
Die Stadt Wien muss sparen und hat ihre Zuschüsse für die Bezirksbudgets mit dem Stand des laufenden Jahres eingefroren. In Floridsdorf gibt es dennoch ein Rekord Bezirksbudget von 45 Millionen (2025: 36 Millionen). FPÖ, KPÖ und Team HC haben dagegen gestimmt.
Während in anderen Bezirken die Budgets sinken, sollen die Sparmaßnahmen für die Menschen in Floridsdorf derzeit – zumindest in Sachen Bezirksbudgets – keine Auswirkungen haben. Der Bezirk hat in den letzten Jahren so hohe Rücklagen gebildet, dass alle Projekte für 2026 sicher auf Schiene sind. Andere Bezirke geben ihre Rücklagen quasi schon im laufenden Budget aus.
Für 2026 sieht der Entwurf Einnahmen von € 23.791.400,- vor. Dazu kommt ein sattes Polster aus der sogenannten Bezirksrücklage von € 21.049.769,50. In Summe sind das stolze € 44.841.169,50. Auf der Ausgabenseite stehen € 45.160.500,-. Das ist ein Plus von 25 % eggenüber dem Budget 2025. Auf den ersten Blick also mehr Ausgaben als Einnahmen, aber der Schein trügt. Da dem Bezirk vor allem aus der Schulsanierung mit Ende des Jahres Förderungen rückvergütet werden, steht am Ende auch bei diesem Budget wieder ein dickes Plus. – Ein Umstand, den auch weite Teile der Opposition positiv sahen und ein Grund für eine breite Zustimmung.
In der Bezirksvertretungssitzung vom 10. Dezember 2025 hat nun die Floridsdorfer Bezirksvertretung den Bezirksvoranschlag 2026 mit deutlicher Mehrheit beschlossen. Nur FPÖ, KPÖ und Team HC stimmten dagegen. Eine Einigkeit, die erfreulich ist, aber für den Vorsitzenden des Finanzausschusses, Bezirksrat Visar Iseni nicht überraschend kommt: „So ein Bezirksbudget wird nicht über Nacht aus dem Hut gezaubert. Dem geht Reihe von Beratungen voraus, bei der traditionellerweise alle Fraktionen im Bezirk eingebunden wurden.“
Info: Bezirksrücklage. Für viele Maßnahmen gibt es für den Bezirk eine Förderung der Stadt Wien. Beispiel: Der 2025 umgebaute Kreisverkehr bei der Draugasse. Gesmatkosten sind etwa 238.500,- Euro. Der Straßenbau kostet 212.667,81, davon werden 40 % gefördert. Die gesamte Fördersumme eine Jahres wird am 31. Dezember dem Bezirk überwiesen bzw. gut geschrieben. Der 21. Bezirk ist dabei eine seltene Ausnahme: Denn die meisten Bezirke haben jenen Betrag, der erst überwiesen wird, schon in das laufende Budget eingerechnet und eigentlich ausgegeben. Ihr Bezirksvorschlag weist also ein ordentliches Minus auf. Übrigens ist das Floridsdorfer Budget 2025 höher als in der Donaustadt. Spitzenreiter ist aber Favoriten mit 50 Millionen. Im 8. Bezirk sind es nur 7,7 Millionen Euro.
„Wir haben in den letzten Jahren gut und vorausschauend gewirtschaftet. Dadurch konnten wir ausreichend Rücklagen bilden, um auch in dieser schwierigen Gesamtsituation den hohen Standard zu halten und weiterhin in neue Vorhaben investieren zu können. Trotz des Einfrierens der Einnahmen seitens der Stadt Wien auf den Stand von 2025 müssen keine für das kommende Jahr geplanten Projekte aus finanziellen Gründen verschoben werden“, kommentiert Bezirksvorsteher Georg Papai das beschlossene Budget.
Rekordbudget: Die Details
Mehr als die Hälfte des Budgets, nämlich € 23.992.800,-, entfällt 2026 auf die Erhaltung der allgemeinbildenden Pflichtschulen. Für die Kindergärten sind wie schon im Vorjahr € 2.700.000,- verplant. Damit präsentiert Floridsdorf das größte Bildungsbudget aller Zeiten.
Schwerpunkt Straßenbau, Licht und Schulwegsicherheit
Für den Straßenbau stehen wieder rund 6 Millionen Euro zur Verfügung. „Davon werden zum Beispiel notwendige Sanierungen, Verbesserungen bei Unfallschwerpunkten, Maßnahmen zur Beschleunigung des Öffentlichen Verkehrs und zur Schulwegsicherung finanziert“, erläutert Bezirksvorsteher Georg Papai.
Zur Sicherheit auf den Straßen gehören auch die Straßenbeleuchtung und Verkehrslichtsignalanlagen. Für die „elektro- und lichttechnische Verkehrsregelung und -sicherung“, wie es „fachchinesisch“ heißt, sind 2026 Ausgaben in Höhe von fast 1,9 Millionen Euro budgetiert.
Weitere Investitionen in die Naherholung
In den letzten Jahren hat Floridsdorf seine Ausgaben für Klimaschutz und Naherholung laufend erhöht. 2026 sind ca. 4,4 Millionen Euro für Park- und Gartenanlagen sowie Kinderspielplätze reserviert! Und es wird weiter in klimawirksame Maßnahmen zur Reduktion von urbanen Hitzeinseln und Baumpflanzungen an diversen Straßen investiert.
„Gerade in finanziell herausfordernden Zeiten zeigt sich die Stärke der dezentralen Struktur, die den Bezirken weitgehende Handlungsautonomie gibt. Mit unseren Investitionen setzen wir konsequent und erkennbar unsere Arbeit für die Menschen und mit den Menschen, für ein lebenswertes, familienfreundliches Floridsdorf fort“, fasst Bezirksvorsteher Georg Papai das Budget 2026 in einem Satz zusammen.













