Samstag, 7. März, 2026
Start 2/2026 Von Floridsdorf in den Volleyball-Olymp

Von Floridsdorf in den Volleyball-Olymp

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Volleyball-Asse Ronja und Dorina Klinger. Bild: zVg.
Volleyball-Asse Ronja und Dorina Klinger. Bild: zVg.

Unbemerkt von der Öffentlichkeit hat sich Floridsdorf zum Beachvolleyball Hotspot Österreichs entwickelt. Das liegt zum einen am MaXX-Sportcenter in Jedlersdorf, Stützpunkt des rotweißroten Nationalteams. Zum anderen an ,The Klingers‘: Ronja und Dorina Klinger sind mittlerweile eines der weltbesten Duos in ihrem Sport und Olympia-Hoffnung für Los Angeles 2028.

Warum Floridsdorf für die beiden seit etwa fünf Jahren Lebensmittelpunkt ist? Ronja: „Wenn du Beachvolleyball in Österreich professionell betreiben willst, musst du nach Wien, weil es nicht überall Hallen für den Winter gibt.“ Und im Sportcenter am Beginn der Jedlersdorfer Straße gibt es gleich drei Indoor-Sandplätze, vergleichbar mit einer Tennishalle.

So landeten Ronja (25) und Dorina (28), in sozialen Medien als ,The Klingers‘ unterwegs, in Floridsdorf, wohnen auch hier. In Kärnten geboren, in der Steiermark aufgewachsen, die Eltern Betreiber einer Skischule, war eine ganz andere sportliche Karriere vorgezeichnet: „Wir waren schon mit zwei Jahren im Sport und mit sieben im Leistungssport. Im Winter Skifahren, im Sommer Leichtathletik“, erinnert sich Dorina im Gespräch im Cafe am Schlingermarkt. Nach 14 intensiven Jahren vom Skifahren wegzugehen und mit Beachvolleyball zu starten, „war auch für die Eltern emotional schwierig“.

Seit 2019 beim Bundesheer, schafften es die beiden quirrligen Beute-Floridsdorferinnen 2025 mehrmals ins Viertelfinale der World Tour und somit auf Platz 5. In der von Brasilianern und US-Amerikanern dominierten Weltrangliste ging es bis auf Platz 9.

Dafür ist ein Trainingsumfang von sechs Stunden pro Tag mit neun Beachvolleyball-Trainingseinheiten in der Woche, plus Ausdauer, Schnellkraft, Sprungkraft, Explosivität, Mentaltraining und Sportpsychologie nötig.

Ronja Kliner. Bild: zVg.
Ronja Kliner. Bild: zVg.

Nach dem Trainingscamp in Teneriffa werden die Schwestern in der Saison zwischen März und November zu Jetsettern: Turniere in Mexiko, zweimal Brasilien, Tschechien, Deutschland, Schweiz, Österreich, USA, Südafrika, Australien. Traumhaft, oder? Ronja: „Es klingt cooler als die Realität ist: Wir sehen hauptsächlich Sandplätze und Hotelzimmer. Und dazwischen kämpfen wir mit Jetlags.“

Als Schwestern jeden Tag gemeinsam zu verbringen sehen beide – trotz Ronjas nicht ganz so ausgeprägter Pünktlichkeit – als Vorteil: „Wir kennen uns seit 25 Jahren, die arme Dorina muss mich also schon lange aushalten“, lacht Ronja. Dorina ergänzt: „Wir sind charakterlich ganz verschieden, das zeichnet uns aus, und ist unsere Stärke.“

Die Klingers auch als Teil der Kampagne für mehr Sichtbarkeit von Frauensport mit dem Slogan ,Wären wir Brüder, würdet ihr uns kennen‘. Foto: Österreichische Lotterien / win2day / j.ehn.
Die Klingers auch als Teil der Kampagne für mehr Sichtbarkeit von Frauensport mit dem Slogan ,Wären wir Brüder, würdet ihr uns kennen‘. Foto: Österreichische Lotterien / win2day / j.ehn.

Stark waren die Klingers auch als Teil der Kampagne für mehr Sichtbarkeit von Frauensport mit dem Slogan ,Wären wir Brüder, würdet ihr uns kennen‘. Motivation: „Obwohl Frauen dieselben Leistungen erbringen und Geschichte im Sport schreiben, bekommen sie nur einen Bruchteil der Aufmerksamkeit. Das wollen wir sichtbar machen.“

Und stark sollen auch die nächsten zweieinhalb Jahre werden: Top-4 bei World-Tour-Turnieren, eine Medaille bei der EM sind 2026 Ziele. Am Jahresende startet die Quali für Olympia 2028 in Los Angeles. Eine Medaille bei Sommerspielen haben Floridsdorfer bislang maximal bei einer Arbeiterolympiade im Jahre Schnee geholt. Bis dahin heißt es für Ronja und Dorina Klinger servieren, angreifen und blocken und das bei Wind, Sonne und Hitze. -Hannes Neumayer

Wollen in Zukunft öfters jubeln: Dorina und Ronja Klinger. Bild: zVg.
Wollen in Zukunft öfters jubeln: Dorina und Ronja Klinger. Bild: zVg.