Neue Kleingärten in Floridsdorf?

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Kleingartenwohnhäuser. Symbolbild: PID/Halada.
Kleingartenwohnhäuser. Symbolbild: PID/Halada.

Die Stadt Wien stoppt den Verkauf von Kleingartenhäusern, die im Eigentum der Stadt stehen. Das wird diese Woche im Gemeinderat beschlossen. Ausgenommen sind bis Jahresende Anlagen, in denen bereits 80% der Kleingärten in Privatbesitz sind. Ebenfalls ausgenommen bis Jahresende sind alle, die noch vor 31. Jänner Ausgaben für einen Verkauf (z.B. Vermessung) getätigt haben. Nicht betroffen sind ÖBB-Anlagen, etc.

Laut Wohnbau-Stadträtin Kathrin Gaal wurden von 1993 bis Ende 2020 insgesamt 5.363 Kleingärten verkauft. Für 10 Jahre sicherte sich die Stadt Wien ein Vorkaufsrecht, danach können die Besitzer frei verkaufen. Noch besitzt die Stadt Wien 13.805 Kleingärten. Gaal: „Grund und Boden wird in urbanen Räumen immer wertvoller und gilt heute zurecht als das Gold der Städte. Um die Nutzung dieser beliebten Grünoasen auch für kommende Generationen zu garantieren und um etwaige Spekulation aufgrund steigender Bodenpreise frühzeitig zu verhindern, sollen die städtischen Kleingärten ab nun im Besitz der öffentlichen Hand bleiben.“

Allerdings laufen derzeit auch Vorplanungen, ob in Wien auch neue Flächen für neue Kleingartenanlagen freigegeben werden. Das bestätigt auch der Floridsdorfer Gemeinderat und Leiter des Kleingartenbeirates Gerhard Spitzer (SPÖ): „Ja, das ist durchaus möglich. Wir sehen uns Flächen an, die in Frage kommen könnten. Auch in Floridsdorf.“ Konkrete Beispiele will Spitzer nicht nennen, es geht um Flächen, die sich für keine andere Nutzung empfehlen.

Ihm ist aber auch klar: „Das Wohnmodell Kleingärten ist ein schwieriges, es muss aber dennoch machbar sein.“ Möglich wäre auch eine vorübergehende kleingärtnerische Nutzung. Oder eine im ursprünglichen Sinn von ‘Schrebergärten’. Also weniger Betonung auf die Wohnnutzung, als auf Gemüse- und Obstanbau.

Die FPÖ kritisiert das Verkaufsverbot, weil das Angebot so noch geringer werden würde. Sie will die Rechmäßigkeit des Verkaufsstopps überprüfen lassen. In einem eigenen Kleingartenprogramm fordern die Freiheitlichen 8.000 neue Kleingartenparzellen in Flächenbezirken bis 2025. FPÖ-Klubobmann Karl Mareda kann sich „eine Erweiterung nahe der Ödenburger Straße oder beim Langen Feld in Leopoldau“ vorstellen. -H.N.