Jedlesee: Eine Choreografie für 20 Frauen* im Ballspielkäfig

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Fotografin: Mona Rabofsky.
Fotografin: Mona Rabofsky.
Stein

Ein choreographisches Spiel um Grenzen und deren Überwindung, um unseren (post)pandemischen Umgang mit Nähe und Berührung,  um den Druck von außen und den Drang, der unter der Oberfläche anwächst und sich befreien will. Das ist [ DRÄNGEN ] Eine Choreografie für 20 Frauen* im Ballspielkäfig. Am 21. Mai in Floridsdorf in der Tetmajergasse.

Dabei geht es um nichts weniger als die treibende innere Kraft und das menschliche Streben nach Freiheit und Selbstbestimmung.  Mit [ DRÄNGEN ] bespielen die beiden Choreographinnen Tanja Dinter und Lisa Lengheimer vier Wiener Fußballkäfige. Seit Oktober 2021 proben mehr als 20 Ersttänzerinnen und Tänzerinnen unterschiedlichen Alters für vier Performances im Mai 2022. Die Proben fanden in den Wintermonaten indoors statt. Seit dem Weltfrauentag am 8. März trainiert die temporäre Tanzkompanie wie bereits im vergangenen Herbst wieder regelmässig im Ballspielkäfig Einsiedlerpark unter freiem Himmel.

eine (post) – pandemische Choreografie

In den vergangenen beiden Jahren wurden Begriffe wie körperliche Nähe, Händeschütteln, Umarmen, aus unserem Wortschatz sozialer Gesten gestrichen. Die Choreographie [ DRÄNGEN ] stellt die Spielregeln sozialer Interaktion neu zur Verhandlung und sucht nach einer post-pandemischen Körpersprache. Welche Distanz werden wir in Zukunft als angemessen empfinden? Welche Art der Berührung werden wir zulassen? Welche gesetzten Grenzen werden wir beibehalten? Welche überwinden?

eine Choreografie mit und von Frauen*

Nach dem Anstieg an Gewalt gegen Frauen im letzten Jahr, erscheint es besonders wichtig, Frauen* im öffentlichen Raum sichtbar zu machen und mit künstlerischen Mitteln auf ihr Recht auf öffentliches Leben und Gleichstellung hinzuweisen. Der Aufruf zum Mitmachen im September 2021 richtete sich an alle Frauen*, die schon immer künstlerisch aktiv werden und sich mit dem Thema [ DRÄNGEN ] auseinandersetzen wollten. Mehr als 20 Frauen sind diesem Aufruf gefolgt und werden bei den Tanzaufführungen im Mai mitwirken und sich als Performerinnen im öffentlichen Raum positionieren.

temporäre Raumaneignung mit performativen Mitteln

Ballspielkäfige werden meist von jungen Männern genutzt. Die Tanzkompanie, bestehend aus Frauen jeden Alters, eignet sich für kurze Zeit vier Ballspielkäfige in vier Wiener Bezirken an und setzt einen Kontrapunkt. Sie zeigt im Käfig Kunst, die sich als Empowerment für Darstellerinnen und Zuschauer*Innen versteht. [ DRÄNGEN ] untersucht physische Zustände der Enge, Weite, Nähe und Distanz: im Innen und Außen des eigenen Körpers und in der Interaktion mit anderen Körpern im abgegrenzten Raum des Käfigs. Ein choreographisches Spiel um Grenzen und deren Überwindung, um Selbstbestimmung, um den Druck von außen und den Drang, der unter der Oberfläche anwächst und sich befreien will.

[ DRÄNGEN ] findet jeweils um 18:00 Uhr in vier Ballspielkäfigen statt: 
14.5.2022, 1210 Wien, Tetmajergasse 
Um 17:15 Uhr: Einführungs-Workshop zum Mitmachen für alle Interessierten! 
Infos unter www.salonemmer.at | zuhause@salonemmer.at | auf FB + IG