Radwege: Leopoldauer Straße fertig, Brünner Straße startet fix 2026

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Ulli Sima, Bezirksvorsteher von Floridsdorf Georg Papai und Angelika Pipal-Leixner, Mobilitätssprecherin NEOS Wien. Copyright: Stadt Wien/Christian Fürthner.
Ulli Sima, Bezirksvorsteher von Floridsdorf Georg Papai und Angelika Pipal-Leixner, Mobilitätssprecherin NEOS Wien. Copyright: Stadt Wien/Christian Fürthner.

Im Februar 2024 wurde die Radwegeoffensive Floridsdorf gestartet. Die Bilanz: Floridsdorfer Hauptstraße, Spitz, Prager Straße, Scheydgasse und zuletzt Leopoldauer Straße und Thayagasse sind fertig. Fix: 2026 starten der Bau des Radweges Brünner Straße und auch der Kilmahighway.

„Die bisherige Bilanz der Radwegeoffensive Floridsdorf kann sich sehen lassen! Viele Radweg-Projekte der Offensive, die 2024 gestartet wurde, wurden bereits umgesetzt, etwa der neue Zwei-Richtungs-Radweg in der Floridsdorfer Hauptstraße und auch die Prager Straße und die Angerer Straße erhielten eine sichere Radverbindung“, bilanziert die zuständige Staträtin Ulli Sima. 2025 ging es weiter mit vielen großen und kleineren Projekten – von den neuen Radwegen auf der Leopoldauer Straße bis hin zum gemischten Geh- und Radweg entlang der neuen Natur- und Kunstoase am Mühlschüttel.

Teilweise war der Weg mit chaotischen Baustelleneinrichtungen ein steiniger. Und vor allem die Verkehrsberuhigung am Beginn der Prager Straße mit einer de facto Einbahnführung bezirkeinwärts sorgt bis heute nicht nur für Begeisterung. Diese Umgestaltung wird man erst im Frühsommer beurteilen können. Dann werden mehrer Lokale in der Prager Straße Schanigärten haben und auch das Gloria Theater hat ab März wieder geöffnet. Übrigens: Was sich manche Wiener Behörden bei der Gestaltung eines Schanigartens anmassend einmischen, ist unfassbar (aber eine andere Geschichte)!

Unbestritten ist: Floridsdorf ist seinen Status als wienweites ,Armutschgerl‘ in Sachen Radwege nun los. Der neue Radweg in der Leopoldauer Straße ist zum bisherigen planerischen Albtraum der Nullerjahre für alle Verkehrsteilnehmer ein echter Quantensprung. „Gemeinsam mit dem Bezirk haben wir uns hier einiges vorgenommen und auch schon viel geschafft etwa mit den neuen Einrichtungsradwegen auf der Leopoldauer Straße. Besonders wichtig ist mir auch immer, für zusätzliche Begrünung zu sorgen und so freue ich mich besonders, dass wir im Zuge der Projekte auch viele neue Bäume gepflanzt haben, allein in der Floridsdorfer Hauptstraße sind es 50, in der Leopoldauer Straße 17 zusätzlich Bäume!“, so Mobilitätsstadträtin Ulli Sima. 

Leopoldauer Straße: 625 Meter komfortabel radeln

Plan Radweg-Offensive Floridsdorf. Mobilitätsagentur/ZOOM.VP.
Plan Radweg-Offensive Floridsdorf. Mobilitätsagentur/ZOOM.VP.

Bezirksvorsteher Georg Papai zieht ebenfalls positive Bilanz: „Man kann ohne Übertreibung sagen: Die Radwegoffensive in Floridsdorf ist nicht nur ein wichtiger Schritt zur Förderung der sanften Mobilität – sie bringt am Ende allen etwas. Denn moderne Radwege bedeuten mehr Sicherheit, mehr Lebensqualität und oft auch mehr Begrünung. Ein Paradebeispiel ist die Leopoldauer Straße: Hier habe ich die meisten Rückmeldungen erhalten, dass der Sicherheitsabstand zwischen motorisierten und nicht-motorisierten Verkehrsteilnehmernn oft nicht eingehalten wird. Genau deshalb war klar: Hier braucht es eine Lösung! Eine klare Trennung des Radverkehrs vom motorisierten Individualverkehr bringt mehr Sicherheit für Radfahrer und gleichzeitig mehr Effizienz für die Nutzer des öffentlichen Verkehrs. Wer schon einmal mit dem Bus hinter einem Radfahrer im engen Mischverkehr festgesteckt ist, weiß, wovon ich spreche. Diese Entflechtung macht den Unterschied – für alle.“

