Neues Zentrum für Kinderkultur: 3500 m2 für ZOOM und Kinderliteratur in Floridsdorf

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Stadt Wien begründet neues Zentrum für Kinderkultur: 3500 m2 für ZOOM und Kinderliteratur in Floridsdorf. Bild: Verein ZOOM Kindermuseum.
Stadt Wien begründet neues Zentrum für Kinderkultur: 3500 m2 für ZOOM und Kinderliteratur in Floridsdorf. Bild: Verein ZOOM Kindermuseum.

In Floridsdorf erfüllt sich nun ein lang gehegter Wunsch, für Kinder mehr Orte des gemeinsamen kulturellen Erlebens und Begegnens zu schaffen: In der Schloßhofer Straße in unmittelbarer Nähe des Floridsdorfer Bahnhofs im bald ehemaligen AMS-Standort begründet die Stadt Wien einen neuen Standort für Kinderkultur, der im Frühjahr 2027 eröffnet werden soll. Das Haus mit 3.500 m2 Nutzfläche wird einen zweiten Standort für das ZOOM Kindermuseum sowie ein Zentrum für Kinderliteratur beherbergen.

Schon seit mehreren Jahren suchte die Stadt aus Gründen der Nachhaltigkeit ein geeignetes Bestandsobjekt, um das Angebot des ZOOM Kindermuseums für Kinder und Familien erweitern und ausbauen zu können. Ein bestehendes Gebäude in der Schloßhofer Straße 16-18, bis Jahresende als AMS-Jobcenter genutzt, hat das räumliche Potenzial, um nach umfassender Sanierung und Adaptierung zusätzlich auch einen Ort für Kinderliteratur zu etablieren.

Ort des Empowerments, der Offenheit und des Willkommens

 Durch Generalsanierung und Umbau wird das 1997-1999 errichtete Gebäude zukunftsweisend zu einem Kulturbau mit Ausstrahlung transformiert; gleichzeitig wird das Haus für seine neuen jungen Besucher*innen zu einem Ort des Empowerments, der Offenheit und des Willkommenseins werden. Inklusion, Mehrsprachigkeit und Diversität sind in der Kulturarbeit beider Institutionen wesentliche Pfeiler: Kultur ist für alle Kinder dieser Stadt da – unabhängig vom kulturellen und sozialen Hintergrund!

 Kinder und Jugendliche sollen in einem der bevölkerungsstärksten Randbezirke Wiens, nördlich der Donau die niederschwellige Möglichkeit bekommen, die Welt der Kunst und den Kosmos des Lesens, der durch Bücher eröffnet wird, kennenzulernen. Das ZOOM will in Floridsdorf auf bewährte spielerische und interaktive Weise Kindern und Jugendlichen Begegnungen mit Kunst, Kultur, Medien und Wissenschaft ermöglichen; das kinderliterarische Zentrum soll für jungen Menschen einen einfachen, altersadäquaten und emotional positiv erlebten Zugang zu Büchern und Medien schaffen. Gut an den öffentlichen Verkehr angebunden, ist dieses Angebot auch für Familien aus ganz Wien attraktiv.

Präsentation eines neuen Standorts für Zoom Kinderkultur, mit Vizebürgermeister Christoph Wiederkehr, Kulturstadträtin Veronica Kaup-Hasler und Bezirksvorsteher Georg Papai. Bild: Votava/PID.
Präsentation eines neuen Standorts für Zoom Kinderkultur, mit Vizebürgermeister Christoph Wiederkehr, Kulturstadträtin Veronica Kaup-Hasler und Bezirksvorsteher Georg Papai. Bild: Votava/PID.

 Veronica Kaup-Hasler, Amtsführende Stadträtin für Kultur und Wissenschaft: „Wenn es gelingt, dass Kinder sich für Kultur wie Wissenschaft spielerisch begeistern und zu leidenschaftlichen Leser*innen entwickeln, dann ist dies die beste Investition in die Zukunft unserer Gesellschaft. Deswegen ermöglicht die Stadt Wien mit diesem Zentrum für Kinderkultur Leseabenteuer und die Entdeckung von Kunst und Experiment. Denn Kultur öffnet einen Raum, in dem Kinder erfahren, dass die Welt und die Gesellschaft in einem Miteinander und durch Kreativität, Neugierde und Fantasie gestaltet werden kann.“

