordert eine rasche Überprüfung und Verbesserung der Abläufe in den Wiener Pflegeeinrichtungen. „Es braucht ausreichend Personal, klare Meldewege und Kontrollprozesse, die in der Praxis funktionieren. Hacker kann sich nicht bei jedem neuen Vorfall auf menschliches Versagen ausreden. Wenn sich die Fälle in seinem Ressort häufen, muss er endlich die strukturellen Probleme angehen. Die Sicherheit der Bewohner muss an erster Stelle stehen!“

ÖVP – Korosec: Fehlmedikation im Haus Leopoldau muss lückenlos aufgeklärt werden 

Mit Unverständnis reagiert die Gesundheitssprecherin der Wiener Volkspartei, Gemeinderätin Ingrid Korosec, auf die bekannt gewordenen Vorfälle im Haus Leopoldau. Bei 20 Bewohnern soll es über einen längeren Zeitraum teilweise wiederholt zu einer falschen Medikation gekommen sein. „Wir sprechen hier von älteren und pflegebedürftigen Menschen, die in besonderem Maß auf eine sichere und verlässliche Versorgung angewiesen sind. Dass es bei der Medikamentengabe über einen längeren Zeitraum zu wiederholten Fehlern kommen konnte, darf schlicht nicht passieren“, so Korosec.

Die angekündigte externe Untersuchung ist ein wichtiger und richtiger Schritt. „Dass bereits erste Maßnahmen gesetzt wurden, ist zu begrüßen. Jetzt braucht es eine lückenlose Aufklärung. Vor allem muss geklärt werden, wie diese Vorfälle trotz bestehender Kontrollen über einen längeren Zeitraum unentdeckt bleiben konnten. Auch die internen Abläufe und Verantwortlichkeiten müssen dabei genau geprüft werden“, fordert Korosec.

„Dass es den Betroffenen nach aktuellem Stand gesundheitlich gut geht, ist erfreulich. Es darf aber nicht darüber hinwegtäuschen, wie ernst diese Vorfälle sind. Die Bewohner und ihre Angehörigen haben ein Recht auf volle Transparenz. SPÖ-Stadtrat Hacker ist als Präsident des Fonds Kuratorium Wiener Pensionisten-Wohnhäuser jetzt gefordert, für eine rasche und vollständige Aufklärung zu sorgen und sicherzustellen, dass die notwendigen Konsequenzen gezogen werden“, so Korosec abschließend.

Grüne Wien/Huemer: Fehlmedikation im Haus Leopoldau: Lückenlose Aufklärung gefordert 

„Dass eine Fehlmedikation im Haus Leopoldau offenbar nur durch Zufall entdeckt wurde, ist schockierend und wirft massive Fragen zu den Kontrollmechanismen auf. Es braucht jetzt eine rasche und lückenlose Aufklärung: Wie konnte es dazu kommen und warum wurde der Fehler nicht früher erkannt?“, so Barbara Huemer, Gesundheitssprecherin der Grünen Wien.

Wohl der Bewohner:innen muss garantiert sein

Positiv sei, dass nach Bekanntwerden rasch gehandelt wurde. „Jetzt muss aber sichergestellt werden, dass sich ein solcher Vorfall an keinem anderen Standort der Wiener Pensionisten-Wohnhäuser wiederholen kann. Die Sicherheit und Gesundheit der Bewohner:innen müssen überall garantiert sein. Dafür braucht es transparente Aufklärung und wirksame Kontrollen – nur so kann das Vertrauen wiederhergestellt werden“, so Huemer abschließend.