Paul Stich ist so etwas wie der Shooting Star der Floridsdorfer Politik. Vor eineinhalb Jahren noch einfacher Bezirksrat, sitzt der 28-Jährige nicht nur als jüngster SPÖ-Abgeordneter im Nationalrat – er wurde dort unlängst zum Wohnbausprecher der Sozialdemokraten.
Stich war bereits Chef der Sozialistischen Jugend Österreichs und ab 2020 Jugend-Bezirksrat in Floridsdorf. Er ist quasi Berufspolitiker. In den Nationalrat schaffte er es Ende 2024 auch als deklarierter Babler-Unterstützer auf Platz 9 der Bundesliste seiner Partei.
Stich ist definitiv nicht der Typ ruhiger unauffälliger Hinterbänkler – quirlig trifft es wohl eher. Er diskutiert auf Facebook mit Freund und Feind, warum ihm von seinem 6.359,- Euro Nettogehalt am Ende 2.950,- bleiben. Man kann über seine Homepage eine Parlamentsbesichtigung oder eine Einladung „auf ein Getränk Deiner Wahl in meinem Heimatbezirk Floridsdorf“ buchen.
Die SPÖ hat ihn sogar schon in die ZIB2 geschickt, zweifellos das schwierigste Interview-Pflaster der Republik. Im Duell mit Leo Lugner (FPÖ) reüssierte er.
Der Ur-Floridsdorfer – er wuchs in der Schwarzlackenau auf, besuchte das Schulschiff auf der Donauinsel und studiert(e) Deutsch und Geschichte – arbeitete als Museumsführer im Waschsalon des Karl-Marx-Hofes sowie beim SOS-Kinderdorf. Vor sechs Wochen löste er Elke Hanel-Torsch (neue Wohnbau-Stadträtin) als Wohnbausprecher der SPÖ im Nationalrat ab. Er will einen klaren Schwerpunkt auf leistbaren Wohnraum – auch mit Blick auf die Herausforderungen im eigenen Bezirk setzen: „Gerade in unserem stark wachsenden Bezirk sehen wir tagtäglich, wie wichtig leistbares Wohnen ist. Es darf etwa nicht sein, dass junge Menschen in Floridsdorf nicht von zu Hause ausziehen können, weil es am Geldbörsel der Eltern scheitert.“
Nach der Regulierung der Mieten – sowohl im geregelten als auch im ungeregelten Bereich – sowie der Anhebung der Mindestbefristung, will er den Fokus auf den Ausbau des gemeinnützigen Wohnbaus sowie auf verstärkten Mieterschutz legen.
Abseits der politischen Bühne bleibt Paul Stich – für Gemeinde- wie Nationalräte nicht immer selbstverständlich – in seinem Heimatbezirk aktiv. Etwa mit der „Floridsdorfer Küche“: Bei gratis Essen im Schlingerhof (Bürgerlokal der SPÖ Floridsdorf, Brünner Straße 34-38) „soll das ein niederschwelliger Treffpunkt sein, der Menschen zusammen-bringt – unabhängig von Herkunft, Alter oder Einkommen“. In wirtschaftlich schwierigen Zeiten wird der Andrang bei ,Essen kostenlos für alle‘ von Mal zu Mal größer. Ausgabe 7 und 8 besuchten über 100 Leute, Ausgabe 9 findet am 19. Juni (17 Uhr) statt. Das Anliegen dahinter? Stich: „Leistbares Leben für alle.“ -H.N.













