Streifzug durch die Schulgeschichte

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Gerald Pichowetz. Bild: Gloria Theater.
Gerald Pichowetz. Bild: Gloria Theater.

Meine lieben „Fluaridsduafa“! Ich hoffe, Ihr hattet einen einigermaßen angenehmen und erholsamen Sommer. Es gab ja weder die angedrohten 50 Krügerl im Schatten, noch wiederholte sich das „Jahr ohne Sommer“ von 1816, sodass wir durchaus von einem zwar witterungsmäßig gemischten, aber überlebbaren Sommer sprechen können. Unwetter gehören leider auch zum Sommer dazu und bringen so immer wieder schlimme Folgen mit sich.

Aber nun steht wieder einmal der Schulbeginn an! Und auch der bringt zumindest manchem Schüler nicht ausschließlich Freude. Wie sieht eigentlich die Entstehung des Schulwesens auf dem Gebiet unseres Heimatbezirkes aus?

Zunächst war das Unterrichten von Kindern in keiner Weise reguliert, jeder konnte „Lehrer“ sein, oftmals waren es Gastwirte, die ja auch über die geeigneten Räumlichkeiten verfügten. Die „Theresianische Allgemeine Schulordnung“ vom 6. Dezember 1774 bereitete schließlich den Boden für die Entstehung von Schulen im heutigen Sinn. So konnten 1795 in der Floridsdorfer Hauptstraße durch Herrn Lehrer Johannes Nunk die ersten Kinder des Schreibens, Lesens und Rechnens fachlich versiert kundig gemacht werden. Von dieser provisorischen Stätte übersiedelte man am 1. September 1805 in das neu erbaute Gebäude in der Schlosshofer Straße.

Was die Schulverwaltung betrifft, so wurde 1805 die politische Schulverfassung erlassen, sowie im Jahr 1855 das Konkordat Österreichs mit dem Vatikan abgeschlossen, welches die Volksschulen zu konfessionellen Anstalten machte, in denen jeder Lehrer und jeder Schüler der jeweiligen Konfession anzugehören hatte. Dies wurde durch das Staatsgrundgesetz vom 25. Mai 1868 und durch das Reichsvolksschulgesetz vom 14. Mai 1869 wieder aufgehoben, und seither sind Schulen interkonfessionell und unterstehen organisatorisch ausschließlich dem Staat, sei es bundesstaatlich oder landesmäßig.

Nach 1805 entstanden nach und nach im heutigen Bezirksgebiet immer mehr Volks- und Bürgerschulen, später auch Gymnasien. Aktuell werden in Floridsdorf 28 Volks-, 14 Mittelschulen, 7 AHS, 3 Berufsbildende Schulen, sowie 4 weitere Schulen mit speziellen Ausbildungen aufgelistet.

Lernen endet aber bekanntlich nicht mit dem Schulaustritt, weshalb ich Euch allen viele interessante Weiterbildungsstunden wünsche!
Euer Gerald Pichowetz