 Vizebürgermeister, Jugend- und Bildungsstadtrat Christoph Wiederkehr: „Unser Ziel ist, Wien zur kinderfreundlichsten Stadt der Welt zu machen. Eine Stadt, in der Kinder nicht nur mitgestalten, sondern auch maßgeblich mitentscheiden können. Partizipation ist unser Leitprinzip! Wir benötigen innovative Methoden und Formate, nicht nur in Schulen und Kindergärten, sondern auch in Bereichen, wo Kunst, Literatur und Wissenschaften vermittelt werden. Genau das wird das Kinderkulturhaus als niedrigschwelliges Angebot mit Spiel, Innovation und Digitalisierung bieten.“ 

Georg Papai, Bezirksvorsteher Wien Floridsdorf: „Floridsdorf ist ein familienfreundlicher Bezirk mit vielen Bildungseinrichtungen. Die neue Institution für Kinderkultur ist daher hier sehr gut aufgehoben und als Aufwertung und Abrundung des bestehenden Angebots herzlich willkommen. Auch der Standort selbst ist eine gute Wahl, liegt er doch im unmittelbaren Nahbereich des Floridsdorfer Bahnhofs und ist auch durch tangentiale Straßenbahnlinien mit unserem Nachbarbezirk gut öffentlich verbunden: insgesamt ein wichtiger Impuls in Sachen Kinderkultur für den Norden Wiens.“ 

Mag.a Andrea Zsutty, Direktorin des ZOOM Kindermuseums: „Wir freuen uns sehr, im Vorfeld des 30jährigen Geburtstags des ZOOM Kindermuseums, die Arbeit an einem zweiten Standort aufnehmen zu können. Es ist Teil unseres Selbstverständnisses ein Ort zu sein, der allen Kindern der Stadt offensteht. Dank dieser bemerkenswerten, den Stellenwert von Kultur für Kinder unterstreichenden Initiative der Stadt Wien, gibt es nun die große Chance, zusammen mit den Kolleg*innen der Kinderliteratur einen zeitgemäßen und lebendigen Begegnungsort mit Kunst, Literatur, Wissenschaft, Forschung, Medien und Spiel für die Kinder dieser Stadt zu entwickeln.“  

Mag.a Karin Haller, Geschäftsführerin der kidlit medien GmbH: „Das geplante kinderliterarische Zentrum möchte ein Ort der Begegnung für alle sein: Für die Kinder, die schon gerne lesen und für diejenigen, die bisher noch keinen Zugang zu Büchern gefunden haben. In Veranstaltungs- und Kreativräumen sowie auf großzügigen Ausstellungsflächen soll Buchvermittlung ‚mit Hand, Herz und Hirn‘ stattfinden. Wir wollen zeigen, wieviel Spaß die Auseinandersetzung mit Kunst machen kann – darin treffen wir uns hervorragend mit unseren Kulturpartner*innen vom ZOOM.“ 

Nachhaltiger Kulturbau

Das Gebäude verfügt nach Sanierung und Adaptierung über rund 3.500 m2 Nutzfläche auf fünf Ebenen. Neben den eigenen Programmflächen gibt es ein gemeinsames Foyer und gemeinsam genutzte Flächen für befruchtende Kooperationen. Infrastrukturell ist das Haus durch seine Lage zwischen Bahnhof Floridsdorf, Schloßhofer Straße und Rechter Nordbahngasse hervorragend angebunden.  

Bei den Sanierungs-, Um- und Ausbauaktivitäten durch den Baurechtsnehmer, die ARWAG, steht das Thema Nachhaltigkeit entsprechend der „Smart Climate City Strategie“ der Stadt Wien im Mittelpunkt.  Nachnutzung von Bestandsgebäuden sowie Anbindung an den öffentlichen Verkehr sind Kernstücke nachhaltiger Architektur und Stadtentwicklung. Durch Sanierung und Umbau wird die im Gebäude gespeicherte „graue Energie“, also jene Energiemenge, die einst für die Errichtung des Gebäudes aufgewendet wurde, größtenteils erhalten. Die thermische Sanierung verlängert den Lebenszyklus des Gebäudes beträchtlich, zusätzlich wird ein zeitgemäßes Energiekonzept mit Photovoltaikanlage, Anbindung an Fernwärme und modernisierter Gebäudetechnik zur Nachhaltigkeit des Gebäudes beitragen. 

