Parkpickerl und Öffis werden teurer

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Typisches Bild bei der Unterführung Schloßhofer Straße: Warten auf die Straßenbahn. Bild: Fotostudio Vodicka.
Typisches Bild bei der Unterführung Schloßhofer Straße: Warten auf die Straßenbahn. Bild: Fotostudio Vodicka.

Alle Parkscheine werden um 30% erhöht, was bedeutet, dass sich die Kosten pro halbe Stunde unabhängig vom Parkschein um 40 Cent erhöhen. Das Parkpickerl wird um 3 Euro pro Monat angehoben – von 10 auf 13 Euro. Es wird von einem Jahres- auf einen Monatsbetrag umgestellt. Auch die Öffi-Preise steigen: Mit 1. Jänner 2026 wird die Jahreskarte auf 467 Euro erhöht.

„Eine Erhöhung der Parkgebühren ab 1. Jänner 2026 ist unverzichtbar, um den steigenden Kosten der städtischen Infrastruktur gerecht zu werden und die angestrebten Budgetziele zu erreichen. Seit Jahren wurden die Gebühren nicht an die Inflation (VPI) angepasst, wodurch wichtige Einnahmen ausblieben.“, heißt es in einer Aussendung der Stadt Wien. Finanzstadträtin Barbara Novak erklärt, dass „die Anhebung der Parkgebühren um 30% ein unverzichtbarer Beitrag zur finanziellen Stabilität ist. Mir ist bewusst, dass hinter jeder Zahl eine Leistung steht und hinter jeder Leistung auch Menschen, die von diesen Maßnahmen betroffen sind. Wir gewährleisten damit aber eine nachhaltige, faire und wirtschaftlich verantwortungsvolle Parkraumbewirtschaftung.“

Die Erhöhung der Parkstrafen ab 1. Jänner 2026 ist ein wichtiger Schritt, um für mehr Sicherheit und Ordnung im Straßenverkehr zu sorgen. Durch konsequente Ahndung von Falschparken werden gefährliche Situationen entschärft, Gehwege und Rettungswege freigehalten und der Verkehrsfluss verbessert. Eine klare, faire Regelung schafft zudem Verlässlichkeit und fördert ein respektvolles Miteinander im urbanen Raum Die Mehreinnahmen aus den angepassten Parkgebühren und Strafzahlungen spielen eine zentrale Rolle für die wirtschaftliche Stabilität Wiens. So werden nicht nur die Rahmenbedingungen für Wirtschaftswachstum verbessert, sondern auch die Lebensqualität.

Neue Tarifstruktur im Wiener Öffi-Angebot langfristig ab

Mit 1. Jänner 2026 wird die Jahreskarte auf 467 Euro erhöht. Wer sich für die digitale Version entscheidet, erhält ein Jahr lang einen Rabatt von 6 Euro, bezahlt somit 461 Euro und fährt mit 1,26 Euro pro Tag durch das gesamte Öffi-Netz der Stadt. Damit liegt die Anpassung deutlich unter der kumulierten Inflation der vergangenen 13 Jahre, die bei 37 % liegt. Doch Wien orientiert sich an der Erhöhung des Klimatickets auf Bundesebene, das – am 01.01.2026 – seit der Einführung 2021 in nur knapp über vier Jahren bereits um 27,85 % erhöht worden sein wird. Im Zuge der Anpassung werden auch die Tarife der Kurzzeit- und Langzeittickets moderat angepasst. Der digitale Kauf lohnt sich. Er ist umweltfreundlicher und günstiger, was direkt an die Fahrgäste der Wiener Linien weitergegeben wird. Für digitale Einzelfahrscheine und Kurzzeitnetzkarten gibt es eine permanente Preisreduktion von 5%.

2012 wurde das Jahresticket von 449 Euro auf 365 Euro gesenkt, seither ist der Preis – trotz genereller Teuerungen und Inflation – unverändert geblieben. Somit hat sich jede*r Jahreskartenbesitzer*in in den letzten 13 Jahren – durch die jährlichen Zuschüsse in Milliardenhöhe seitens der Stadt Wien – über 2.000 Euro erspart. Nur zum Vergleich: In London kostet die Jahreskarte für die Zonen 1–4 ganze 3.030 Euro, in Paris 976,80 Euro, in Stuttgart 881 Euro und in Zürich 858,50 Euro. „Obwohl die Öffi-Preise für Kund*innen der Wiener Linien seit 2012 konstant niedrig geblieben sind, wurde das Angebot stark ausgebaut. Im Vergleich zu 2012 umfasst das Öffi-Netz in Wien 36 zusätzliche Linien und rund 190 Kilometer zusätzliche Linienkilometer“, so Mobilitätsstadträtin Ulli Sima.

So wird ab dem 1. Jänner 2026 eine reguläre Einzelfahrt digital 3 Euro kosten, ermäßigt sind es 1,50 Euro. Das 24-Stunden-Wien-Ticket kostet digital künftig 9,70 Euro, das 7-Tage-Wien-Ticket 25,20 Euro. Das 31-Tage-Wien-Ticket digital kostet künftig 65,20 Euro.

Einführung Jahreskarte Jugend und Spezial

Neben der Vollpreisvariante gibt es schon jetzt die ermäßigte Jahreskarte für Senior*innen ab 65 Jahren. Die neue Tarifstruktur beschert nun zwei weitere ermäßigte Jahreskarten: die Jahreskarte Jugend für alle unter 26 Jahren und die Jahreskarte Spezial für Menschen mit Behinderungen. Die Jahreskarte Jugend ist für alle jungen Menschen erhältlich, unabhängig davon, ob sie studieren, in Ausbildung sind oder arbeiten. Gleichzeitig wird ein Anliegen vieler Studierender umgesetzt: Sie benötigen statt vier nur mehr ein einziges Ticket, um das ganze Jahr über mit den Wiener Öffis unterwegs zu sein. Das Top-Jugendticket bleibt weiterhin bestehen. Der Preis für alle drei ermäßigten Jahreskarten liegt für alle Kund*innengruppen bei 300 Euro pro Jahr bei Einmalzahlung bzw. 315 Euro bei monatlicher Abbuchung.

Um in Zukunft noch besser planen zu können, haben die Wiener Linien gemeinsam mit der Stadt Wien beschlossen, ab 1. Jänner 2027 die Tarife jährlich zu valorisieren. Damit ziehen die Wiener Linien gleich mit dem VOR, den ÖBB und dem KlimaTicket.

Fahren ohne gültiges Ticket ist kein Kavaliersdelikt – Mehrgebühr wird angehoben 

Auch die Mehrgebühr, die beim Fahren ohne gültiges Ticket zu erbringen ist, wird angepasst. Denn Fahren ohne Ticket ist kein Kavaliersdelikt – es ist unsolidarisch. Ab 1. Jänner 2026 erhöht sich die Gebühr auf 135 Euro bei sofortiger Zahlung sowie auf 145 Euro bei Zahlung per Erlagschein.