Die intensiven Planungen laufen – in Kürze soll der Radweg auf der Brünner Straße dem Bezirksparlament präsentiert werden. Die Floridsdorfer Zeitung hat alle Infos zum programmierten Aufreger des Jahres 2026.
Der Abschnitt vom Spitz bis zur Katsushikastraße wird die Gemüter zu mehr als 100 Prozent erhitzen. Der Zweirichtungsradweg wird 2026 (stadtauswärts gesehen) auf der rechten Seite gebaut und verlängert den heuer fertig gestellten Radweg auf der Floridsdorfer Hauptstraße und Am Spitz. Er wird etwa 2,60 Meter breit. Von der Floridsdorfer Brücke besteht dann ein durchgehender Radweg an der Klinik Floridsdorf vorbei bis zur Shuttleworthstraße. Das Bild oben zeigt einen Entwurf der Grünen von 2021, der wohl gar nicht so weit von der Reakität entfernt ist.
Das geht in einigen Abschnitten nicht ohne Parkplatzverlust. Nach dem Schlingermarkt und beim Eisgeschäft werden wohl alle Stellplätze wegfallen. An neuralgischen Stellen wie dem Lötsch-Hof oder bei Ordnungsnummer 52 (Firma Drei) muss grundsätzlich noch Platz gefunden werden. Im Mai 2026 könnte Baustart sein.

Mit einem Minus von gesamt etwa 60 Parkplätzen ist zu rechnen. Schon beim ersten Plan vor Jahren hat es viele Rückmeldungen gegeben, dass der Gehsteig nicht schmäler werden soll, berichtet Bezirksvorsteher Georg Papai (SPÖ). Katharina Graber, Bezirksobfrau für Floridsdorf der Wirtschaftskammer Wien: „Der Plan für den Zweirichtungsradweg würde den Wegfall von rund 70 Parkplätzen und betroffene Ladezonen bedeuten und die ansässigen 82 Unternehmer enorm treffen. Deshalb haben wir im Rahmen der Verhandlungen Einspruch eingelegt. Wir hoffen, gemeinsam mit der Stadt Wien eine gute Lösung zu finden.“

Auf der gegenüberliegenden Straßenseite der inneren Brünner Straße sind Baumpflanzungen und Gehsteigvorziehungen angedacht. Auch das Stück von der Katsushikastraße bis zur Karl-Schäfer-Straße wird noch optimiert und in einen Zweirichtungsradweg umgewandelt.
„Wenn schon ein Zweirichtungsradweg, dann mit vier Meter Breite wie auf dem ‚Radhighway‘ Wagramer Straße!“, merkt Bezirksrat Erwin Tóth (Grüne) an. Denn „ein qualitativ hochwertiger, baulich gut umgesetzter Radweg kann die Gesamtsituation auf einer stark befahrenen Straße spürbar verbessern“.

FPÖ-Gemeinderat Wolfgang Irschik kritisiert, dass „zu befürchten ist, dass die neuen Radwege einmal mehr auf Kosten des motorisierten Individualverkehrs gehen. Das bedeutet die nächste Parkplatzvernichtung in Floridsdorf ist beschlossene Sache. Einen Mehrwert für die Bürger und die Wirtschaftstreibenden im Bezirk schließe ich aus.“

Papai meinte bei der Präsentation des Radwegprogramms für den 21. Bezirk: „Man kann ohne Übertreibung sagen, dass die Radweg-Offensive in Floridsdorf nicht nur ein großer Schritt zur Unterstützung der sanften Mobilität ist, sie wird auch das Erscheinungsbild des Bezirkszentrums entscheidend verändern.“ -Hannes Neumayer













