Stammersdorf: Runder Tisch soll unsere Weinfeste retten

1750
Bezirksvorsteher Georg Papai. Fotos: Gregor Neupert.
Bezirksvorsteher Georg Papai. Fotos: Gregor Neupert.

Wenig überraschend gab es im Sommer keine Weintage in Stammersdorf und auch die Stürmischen Tage sind abgesagt. Im Hintergrund wird aber an einer Rettung der im 21. Bezirk so beliebten Weinfeste gearbeitet. Bezirksvorsteher Georg Papai beruft im Oktober einen ‘Runden Tisch’ mit allen Beteiligten ein.

Wie exklusiv berichtet, wird das jetzige Weinfeste-Team des Vereins ‘Lebenswertes Floridsdorf’ Mailüfterl, Weintage und Stürmische Tage nicht weiter organisieren. Nach dem DFZ-Bericht haben sich Viele bei Obmann Gerhard Spitzer gemeldet: Freiwillige Floridsdorfer, die bei Veranstaltungen mithelfen wollen, aber auch mehrere Gruppen (u.a. Ex-Organisatoren des Christkindl-Marktes), die die
Feste austragen wollen.

Stein

Dass unsere Stammersdorfer Weinfeste nicht sterben sollen – da sind sich alle einig. Weniger einig ist man sich, wer was dafür beitragen soll. Deshalb wird Bezirksvorsteher Georg Papai (SPÖ) für den Oktober einen Runden Tisch einberufen: „Dann werden wir sehen, wer echtes Interessse hat, die Weinfeste zu retten und auch anzupacken. Und wer nur jammert und Sprüche klopft.“

Dass man solche Feste auch in Wien bei erschwerten Rahmenbedingungen austragen kann, beweist der Neustifter Kirtag, der Mitte August wieder stattgefunden hat. Bislang konnten die Feste in Stammersdorf nur mit viel freiwilligem, persönlichem und relativ überschaubarem finanziellen Aufwand gestemmt werden. Budget für alle drei Veranstaltungen gemeinsam: Circa 100.000 Euro. In schwierigen Zeiten viel Geld. Für drei Dreitagesfeste mit jeweils 25.000 Besuchern dennoch eine fast lächerlich geringe Summe. Ein Teil kommt von lokalen Sponsoren, ein Teil von Werbepartnern aus dem Umfeld der Stadt Wien.

Gerade jene, die am meisten profitieren, die Heurigenbetriebe, zahlen mit maximal 500 Euro pro Fest und Betrieb relativ wenig in die Kassa ein. In Neustift können sie zum Vergleich eine Null hinten anhängen. Stammersdorfs Weinbau-Obmann Leopold Klager schließt die Durchführung der Feste von den Winzern selbst dezidiert aus: „Wenn ein Veranstalter, der organisatorisch eng mit dem Rathaus verbunden ist, die Weinfeste nicht derhebt, weil es in Wien so viele Vorschriften gibt, wie soll es ein kleiner Weinbauverein in Stammersdorf schaffen?“

Sabine Helm  (rechts). Bild: Chillipictures.
Sabine Helm (rechts). Bild: Chillipictures.

Heurigenwirtin Sabine Helm (Bild oben) ist es „nicht wurscht“, dass es derzeit keine Weinfeste in Stammersdorf gibt: „Natürlich soll es weitergehen. Aber als Weinbauverein können wir die Kosten für Absperrungen, Rettung, etc. unmöglich stemmen. Leider wäre das in Niederösterreich viel leichter – Wien ist anders.“ Das nicht alle Heurigenbetriebe bei den Festen mit an Bord sind, bedauert auch sie: „Leider ist das so. Das liegt auch daran, dass wir nie gefragt wurden, ob wir Ideen haben, was wir gerne anders machen würden. Deshalb finde ich, der ‘Runde Tisch’ ist eine super Idee!“

Auch Georg Papai ist optimistisch, dass es weiter Weinfeste in Stammersdorf geben wird: „Gemeinsam schaffen wir das!“ -Hannes Neumayer

Bezirksvorsteher Georg Papai. Fotos: Gregor Neupert.
Bezirksvorsteher Georg Papai. Fotos: Gregor Neupert.

Alles zum Umbau der Stammersdorfer Kellergasse – Hier lesen!

Neben den Jedlersdorfern (Lentner, Bernreiter, Christ) und den Strebersdorfern (Schilling, Strauch) bekommen auch die Stammersdorfer Heurigenbetriebe regelmäßig Auszeichnungen: Das Genuss-Magazin Falstaff hat „Helmut Krenek am Weingut Göbel“ am Ende der Kellergasse vor dem Wieninger zum besten Heurigen des Landes gewählt. Markus Klager wurde mit seinem Zweigelt 2022 Landessieger. Sechs Prozent der 44,4 km2 Fläche von Floridsdorf sind Weinanbaufläche.