
Der Sommer ist auch die Zeit der Freiluftkonzerte. Hauptspielort in Wien ist die Donauinsel bei der Floridsdorfer Brücke: Speziell das viertägige ,Donauinsel Open Air‘, das neue Elektronik-Open-Air-Festival ,Isle of Summer Vienna‘ und die Afrika-Tage sorgen heuer für massive Beschwerden wegen Lärmbelästigung.
Vorweg: Es geht nicht um das legendäre Donauinselfest. Heuer eine Woche später erst im Juli ausgetragen, gab es keine Beschwerden. Das änderte sich schlagartig beim ,Donauinsel Open Air‘. An zwei Wochenenden wurde ganz Floridsdorf mit 80er- und 90er-Musik beschallt. Wobei weniger mit Musik, als „mit dröhnenden Bässen“, etc., so die Kritik. Selbst Anrainer in mehreren Kilometern Entfernung – Strebersdorf, Stammersdorf, Langenzersdorf und sogar Gerasdorf – berichteten über eine massive Beeinträchtigung. „Unerträglich nervig. Sogar im hinteren Bereich der Wohnung war ohne Ohropax nicht an Schlaf zu denken“, war noch einer der höflichen Kommentare.
- Auf dem Areal der Donauinsel wurden 2023, 2025 & 2026 je zehn Veranstaltungen genehmigt, 2024 waren es 13, so die MA36. Das gesamte Donauinselfest gilt etwa als eine Veranstaltung.
- Die Veranstaltungen ,Donauinsel Open Air 2026‘ und ,Isle of Summer Vienna 2026‘ wurden laut Wiener Veranstaltungsgesetz bis 23 Uhr und bis 70 dB(A) bewilligt.
- Eine Begrenzung der Anzahl der Veranstaltungen besteht bei den lauteren Veranstaltungen mit zehn Tagen pro Jahr. Veranstalter haben die im Gesetz vorgegebenen Sperrzeiten einzuhalten.
- Bei den Veranstaltungen finden regelmäßig Kontrollen statt, außerdem müssen die Veranstalter begleitende Messungen durchführen. Bei Überschreitungen werden Verwaltungsstrafverfahren durchgeführt.
- Das Wiener Veranstaltungsgesetz 2020 sieht hinsichtlich Bässen einen Maximalwert im Publikumsbereich von 118 dB(C), vor. Es wurden bei den Bässen aber niedrigere Werte vorgeschrieben.
Die MA36, sie genehmigt Veranstaltungen, zu den Beschwerden: „Dass der Lärm in manchen Bereichen der Stadt lauter zu hören war, könnte an der Windrichtung gelegen sein. Die Erfahrungen mit den Veranstaltungen im heurigen Jahr werden in die Beurteilung von zukünftigen Projekten einfließen.“ Allerdings bestätigt auch die MA36, eine signifikante Anzahl an Beschwerden bekommen zu haben. Mögliche Hebel für die Zukunft: Sperrstunde um 22 Uhr, Basseinschränkungen, etc.. Gut möglich, dass bei den Problemveranstaltungen einfach nur die Anlage schlecht eingestellt war.
Auch bei Bezirksvorsteher Georg Papai ist das Problem aufgeschlagen, ebenso bei seiner Kollegin im 20. Bezirk, Christine Dubravac-Widholm (beide SPÖ). Im Oktober soll es einen Gipfel mit der MA36 und Grundbesitzern geben. Papai: „Besonders die tieffrequenten Bassfrequenzen wurden von Vielen als erhebliche Belastung empfunden. Die Anliegen der Anrainer müssen künftig noch stärker berücksichtigt werden.“ Zur Erklärung: Bässe breiten sich in der Entfernung intensiver aus, als Höhen. Deswegen kommt oft nur ,BummBumm‘ und keine Musik an.
Und die FPÖ will mit einem Antrag in der Bezirksvertretung ebenfalls Details erfragen. FPÖ-Bezirksrat Karl Mareda: „Wir wollen auch wissen, wie die Interessen von Erholungssuchenden und der Naturschutz berücksichtigt werden. Werden Alternativstandorte geprüft?“
Klar ist, es wird 2027 nicht weniger Konzerttermine geben: Für das Donauinsel Open Air werden bereits Tickets verkauft. -Hannes Neumayer












