Klimaprojekte für Wien Floridsdorf gesucht

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Symbolbild. Bild: IBP Team 2020.
Symbolbild. Bild: IBP Team 2020.

Ausgewählte Straßen und Plätze in Floridsdorf sollen 2022 zu Orten für temporäre, innovative Klimakonzepte in städtischen Außenräumen werden. Die Ausschreibung richtet sich an lokale wie internationale Teilnehmer*innen, die ihre künstlerischen Projekte und Ideen bis 15. Mai 2021 bei KÖR Kunst im öffentlichen Raum Wien unter office@koer.or.at einreichen können. Die Projekte sollen auf die Folgen der Klimakrise eingehen, Erfahrungen mit der Pandemie aufgreifen und die neue Wichtigkeit öffentlicher Räume thematisieren. Eine mehrköpfige Jury entscheidet bis Ende Juni dieses Jahres, welche Projekte realisiert werden sollen. Insgesamt steht ein Budget von € 450.000 zur Verfügung. Ab Frühjahr 2022 werden die ausgewählten Projekte umgesetzt und in Floridsdorf für maximal ein Jahr präsentiert.

„Wie wir aufgrund der Erfahrungen während der vergangenen langen Monate aber auch in den zurückliegenden immer noch ungewohnt heißen Sommern erkennen mussten, ist morgen längst schon heute. Das Wetter von morgen wie das gesellschaftliche Klima betreffen uns jetzt und mit der Ausschreibung wollen wir Ideen versammeln und umsetzen, die allen Stadtbewohner*innen zugutekommen sollen. Das Thema betrifft alle und die Aufmerksamkeit wie die Vorschläge aller sind hier gefragt. Es geht um große Themen und zugleich um nichts Geringeres als unseren Alltag. Die Projekte in Floridsdorf sollen ausstrahlen und zugleich Anlass geben, einen spannenden Bezirk in Wien zu erleben.“, so die Jury-Vorsitzende Brigitte Felderer. Wir freuen uns auf die Einreichungen zum „Wetter von morgen“.

„Die Bekämpfung der Klimakrise und ihrer Auswirkungen auf uns alle ist die größte Herausforderung unserer Zeit und wir tragen als Gesellschaft eine gemeinsame Verantwortung, diese Krise zu überwinden. Daher müssen wir einerseits an den großen Rädern drehen, um die CO2-Neutralität bis 2040 zu schaffen. Es braucht aber auch die Impulse und die Kreativität der Vielen, um die Auswirkungen der Klimakrise zu bekämpfen – im Kleinen wie im Großen und mit Fokus auf die soziale Frage. Sozialer Klimaschutz bedeutet die beste Lebensqualität für alle, nicht nur für die, die sie sich kaufen können. Ich freue mich auf Projekte, die diesem Gedanken zum Durchbruch verhelfen.“, so Klimastadtrat Jürgen Czernohorszky.

Die Klimaveränderung ist in Wien bereits stark spürbar, hat sich doch die Durchschnittstemperatur in den letzten vier Jahrzehnten um zwei Grad Celsius erhöht. Bis zum Jahr 2100 wird eine weitere Temperatursteigerung von vier Grad prognostiziert.

„Die Gestaltung des öffentlichen Raums ist ein wesentlicher Faktor in Sachen Klimaschutz und auch bei der Klimawandelanpassung. Wir haben in der Vergangenheit schon wesentliche Schritte gesetzt, wie eine Vielzahl von Cooling- Offensiven, auch am Schlingermarkt in Floridsdorf. Aber klar ist, wir müssen uns noch viel mehr anstrengen und ich freue mich auf viele gute Ideen.“, so Innovations- und Planungsstadträtin Ulli Sima.

Vizebürgermeisterin und Wohnbaustadträtin Kathrin Gaal dazu: „Im Bereich des sozialen und geförderten Wohnbaus, aber auch der Sanierung setzt die Stadt seit Jahren wichtige Verbesserungen im Klima- und Umweltschutz. Diese Anstrengungen intensivieren wir weiter. Auch das neue KÖR-Projekt. Das Wetter von morgen‘ soll mit innovativen Ideen und Konzepten dazu beitragen, die hohe Lebensqualität in Wien zu erhalten und auszubauen. “

Der Klimawandel wirkt sich nicht nur auf das Wetter aus, sondern ebenso auf das gesellschaftliche Klima. So wird es immer wichtiger, Außenräume als Erweiterung des Wohnraums zu gestalten und als Freiräume nutzbar zu machen. Sie sollen vor Hitze schützen, als Kommunikationsorte dienen und Erholung bieten, winters wie sommers.

„Öffentlicher Raum muss immer auch als Ort der gesellschaftspolitischen und kulturellen Auseinandersetzung verstanden werden. Wenn Künstlerinnen und Künstler in ihren Arbeiten Themen wie Klimawandel und Umweltschutz verhandeln, dann eröffnen sie uns allen ganz neue und wichtige Perspektiven. Es freut mich aber auch, dass neben Künstler*innen ebenso interessierte Bewohner*innen eingeladen sind, ihre Ideen und Konzepte für Floridsdorf zu präsentieren.“, so die Stadträtin für Kultur und Wissenschaft Veronica Kaup-Hasler.

Der 21. Bezirk (Floridsdorf) ist zwar grün, manche Straßen im Zentrum sind aber dicht bebaut und die Oberflächen versiegelt, was dazu beiträgt, dass Niederschlagswasser schneller abläuft und die Verdunstungskälte geringer ausfällt.

Bezirksvorsteher Georg Papai freut sich auf die Vorzeigeprojekte: „Umwelt und Klimaschutz sind gerade in einem pulsierenden Bezirk wie Floridsdorf sehr wichtige Themen, wie es sich auch in unserem aktuellen Bezirksbudget widerspiegelt. Ich begrüße und unterstütze daher dieses Kulturprojekt als eine Möglichkeit, auch auf diesem Sektor über herkömmliche Muster und Strukturen hinauszudenken und lade alle kreativen Köpfe ein, Ideen und Denkanstöße zu entwickeln, die zu einer qualitätsvollen Aufwertung des Floridsdorfer Bezirkszentrums beitragen.“

Die Aufgabe von KÖR Kunst im öffentlichen Raum Wien ist die Belebung des öffentlichen Raums der Stadt mit permanenten und temporären künstlerischen Projekten.
www.koer.or.at