In der Leopoldauer Straße wurden auf beiden Seiten je 640 Meter lange, baulich getrennte Ein-Richtungs-Radwege errichtet. Sie verlaufen zwischen Angerer Straße und Katsushikastraße. Zusätzlich zu neuen Grünflächen mit Hochstammsträuchern und 17 neuen Bäumen wurde „besonders Wert darauf gelegt, gesunde Bestandsbäume zu erhalten“. Neugestaltete Kreuzungsbereiche machen die Leopoldauerstraße sicher für alle Verkehrsteilnehmenden. Über die Angerer Straße gibt es die ebenfalls schon fertig gestellte Radweganbindung an die Brünner Straße und über Pius-Parsch-Promenade und verkehrsberuhigte Schleifgasse zum Bahnhof Floridsdorf bzw. zum Schlingermarkt.

Fix: 2026 kommt Radweg auf der inneren Brünner Straße

2026 soll auf der Brünner Straße – stadtauswärts gesehen – auf der rechten Seite bis zur Katsushikastraße ein Zwei-Richtungs-Radweg entstehen. Das wurde vom zuständigen Büro von Stadträtin Sima nun der Floridsdorfer Zeitung besatätigt. Um zu sehen, dass dafür an den meisten Stellen derzeit nicht wirklich Platz ist, muss man kein studierter Verkehrsplaner sein. Die allerletzten Detailplanungen laufen hinter den Kulissen. Am Beginn der Brünner Straße, beim Eisgeschäft und nach dem Schlingermarkt werden wohl alle Stellplätze wegfallen. An neuralgischen Stellen wie dem Lötsch-Hof oder bei Ordnungsnummer 52 (Firma Drei) muss grundsätzlich noch Platz gefunden werden. Im Mai 2026 könnte Baustart sein.

Im Bezirk bemüht man sich, nicht alle Parkplätze zu verlieren. Mit einem Minus von gesamt etwa 60 Parkplätzen ist zu rechnen. Schon beim ersten Plan vor sieben Jahren hat es viele Rückmeldungen gegeben, dass der Gehsteig nicht schmäler werden soll, berichtet Bezirksvorsteher Georg Papai (SPÖ). Katharina Graber, Bezirksobfrau für Floridsdorf der Wirtschaftskammer Wien: „Der Plan für den Zweirichtungsradweg würde den Wegfall von rund 70 Parkplätzen und betroffene Ladezonen bedeuten und die ansässigen 82 Unternehmer enorm treffen. Deshalb haben wir im Rahmen der Verhandlungen Einspruch eingelegt. Wir hoffen, gemeinsam mit der Stadt Wien eine gute Lösung zu finden.“ Der Einspruch der WKW wurde bereits abgelehnt.

Auf der gegenüberliegenden Straßenseite der inneren Brünner Straße sind Baumpflanzungen und Gehsteigvorziehungen angedacht. Auch das Stück von der Katsushikastraße bis zur Karl-Schäfer-Straße wird noch optimiert und in einen Zweirichtungsradweg umgewandelt. Details gibt es hier.

Klima-Highway: Erster Abschnitt bald fertig! Weiterbau in Etappen

Der „Klima-Highway“ ist die geplante Umgestaltung der ehemaligen Bundesstraße B232 in eine klimafitte Route für umweltfreundlichen Verkehr – auf einer Länge von etwa sechs Kilometern soll in den nächsten Jahren eine durchgängige Rad- und Fußwegverbindung entstehen. Der Baustart erfolgte heuer entlang der Richard-Neutra-Gasse von Siemensstraße bis Felmayergasse. Die vorhandenen Mehrzweckstreifen werden von einem komfortablen und sicheren Zwei-Richtungs-Radweg abgelöst. Dieser wird durch einen zwei Meter breiten Grünstreifen von der Fahrbahn getrennt und dadurch besonders sicher – auch Familien mit Kindern können so die Fahrt genießen! 26 neue Bäume mit automatischer Bewässerung sorgen für Schatten und Kühlung in den heißen Monaten. In der Richard-Neutra-Gase wurde bereits gebaut, beim Stück zwischen Satzingerweg und Leopoldauer Straße müssen noch Grundstücksprobleme gelöst werden.

