Streifzug nach Alpiltowe

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Gerald Pichowetz. Bild: Gloria Theater.
Gerald Pichowetz. Bild: Gloria Theater.

Meine lieben „Fluaridsduafa“!
Mit bis in die Jungsteinzeit zurückverfolgbaren Spuren ist Leopoldau vermutlich das älteste Siedlungsgebiet in unserem Heimatbezirk. Erstmals schriftlich erwähnt wurde der Ort allerdings erst um 1120, als Herzog Leopold der Freigiebige diesen dem Stift Klosterneuburg zum Geschenk machte. Im Saalbuch des Stiftes ist der Ortsname „Alpiltowe“ zu lesen.

In den folgenden Jahrhunderten hatten die Bewohner mit verheerenden Hochwässern, Feuersbrünsten, einer Heuschreckenplage, der Pest, sowie mit mehreren zerstörerischen Einfällen von Hussiten, Türken, Ungarn und Franzosen zu kämpfen. Aber immer wieder wurden mit unbeugsamem Glauben die Schäden beseitigt und der Ort wieder aufgebaut.

Über die nach mehreren Wandlungen endgültige Entstehung des heute noch bestehenden Namens habe ich Euch bereits einmal berichtet. Die Eipeldauer Straße erinnert an die vorletzte dieser Namensänderungen, die auch in Joseph Richters „Briefe eines Eipeldauers an seinen Herrn Vettern in Kakran über d’ Wienerstadt“ in der Literaturgeschichte verankert bleibt. Es war eine lange Reise von Alpiltowe über Altentowe, Alpeltow, Apoltau und Eypeltau.

1894 schlossen sich Leopoldau, Floridsdorf, Jedlesee und Neu-Jedlersdorf zur Großgemeinde Floridsdorf zusammen. Als 1904 die Eingemeindung in die Stadt Wien anstand, welche dem damaligen Wiener Bürgermeister Lueger unter anderem wegen drohender Konkurrenz durch einen geplanten Hafen in Floridsdorf ein wichtiges Anliegen war, widersetzten sich besonders die Leopoldauer Bauern dem Plan. Lueger musste mehrmals persönlich Besprechungen führen, um die Vorteile darzulegen.

In neuerer Zeit war die wichtigste Entwicklung die Entstehung der Großfeldsiedlung, deren Einzelschicksale der großartige, zeitweilig in Leopoldau ansässige Karl Hodina gemeinsam mit Walter Pissecker im Lied „Mir hams mein Schrebergarten gnommen“ beschrieben hat.
So viel für diesmal aus Eurem schönen Floridsdorf. Bleibt mir gesund, Euer Gerald Pichowetz.