Freitag, 13. Februar, 2026
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Elch Emil: Von Langenzersdorf über die Donau

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Elch Emil in Langenzersdorf. Bild: Silvia B.
Elch Emil in Langenzersdorf. Bild: Silvia B.

Wo ist Elch Emil? Sonntag Abend wurde er von Anrainern neurerlich in Langenzersdorf gesehen, wo er offenbar die letzten 24 Stunden verbracht hat. Wegen des Trubels warnen immer mehr Behörden: Lassen sie Emil in Ruhe, fahren sie den Elch nicht suchen. Die von machen Leuten erhobene Foderung, den Elch zu betäuben und fort zu bringen, ist aus Expertensicht nicht sinnvoll und nur eine Notmaßnahme. Laut anderen Meldungen hat Emil jetzt die Donau überquert …

Im Weinviertel sorgt Emil seit einer Woche für Aufregung und Verwunderung. Am Samstag wurde er auf seiner Wanderung in Korneuburg gesichtet und am gleichen Abend laut Tageszeitung Heute beim Bahnhof Bisamberg und anschließend in Langenzersdorf. Dort – in Langenzersdorf – wurde er auch am Sonntag gegen 18.30 Uhr abgelichtet. Untertags war am Sonntag ein Video aufgetaucht, dass Emil beim Überqueren der Donau nach Klosterneuburg zeigen soll, das war wohl ein Fake. Doch letztlich überquerte Emil kurz nach seinem Besuch in Langenzersdorf wirklich die Donau Richtung Klosterneuburg bzw. Kritzendorf. Er soll sich nun Richtung Sankt Andrä-Wördern bewegen.

Oft wird online gefragt, warum der Elch nicht betäubt wird und an einen sicheren Ort gebracht wird? Ganz einfach: Elche sind Wildtiere. Es wird ja auch nicht jedes Reh eingefangen. „Der Elch ist in einer Ausnahmesituation, er befindet sich in Panik und weiß nicht, wohin er flüchten soll“, erklärte der Leiter des Wildtierservice Wien, Günther Annerl auf wien.orf.at. Ziel sei es, dass das Tier von selbst wieder in seinen ursprünglichen Lebensraum zurückkehrt. Vermutlich ist der junge Elch auf Reviersuche. Der letzte Aufenthalt eines Elches in Niederösterreich soll gut Jahre her sein, in Oberösterreich gab es 2021 eine Sichtung – so nah an Wien kam noch nie ein Tier. Die Behörden bereiten sich aber auch für eine Notfallmaßnahme wie eine Betäubung vor. Annerl: „Wien und das Wiener Umland sind definitiv kein Lebensraum für Elche“. Schaulustige, die den Elch fotografieren, würden zusätzlichen Stress verursachen. Sein Appell: Abstand halten, zurückziehen und möglichst wenig Unruhe schaffen.

Die Polizei Niederösterreich warnt aktuell: „Da es bereits Vorfälle gab, bei denen der Elch „Emil“ sowohl zu Fuß als auch mit dem Auto verfolgt wurde, bitten wir darum, dies künftig zu unterlassen. Solche Handlungen können für das Tier und die beteiligten Menschen gefährliche Konsequenzen nach sich ziehen. Bitte respektiert die Natur – Emil möchte schließlich einfach nur leben und, wie es scheint, ein wenig Sightseeing machen.“

Elch Emil in Langenzersdorf. Bild: Silvia B.
Elch Emil in Langenzersdorf. Bild: Silvia B.

Gut möglich, dass Emil nun in Floridsdorf, auf der Donauinsel oder am Bisamberg unterwegs ist. Eingewandert scheint er von Tschechien und Polen zu sein, wo er auf Emil getauft. Elche sind etwa in Schweden auf Straßen nicht ungewöhnlich, bei uns hießt es verstärkt vorsichtig zu sein.

Laut Heute.at mussten am Bahhof Bisamberg meherer Züge wegen des Elches gestoppt werden. Erst dann konnten die Züge ihre Fahrt fortsetzen. In Korneuburg spazierte Emil gemütlich durch bewohntes Gebiet, sogar an einem Polizeiauto vorbei, wie ein Video des Stadtmarketin Korneuburg zeigt. Auch in Langenzersdorf wurde der umherwandernde Elch gesichtet.

Auch in Tschechien Sichtungen nicht ungewöhnlich, in Österreich jedoch eher selten. Elche sind keine Haustiere, man sollte sich den Tieren also nicht nähern oder versuchen sie gar zu streicheln … Denn man kann nie wissen, wie ein wildtier reagiert.