NEOS-Mobilitätssprecherin Angelika Pipal-Leixner: „Die Erfolge der Radwegeoffensive in Floridsdorf, insbesondere die Schaffung komfortabler und sicherer Radverbindungen wie in der Leopoldauer Straße und die wichtigen Lückenschlüsse, zeigen, dass wir als rot-pinke Stadtregierung konsequent die Mobilitätswende vorantreiben. Mehr sichere Rad-Infrastruktur und Projekte wie der ‚Klima-Highway‘ sind entscheidend, um Wien als Klimahauptstadt zu stärken. Es ist großartig zu sehen, dass sich diese Anstrengungen auszahlen und der Radverkehrsanteil stetig wächst.“

Überblick: Radwegeoffensive in Floridsdorf

Thayagasse: Mit dem Rad von Wien nach Niederösterreich

Ein grenzübergreifendes Projekt war 2025 der Lückenschluss in Thayagasse und Pinkagasse. Zwischen Iselgasse und dem bereits errichtet Geh- und Radweg entlang der niederösterreichischen Seyringer Straße entstand eine komfortable, neue Radverbindung, die nunmehr eine reibungslose Fahrt von Wien nach Niederösterreich ermöglicht.

Thayagasse und Pinkagasse bekommen, wie auch schon die niederösterreichische Seyringer Straße, einen 3 Meter breiten, komfortablen Geh- und Radweg mit einer Länge von rund 550 Metern. Stadteinwärts geht es dann auf der bestehenden Radverbindung weiter zur U1 Leopoldau.

Autokaderstraße und Julius-Ficker-Straße: Wichtige Lückenschlusse

350 Meter Radinfrastruktur stehen außerdem in der Julius-Ficker-Straße zwischen Kürschnergasse und Adolf-Loos-Weg kurz vor der Fertigstellung. Damit wird eine weitere Lücke im Radverkehrsnetz der Stadt geschlossen und eine komfortable und sichere Verbindung zwischen Floridsdorf und Donaustadt geschaffen. Sieben neue Bäume in der Julius-Ficker-Straße und drei neue Bäume in der Kürschnergasse werden Schatten spenden, während ein neuer Mikrofreiraum sowie zwei Trinkhydranten zum Aufenthalt einladen.

Um die Erreichbarkeit der S-Bahnstation Strebersdorf und des Marchfeldkanals mit dem Rad zu verbessern, wurde im Anschluss an den 2024 gebauten neuen Radweg in der Scheydgasse auch in der Autokaderstarße ein neuer baulich getrennter Radweg bis zur Einzingergasse errichtet. Der komfortable Zwei-Richtungs-Radweg zwischen Einzingergasse und Scheydgasse ist 330 Meter lang. Ein neuer Schutzweg über die Einzigergasse bietet außerdem eine Verbesserung für den Fußverkehr, der nun sicher und schnell die Straße kreuzen kann.

Radweg durch die neue Kunstoase am Mühlschüttel

Mit der neuen Kunst- und Naturoase am Mühlschüttel, kuratiert von Österreichs Universalkünstler Andre Heller, ist Wien um eine Attraktion reicher: Zwischen Wiesen, Bäumen und der Alten Donau lädt der Park auf 28.000 m² dazu ein, 14 zeitgenössische Kunstwerke internationaler Künstler*innen zu entdecken. Im Zuge der Errichtung des neuen Mühlschüttelparks wurde entlang der Uferpromenade auch ein neuer, rund 440 m langer Geh- und Radweg gebaut, der die Radverbindung entlang der Oberen Alten Donau aufwertet.

2024 brachte neue Radwege auf Floridsdorfer Straße, Angerer Straße und Scheydgasse

Bereits 2024 umgesetzt wurden im Rahmen der Radoffensive Floridsdorf u.a. ein 420 m langer, komfortabler Zwei-Richtungs-Radweg auf der Floridsdorfer Hauptstraße von Am Spitz bis zur Matthäus-Jiszda-Straße, der hier die schmalen Einrichtungsradwege durch einen ersetzt hat. Zugleich wurden hier 50 neue Bäume für mehr Schatten und Kühlung gepflanzt. Auch in der Angerer Straße ist auf 465 m Länge ein Zwei-Richtungs-Radweg entstanden, und zwar von der Brünner Straße bis zur Leopoldauer Straße. Dieser schließt nun an den neuen Radweg in der Leopoldauer Straße an. Entlang der Scheydgasse wurde auf 825 m zwischen Lohnergasse und Autokaderstraße ein Zweirichtungsradweg errichtet und Kreuzungen daran angepasst. Weiter bis zur Marksteinergasse geht dieser in einen Geh- und Radweg über. Im nächsten Jahr geht es weiter mit Radoffensive Floridsdorf! Die Planungen dazu laufen.

Die Zahl der Radlerinnen in Wien nimmt stetig zu. So ist der Anteil der Wege, die per Rad zurückgelegt werden, im Jahr 2024 auf 11 % gestiegen (im Jahr 2019 waren es 7 %), wie die Modalsplit-Erhebung 2024 zeigt.