Einsparung von 600 Tonnen CO2

Der Verzicht auf einen Neubau auf unversiegelter Fläche reduziert den CO2 -Abdruck um 50 Prozent. Konkret werden durch die Anpassung des Bestands rund 600 Tonnen CO2 eingespart, das entspricht dem durchschnittlichen jährlichen CO2 -Ausstoß von 480 Klein-Pkws (bei einer Fahrleistung von 15.000km/Jahr). 

Der Baubeginn ist mit Anfang 2025, die Übergabe an die Nutzer*innen mit Mitte 2026 geplant. Im Frühjahr 2027 soll das Haus mit den Programmschienen ZOOM und kinderliterarisches Zentrum den vollen Betrieb aufnehmen. 

Zweiter Standort für das ZOOM Kindermuseum

Der zweite Standort für das ZOOM in Floridsdorf ermöglicht in einem der größten und bevölkerungsstärksten Bezirke Wiens noch mehr Kindern ein interaktives Kulturangebot, das an ihren unmittelbaren Lebensrealitäten anknüpft. Die Expertise, die das ZOOM in 30 Jahren Kindermuseum gewonnen hat, fließen ebenso in die Neukonzeption des Standorts ein wie die Erkenntnisse, die bei den Outreach-Angeboten mit dem ZOOM-Mobil überall in der Stadt gewonnen wurden. Das Programmangebot wird auf die demografischen Veränderungen Wiens reagieren und einen sozialen Ort der Begegnung für Kinder, Jugendliche und ihre Familien schaffen. Unterschiedlichste Communities sind eingeladen, gemeinsam mit den ZOOM Vermittler*innen über Kunst, Kultur, Wissenschaft und Forschung nachzudenken und zu experimentieren.

 Begleitet und angeleitet von ZOOM Vermittler*innen können Erfahrungsräume mit unterschiedlichen Themensetzungen entdeckt werden. Labor- und Atelierangebote ermöglichen kreatives, kollaboratives Arbeiten und die Begegnung mit bildenden Künstler*innen und Wissenschaftler*innen. Hands-on Stationen lassen die ganze Familie spielerisch in künstlerisch gestalteten Themenräume eintauchen und in einer Studiosituation werden Inhalte zu Digitalisierung und Medienkompetenz gemeinsam bearbeitet, erlebt und kritisch hinterfragt. Bei alldem liegt der Fokus immer darauf, Kinder bei ihrem Selbstermächtigungsprozess und in ihrer Selbstwirksamkeit zu unterstützen und zu fördern.  

Ort für Kinderliteratur stellt Spaß am Lesen, Schreiben und Kreativität ins Zentrum

Das neue kinderliterarische Haus in Floridsdorf ermöglicht jungen Menschen, ihren Eltern und Vermittler*innen einen einfachen, altersadäquaten und insbesondere emotional positiv erlebten Zugang zu Büchern, Texten und Medien. Im Mittelpunkt steht der Spaß – am Lesen, Vorlesen, Schreiben, Diskutieren, an eigener Kreativität und Fantasie. Das Kinderliteraturhaus wird ein Ort der Begegnung, Motivation und Inspiration für Kinder mit verschiedensten kulturellen und sozialen Hintergründen sein, der Literatur und Lesen als soziale Praxis für alle begreift, wo gemeinsam erlebt wird, wieviel Spaß Lesen machen kann, der Lesebedürfnisse weckt und damit neue Lesende gewinnt.  

Mit einer Vielzahl von unterschiedlichen Veranstaltungen, Aktionen und partizipativen Angeboten wird es zum Inspirationsort, an dem Kinder bis zu 14 Jahren anhand von Büchern (nicht nur in deutscher Sprache), Texten und Bildern eine Erweiterung ihrer Welt erfahren. Bücher und Geschichten fördern Fantasie und Spracherwerb, gewähren Einblicke in die Gedanken anderer und steigern durch den angeregten Perspektivenwechsel Toleranz, eigenständiges Denken und die Fähigkeit zur Empathie. Neue Welten werden entdeckt, kritische Fragen aufgeworfen und der Bezug zum eigenen Leben hergestellt. Ziel des neuen Zentrums ist es auch, zu vermitteln, dass Lesen eine Form kultureller Teilhabe ist, die gemeinsam mit anderen geteilt und erlebt werden kann.