Leopoldauer Platz: Gedenktafel für das ehemalige Gemeinde-Markthaus

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Leopoldauer Gemeinde Markthaus um 1910. Bild: Bezirksmuseum 21.
Leopoldauer Gemeinde Markthaus um 1910. Bild: Bezirksmuseum 21.

„Haus Nummer 20 fehlt!“ – So könnte der Titel eines am Leopoldauer Platz spielenden mystischen Thrillers lauten. Der Direktor des Floridsdorfer Bezirksmuseums, Bezirksrat Ferdinand Lesmeister, kennt die Lösung des vermeintlichen Rätsels. Infolge von Umbauarbeiten im Jahre 2019 wurden die Erinnertungstafeln entfernt und im Bezirksmuseum Floridsdorf aufbewahrt. Nun konnten nach Fertigstellung der Bauarbeiten die Gedenktafeln wieder an derselben Stelle der Fassade befestigt werden.

Die Vorgeschichte: Georg Töller, Amtmann im Unteren Werd, schenkte im Jahre 1453 sein Lehenhaus in Leopoldau der Gemeinde mit der Bedingung, dass hier für immerwährende Zeiten die Armen des Ortes aufgenommen werden sollten. Was in den folgenden Jahrhunderten in einfachen Behausungen der Fall war. 1842 wurde im klassizistischen Stil das Gemeinde-Markthaus mit der Nummer 20 neu errichtet.

Ein Zimmer für die Armen hieß im neuen Haus die „Altstube“. Bis 1868 wurden hier immer wieder die Armen aufgenommen. Hier wurden wahrscheinlich zuerst die Kinder unterrichtet und im Jahre 1901 auch der erste Kindergarten eröffnet. Bis zum Jahre 1904 war das Gebäude Sitz der bis dahin selbständigen Gemeindevertretung von Leopoldau. Am Giebel des Hauses war das Wappen von Leopoldau angebracht.

1970 wurde das Haus abgebrochen, um für die neue Siedlung „Großfeld“ eine Verbindungsstraße zu errichten. Zur Erinnerung an das Markthaus wurde von Bezirksvorsteher Otmar Emerling im Jahre 1978 an der Fassade des nebenstehenden Hauses Leopoldauer Platz 19 eine Gedenktafel mit dem Wappen von Leopoldau und folgender Einschrift enthüllt:

LE O P O LD A U E R W A P P E N
DEN GIEBEL DES EHEMALIGEN GEMEINDE – MARKTHAUSES, DAS HIER BIS 1970 STAND, ZIERTE DAS WAPPEN DER BIS 1904 SELBSTÄNDIGEN GEMEINDE LEOPOLDAU WELCHES HIER ZUR ERINNERUNG NACHGEBILDET WURDE. BEZIRKSMUSEUM FLORIDSDORF

Infolge von Umbauarbeiten im Jahre 2019 wurden die Tafeln entfernt und im Bezirksmuseum Floridsdorf aufbewahrt. Nun konnten nach Fertigstellung der Bauarbeiten die Gedenktafeln wieder an derselben Stelle der Fassade befestigt werden.

Bezirksvorsteher Georg Papai (links) mit Museumsdirektor Ferdinand Lesmeister. Bild. BV21.
Bezirksvorsteher Georg Papai (links) mit Museumsdirektor Ferdinand Lesmeister. Bild. BV21.

„Floridsdorf ist bekannt für die dörfliche Identität seiner Ortskerne. Das sichergestellte und nun wieder angebrachte Wappen ist ein Mosaikstein in der Geschichte Floridsdorf“, sagt Bezirksvorsteher Georg Papai. „Ich danke allenehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Bezirksmuseums für ihren Beitrag, diese Geschichte lebendig zu halten.