Karl-Seitz-Hof: 1. Tag des Wiener Wohnbaus gefeiert

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1. Tag des Wiener Wohnbaus bringt 4.353 neue Gemeindewohnungen, Int. Bauausstellung, ein Geschenk von Künstler Attersee und Rahmenprogramm. Bild: PID/Jobst.
1. Tag des Wiener Wohnbaus bringt 4.353 neue Gemeindewohnungen, Int. Bauausstellung, ein Geschenk von Künstler Attersee und Rahmenprogramm. Bild: PID/Jobst.

Ganz im Zeichen des Wiener Wohnbaus stand der gestrige ‚1. Tag des Wiener Wohnbaus‘ im Karl-Seitz-Hof: Am Abend gab es eine Feier, bereits am Vormittag waren Bürgermeister Michael Ludwig und Wohnbaustadträtin Kathrin Gaal zu Besuch. Die Highlights: ein Geschenk von Künstler Attersee; 4.353 neue Gemeindewohnungen sind in Planung (zwei Projekte in Floridsdorf); allein aktuell sind in Wien rund 24.000 Wohnungen in Bau oder Planung, die insgesamt mit rund 900 Millionen Euro gefördert werden.

„Was wir als Vertreter des Volkes von den Ämtern wünschen, ist einfach gesagt: Der Bürger will nicht als Akt, sondern als Mensch behandelt werden.“ Dieser Satz aus der Antrittsrede des sozialdemokratischen Wiener Bürgermeisters Karl Seitz bringt die Grundidee des Wiener Wohnbaus auf den Punkt: „Wir in Wien gehen seit 100 Jahren den Weg, dass die Stadt ihre Hand schützend über den Wohnungsmarkt hält und dass beim Thema Wohnen nichts anderes im Mittelpunkt steht als die Bedürfnisse und Interessen der Wienerinnen und Wiener“, so Bürgermeister Michael Ludwig und Wohnbaustadträtin Kathrin Gaal anlässlich des 1. Tags des Wiener Wohnbaus. Dieser wird ab heuer jährlich am 4. September, dem Geburtstag von Karl Seitz, stattfinden.

Unter Bürgermeister Karl Seitz gab es von 1923 bis 1934 in Wien ein international vielbeachtetes Wohnbau-Programm. Zehntausende Wohnungen für die WienerInnen wurden errichtet. Seither hat sich das Wiener Wohnbau-Modell laufend weiterentwickelt und an die Gegebenheiten der Zeit angepasst. Aber der Zweck der Wiener Wohnbau-Politik ist in all den Jahren immer der Gleiche geblieben: Leistbares und lebenswertes Wohnen als Grundrecht für die WienerInnen durchzusetzen. Heute gilt das Wiener Wohnbau-Modell auf der ganzen Welt als Vorbild für den geförderten Wohnbau.

„Die Wiener Wohnbau-Politik hat eine preisdämpfende Wirkung auf den gesamten Wohnungsmarkt, ist die größte Förderung der Mittelschicht in der Stadt und ein Sicherheitsnetz nach unten und ein Sprungbrett nach oben. Entscheidend ist aus meiner Sicht aber vor allem, dass das Wiener Modell keine Selbstverständlichkeit ist, sondern das Ergebnis konkreter politischer Entscheidungen, die laufend getroffen werden müssen“, so Bürgermeister Ludwig und Wohnbaustadträtin Gaal.

Bürgermeister Ludwig überreichte Künstler Christian Ludwig Attersee den Goldenen Rathausmann. Im Rahmen des 1. Tag des Wiener Wohnbaus werden Werke von Künstler Attersee unter allen Gemeindebau-Bewohnern verlost. Bild: PID/Jobst.

