Schwimmen, Radeln & Laufen für den Olympia-Traum

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Tanja Stroschneider. Bild: Lilge.
Tanja Stroschneider. Bild: Lilge.

Nimmt eine Floridsdorferin an den Olympischen Spielen im Sommer in Paris teil? Die Triathletin Tanja Stroschneider gibt in ihren drei Disziplinen Vollgas, um den Sprung auf den Olympia-Zug noch zu schaffen.

„Ich bin nah dran, aber es ist eine große Herausforderung, die WM-Rennen im Frühjahr in Abu Dhabi, Cagliari und Yokohama werden den Ausschlag geben“, sieht die 33-Jährige ihre Olympia-Chancen realistisch. Zur Zeit ist sie Nr. 81 der Weltrangliste und somit zweitbeste Österreicherin hinter Lisa Perterer (59.). Im entscheidenden Olympia-Ranking sieht es als rotweißrote Nummer 3 auf Platz 112 nicht ganz so gut aus.

Eine Olympia-Quali wäre ein kleines Wunder. Vor drei Jahren sagten ihr die Ärzte nach einer Bandscheibenoperation: „Den Leistungssport kannst vergessen, wir werden die Wirbelsäule verschrauben müssen!“ Beim Bundesheer oder Polizei wurde sie wegen eines Hörfehlers an einem Ohr gar nicht genommen.

Aber die Floridsdorferin ist eine Kämpferin: Damals war sie Nr. 440 in der Weltrangliste des Olympischen Triathlons (1,5km Schwimmen, 40km Radfahren, 10km Laufen), jetzt Nr. 81. Anhand dieses Kriteriums ist die Floridsdorferin überhaupt Wiens beste Sportlerin quer über alle Sportarten.

Tanja Stroschneider. Bild: Peter Baumnann.
Tanja Stroschneider. Bild: Peter Baumnann.

Um das Olympia-Ziel zu erreichen, reiste Tanja im Jänner allein nach Kenia in die Heimat der Wunderläufer, um dort mit einem Höhentraining an ihrer Laufleistung zu arbeiten. Danach geht’s zwei Monate nach Südafrika. Stroschneider: „Im Winter ist das Radtraining in Österreich schwer möglich, ich brauche das Höhentraining und auch starke Trainingspartner und kann nicht unter schlechteren Bedingungen trainieren als die anderen Weltklasse-Triathleten.“

Der Aufwand für ihr Training in drei Disziplinen ist mit 25 bis 40 Stunden pro Woche extrem. Für die Olympiaquali geht sie „all in“: Andere Hobbys sind mehr oder weniger gestrichen, mehr als 70 Flüge zu Wettkämpfen sind geplant. Die spärliche Zeit daheim verbringt sie mit der Familie und ihren beiden Hunden Jamie und Kira. „Entweder ich schaffe es oder ich lasse es bleiben und mache Hobbytriathlons“, meint die zielstrebige Athletin.

Den Olympiatraum zu finanzieren ist eine eigene Herausforderung. Zahlende Sponsoren gibt’s kaum, nur einige Kooperationspartner, einen kleinen Teil der Wettkampfreisen finanziert der Verband: „In der kurzen Saisonpause im Winter stehe ich bis zu acht Stunden am Tag in der Schwimmhalle, um Schwimmstunden zu geben und damit etwas dazuzuverdienen. Das geht leider auf Kosten der Regeneration, aber sonst ginge es gar nicht.“

Tanja Stroschneider. Bild: Lilge.
Tanja Stroschneider. Bild: Lilge.

In Wien hat sie nicht einmal die Möglichkeit ihr Schwimmtraining zu absolvieren, deshalb pendelt sie täglich ins Happyland in Klosterneuburg. Um für Sponsoren attraktiver zu sein, ist Tanja Stroschneider auf Instagram (111.000 follower) aktiv. Neben interessanten Einblicken in ihr Training und ihr Leben als Profisportlerin bietet sie konkrete Tipps zu Training, Sporternährung und mit dem sonntäglichen ,Q & A‘ steht sie ihren Followern auch Rede und Antwort. Rede und Antwort stehen wird Tanja Stroschneider als Olympiastarterin hoffentlich noch viel öfter müssen.