Für das Gebiet um die Siemensstraße 87-89 liegt eine neue Flächenwidmung zur Begutachtung auf. Bondi Consult ist Eigentümer der 48.600 m2 großen ‘Siemensgründe’ und will dort in drei Etappen ein Innovations, Service- & Central-Hub umsetzen. Die Initiative Denkmalschutz hingegen will Teile der ehemaligen ‘Paukerwerke’ erhalten. Die meisten Gebäude auf dem Areal gegenüber der Siemensäcker sind wenig spektakulär und teilweise auch schon abgerissen. Zuletzt waren in ihnen 2015-17 Flüchtlinge untergebracht. Ein weiterer Teil sind aber „eindrucksvolle historische Werks- hallen. Insbesondere das ‘Objekt 230’, die Turbinenwerkstätte, mit seiner imposanten Fassade. Und der älteste erhaltene ‘Bauteil 161’, die über 100 Jahre alte Produktionshalle von 1908. Sie sind architektonisch und industriegeschichtlich von großer Bedeutung, ihr Abriss wäre ein Verlust”, erklärt Gerhard Hertenberger von der Initiative Denkmalschutz. In den 1990er Jahren hat das Bundesdenkmalamt eine Begehung durchgeführt, aber für keinen Bauteil einen Denkmalschutz erlassen, was aus Sicht Hertenbergers „eine klare Fehlentscheidung war. Natürlich wäre es Aufgabe der Stadtplanung, zu überlegen, ob man ein Stück Industrie- und Architekturgeschichte erhalten will.” Sein Resumée: Im Raum Wien sind viele historische Industriebauten entweder bis zur Unkenntlichkeit entkernt oder komplett abgerissen worden. „Insofern wäre zu bedenken, ob man nicht architektonische und geschichtliche Spuren, die unser Stadtbild seit langem geprägt haben, zumindest in einigen wenigen Restbeständen erhalten sollte.” Die Initiative Denkmalschutz wird im Rahmen einer Stellungnahme zum Flächenwidmungsplan eine Abstimmung der Bebauungsbestimmungen im Bereich der wertvollsten historischen Werkshallen fordern, die auf deren Erhaltung abzielt. Projektentwickler Anton Bondi erklärt, „wenn es nach mir geht, wäre alles weggekommen. Aber wir haben lange mit MA19 und MA37 um eine Lösung gerungen”. Die wird in einigen Wochen in Abstimmung mit der Vize-Bürgermeisterin präsentiert. Es dürfte wohl zumindest ein Teil der historisch wertvollen Gebäude erhalten bleiben. Für den Innovation Hub läuft die Bauverhandlung, noch vor dem Sommer soll Baustart für die 21 Meter (fünf bis sechs Stockwerke) hohen Gebäude sein. H.N.
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