150 signierte Kunstdrucke von Christian Ludwig Attersee werden verlost

Um dieses wohnpolitische Alleinstellungsmerkmal Wiens hervorzuheben und um die inhaltliche Auseinandersetzung mit dem Wiener Modell zu befördern, haben Bürgermeister Michael Ludwig und Wohnbaustadträtin Kathrin Gaal heute bei einer Pressekonferenz im Floridsdorfer Karl-Seitz-Park den 4. September zum „Tag des Wiener Wohnbaus“ ausgerufen. Anwesend war dabei auch der Künstler Christian Ludwig Attersee, der dem Bürgermeister in Anerkennung der Leistungen des Wiener Wohnbaus ein Geschenk überreichte: einen signierten und den WienerInnen gewidmeten Kunstdruck seines Werkes „Geschmiedete Quelle“. Weitere 150 handsignierte Kunstdrucke seines Werks werden in Folge von der Stadt auf www.wienwohntbesser.at verlost.

Es war von Beginn an eines der zentralen Anliegen des Wiener Wohnbau-Modells, dass Lebensqualität und Freiraum, Kunst und Kultur nicht nur in den Villen-Vierteln zuhause sein sollen, sondern für möglichst viele WienerInnen erlebbar sind. In diesem Sinn wird die Stadt in Zukunft an jedem Tag des Wiener Wohnbaus, also am 4. September, eine entsprechende Aktion im Zeichen von Kunst und Kreativität initiieren.  

Wohnen ist ein Gefühl von Zuhause, das der Mensch braucht wie Nahrung oder Liebe

„Wir freuen uns sehr, dass wir heute anlässlich der Premiere des Tags des Wiener Wohnbaus ein Geschenk des renommierten Künstlers Christian Ludwig Attersee, dem wir bei dieser Gelegenheit auch zu seinem 80. Geburtstag gratulieren, entgegennehmen dürfen“, so Bürgermeister Ludwig und Wohnbaustadträtin Gaal.

„Wohnen ist viel mehr als nur ein Dach über dem Kopf. Wohnen ist ein Gefühl von Zuhause, das der Mensch braucht wie Nahrung oder Liebe. Das hat die Stadt Wien schon sehr früh verstanden. Deshalb hat sie keine Wohnghettos errichtet, wie wir sie aus anderen Metropolen kennen, sondern lebendige Dörfer in der Stadt. Mit Grünraum, mit Infrastruktur, mit Kunst. Ich habe immer die Meinung vertreten, dass Kunst nicht nur in den Galerien hängen soll, sondern den Alltag der Menschen verschönern muss“, so Christian Ludwig Attersee.

Im Rahmen der heutigen Pressekonferenz wurde auch die Erfolgsformel des Wiener Wohnbau-Modells in Form von sechs Grundsätzen präsentiert.

Bürgermeister Michael Ludwig und Wohnbaustadträtin Kathrin Gaal bei der Päsentation des 1. Tag des Wiener Wohnbaus. Bild: PID/Jobst.

Erfolgsformel des Wiener Wohnbaus 

-Schutz vor Spekulation: Zum Beispiel durch die jüngst eingeführte Widmungskategorie „Geförderter Wohnbau“, mit der es auch in Zukunft genug Grund und Boden für leistbaren und lebenswerten Wohnraum gibt. Überall, wo Flächen in Wohngebiet umgewandelt werden, sind seit 2019 zwei Drittel für den sozialen Wohnbau vorgesehen. 

-Öffentliche Investitionen: Allein aktuell sind in Wien rund 24.000 Wohnungen in Bau oder Planung, die insgesamt mit rund 900 Millionen Euro gefördert werden. Hinzu kommen noch Sanierungsprojekte mit insgesamt rund 61.500 Wohnungen, die in den vergangenen zehn Jahren mit mehr als 1,2 Milliarden Euro gefördert worden sind. 

-Unbefristete Mietverträge: Im geförderten Wohnbau, wo mehr als 60 Prozent der WienerInnen leben, gibt es grundsätzlich keine befristeten Mietverträge und dadurch deutlich mehr Planbarkeit und Sicherheit als in anderen Metropolen. 

-Innovation und Qualität: Sichergestellt über die Instrumente Bauträgerwettbewerb, Grundstücksbeirat und das 4-Säulen-Modell (bestehend aus Architektur, Ökologie, Ökonomie, Soziale Nachhaltigkeit).  

