

Trisannagasse, die für die
Bürgerinitiative nicht ins Ortsbild passen. Bild: Privat.
Die Nordrandsiedlung liegt selbst für Floridsdorfer Verhältnisse an der Peripherie. Hinter der Schnellbahnstation Leopoldau gelegen, kannte man in der Siedlung bislang maximal Parkplatzprobleme. Jetzt aber stören für viele Anrainer überdimensionierte Bauträgerprojekte die Idylle. “In der Nordrandsiedlung gärt es. Unsere Siedlung wird zerstört”, begrüßt Gottfried Krause die DFZ zum Lokalaugenschein. Erst im Jänner hat er im Haus der Begegnung eine gesteckt volle Veranstaltung organisiert. Aus ganz Wien kamen interessierte Gäste. Ende der 30er Jahre des letzten Jahrhunderts wurden die Grundstücke im Baurecht günstig an Arbeitslose vergeben. Die Stadt Wien hat für viele Grundstücke ein Vorkaufsrecht und nutzt dieses auch vermehrt. Um die für Wiener Verältnisse großen Grundstücke – 1000 – 1200 Quadratmeter – anschließend an Bauträger zu verkaufen.
„Bauwütige Bauträger, die unseren Lebensraum zerstören”, findet Krause. Sein Vorwurf: Statt einem kleinem Siedlerhaus finden sich auf einem Grundstück plötzlich vier Häuser. Wobei man sagen muss, Bauträger ist nicht gleich Bauträger. Die Glorit-Häuser in der Illgasse etwa sind absolut ortsüblich. Ganz anders sieht das schon mit dem Projekt in der Trisannagasse (New Living) aus. Wobei festzuhalten ist: Die Bauträger handeln innerhalb der gültigen Gesetze. Und natürlich arbeiten sie gewinnorientiert.
Dennoch: Zweigeschossige Häuser wie in der Trisannergasse entsprechen schwerlich dem Ortsbild. Der “Trick”: Das oberste Geschoss gilt als Dachboden. Unterstützung für die Siedler gibt es zum Beispiel von Gerhard Jordan von den Floridsdorfer Grünen: „Eine Überarbeitung der Flächenwidmung ist für uns Grüne durchaus denkbar, wie das z.B. bei der Alten Donau 2013 erfolgt ist, wo auf einhelligen Wunsch von AnrainerInnen eine Begrenzung der oberirdischen Geschoßanzahl umgesetzt wurde.“

Oder auch von WIFF: „Mit einer kleinen Novelle der Bauordnung könnte man das Problem zumindest vorerst in den Griff bekommen und hätte danach Zeit, auch mit einer Änderung der Flächenwidmung derartige Bausünden ein für allemal zu verhindern“, so Klubobmann Hans Jörg Schimanek.
Mittlerweile läuft in der Nordrandsiedlung auch eine Unterschriftenaktion. „Mit sensationellem Erfolg”, wie Krause berichtet. „Ich bin selbst überrascht – alle unterschreiben!”
Nordrandsiedlung: Naht Lösung?
Eine rasche Lösung wäre für Krause etwa eine Weisung an die zuständigen Beamten, wie sie die Bauordnung auszulegen haben. Wahrscheinlicher scheint mittlerweile eine Änderung der Flächendwidmung. Meinte Planungstadträtin Maria Vassilakou zunächst die Bebauung „entspricht im gegenständlichen Stadtgebiet jedoch den im Stadtentwicklungsplan STEP 2025 verankerten Zielen der Stadtplanung”, änderte sie, laut Krause, in einem persönlichen Gespräch mit Vertretern des Siedlerverbandes ihre Meinung. Krause: „Sie zeigte kein Verständnis für derartige Auswüchse und sagte den Siedlern ihre Unterstützung zu.”
Die gibt es nun auch von Bezirksvorsteher Georg Papai. Er hat die MA21 beauftragt, eine neue Flächenwidmung für die Nordrandsiedlung zu erstellen, „die überdimensionierte Mehrparteienhäuser nicht zulässt”. Zukünftig soll eine Wohnraumnutzung im zweiten Stockwerk nicht möglich sein. Das wäre, so Papai, im optimalen Fall in 14 Monaten möglich. „Vorausgesetzt, dass sich wirklich alle Anrainer einig sind. Mich haben auch schon Einige angerufen, die Angst haben, dass ihre Grundstücke dann weniger wert sind. Da bei einer neuen Flächenwidmung Einsprüche möglich sind, halte ich 18 Monate für wesentlich realistischer!”
Krause nach einem Termin beim Bezirksvorsteher: „Wir sind auf einem guten Weg. Aber ich würde mir wünschen, dass das wesentlich rascher geht! Denn die nächsten Monsterprojekte in der Nordrandsiedlung werden bereits geplant.” -Hannes Neumayer















