In Trafik: ‚Krone‘ zu oft mit Kleingeld bezahlt –> Hausverbot

1514
Trafik in Strebersdorf. Bild: Google Maps/Street View 2020.
Trafik in Strebersdorf. Bild: Google Maps/Street View 2020.

Empört ist Mario H. In einer Trafik in Strebersdorf bekam er Hausverbot, weil er seine Kronen Zeitung um 1.30 Euro mehrmals mit 19 Münzen (10×10 Cent, 4×5 Cent, 5×2 Cent) bezahlt hat. Bei der Trafik sieht man sich im Recht: Man habe nur eine Empfehlung der Wirtschaftskammer umgesetzt.

Zum „vierten oder fünften Mal in der Trafik, Strebersdorfer Platz 6″ will Herr H. diesen Montag seine Krone gekauft haben. „Daraufhin wurde ich hingewiesen, dass ich beim nächsten Mal nicht mehr mit Münzen bezahlen darf! Da laut Trafikant – Sohn – die Bank für die Münzen zuständig ist und er nicht bereit ist, am Abend die Münzen zu zählen.“ Am nächsten Tag wollte er dennoch mit Münzen bezahlen und brachte einen Auszug aus dem Scheidemünzengesetz mit, dass er dem Trafikanten unter das Plexiglas hingeworfen haben will. Darauf erhielt er Hausverbot.

Die Nachfrage der DFZ beim Betreiber der Trafik ergibt eine andere Version: Herr H. wäre über einen Monat täglich mit 19 Münzen gekommen. In der kleinen Trafik habe das regelmäßig zu Rückstau und Ärger bei den Kunden geführt. „Der Herr war außerdem frech und hat mir den Zettel ins Gesicht geschmissen!“, so der Trafikant. Er kontaktierte die Wirtschaftskammer und die empfahl ihm, ein Hausverbot auszusprechen. Was er auch tat.

„Sie müssen sich das einmal durch den Kopf gehen lassen – ich will eine Zeitung kaufen – nicht geschenkt oder gestohlen – und bekomme als Floridsdorfer im 21. Bezirk Hausverbot“, versteht Mario H. die Welt nicht. Er beschwerte sich beim Trafikverband und der Monopolverwaltung. Letztere schickte für ihn keine zufriedenstellende Antwort: „Wenn auch gesetzlich bis zu 50 Münzen pro Verkaufsvorgang angenommen werden müssen, ist dies, wenn es regelmäßig jeweils beim Einkauf einer Tageszeitung erfolgt, auch aus unserer Sicht als eher ungewöhnlich zu bezeichnen. Dies auch deshalb, da Zahlungsvorgänge mit vielen Münzen in Geschäften mit hoher Kundenfrequenz bisweilen auch zu Verzögerungen bei der Bedienung aller Kunden führen können.“