-Vorausschauende Planung: Allein der wohnfonds_wien hält zurzeit mehr als drei Millionen Quadratmeter Grund und Boden in Wien, die für den geförderten Wohnbau reserviert sind. 

-Sicherheit durch Stabilität: Die WienerInnen können sich auf die Kontinuität der Wiener Wohnbaupolitik verlassen. Wien steht auf der Seite der MieterInnen und die Tür des geförderten Wohnbaus ist in Wien bewusst auch für die Mittelschicht weit geöffnet, um soziale Durchmischung zu fördern. 

4.353 neue Gemeindewohnungen

Bürgermeister Ludwig und Wohnbaustadträtin Gaal haben heute überdies die konkreten Standorte für 4.353 neue Gemeindewohnungen in attraktiven Wohngebieten der Stadt vorgestellt.

In den vergangenen Jahren wurde intensiv daran gearbeitet, bis Ende 2020 4.000 neue Gemeindewohnungen auf Schiene zu bringen: Dieses Ziel ist jetzt erreicht. Die Projekte befinden sich derzeit in unterschiedlichen Phasen der Vorbereitung und Umsetzung. Auf diese Weise entstehen in den kommenden Jahren in 13 Bezirken auf Grundstücken der Stadt Wien 4.353 neue Gemeindewohnungen. Ein Projekt davon – der „Barbara-Prammer-Hof“ in der Fontanastraße im 10. Bezirk – wird bereits seit Ende letzten Jahres von den neuen MieterInnen bewohnt. Noch heuer werden in Meidling am Emil-Behring-Weg 123 weitere neue Wohnungen fertiggestellt. Mit den Neubauprojekten, die nun Schritt für Schritt bis zur Schlüsselübergabe umgesetzt werden, wird die Erfolgsgeschichte des geförderten Wohnbaus in Wien um ein Kapitel reicher.  

Internationale Bauausstellung Wien 2022

Besonders großen Wert legt die Stadt aber auch darauf, dass das Wiener Wohnbau-Modell auch in Zukunft am Puls der Zeit bleibt. Und genau dafür sorgt die Internationale Bauausstellung Wien – IBA_Wien 2022. Die IBA arbeitet gezielt an Projekten, die sowohl im Neubau als auch in der Gründerzeitstadt innovative Lösungen bieten sollen. Das ist notwendig, weil die Entwicklungen in Metropolen wie Wien tiefgreifend und dynamisch sind. Sie umfassen wirtschaftliche und ökologische Bereiche ebenso wie Veränderungen im Lebensstil der Menschen.

Aufgabe der IBA ist es, leistbares soziales und nachhaltiges Wohnen in Wien im Rahmen von mehr als 100 Projekten weiterzuentwickeln. Im IBA-Schlusspräsentationsjahr 2022 wird die ganze Stadt zum „Showroom“ für heimisches und internationales Publikum. Fast alle IBA-Vorhaben sind dann bereits realisiert und können besichtigt werden. Wer sich schon vorher ein Bild davon machen möchte: Am 8. September öffnet eine große Ausstellung zum Thema „Wie wohnen wir morgen?“ im WEST (ehemaliges Sophienspital im 7. Bezirk) ihre Pforten. Begleitet wird sie von einer ganzen Reihe von Aktivitäten: Baustellenführungen, Diskussionen, Grätzel-Spaziergänge und vieles mehr.

Rahmenprogramm Tag des Wiener Wohnbaus: Infos und Services der Stadt

Zusätzlich zur heutigen Pressekonferenz gibt es auch ein buntes Rahmenprogramm bis einschließlich 9. September rund um den Tag des Wiener Wohnbaus. Bei den rund 50 Veranstaltungen erhalten die WienerInnen neue und spannende Einblicke ins Thema Wohnen und in das Leistungs- und Serviceangebot ihrer Stadt. Mehr Informationen zu Führungen, Vorträgen, Tage der offenen Tür oder Beratungsangeboten im Rahmen des Tags des Wiener Wohnbaus finden sich unter: www.wienwohntbesser.at.