Vor 50 Jahren: Admira holt den Titel nach Floridsdorf!

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c: Kronen Zeitung
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Stein

Lange ist es her, da waren Rapid und Austria nicht die einzigen Fußball-Großklubs in Wien. Die Bundesliga hieß noch Nationalliga. Vienna, Sportclub und vor allem 1966 die Floridsdorfer Admira waren manchmal sogar übermächtige Gegner. Wenige Wochen vor der Übersiedlung nach Niederösterreich holte die Admira sogar das Double (Meisterschaft und Cup) nach Floridsdorf!
Die Floridsdorfer Zeitung hat sich von Zeitzeugen berichten lassen: Nachdem die ÖBB als Jahrezehnte-Sponsor von Admira 1964 abgesprungen waren und der Konkurs des Klubs vor der Tür stand (Gas, Wasser abgedreht usw.), übernahm der NÖ-Energieversorger (jetzt EVN) den Klub. Der große Plan: Damals sollte in Maria Enzersdorf die Südstadt als NÖ-Landeshauptstadt entstehen und auch ein Landeshauptstadt-Klub sollte her. Während des Stadion-Neubaues der heutigen „Südstadt“ spielte „Admira-Energie“ bis zur Fertigstellung weiter in der Jedleseer Hopfengasse (der FAC spielte bis 1966 in der Galvanigasse).
Und die Floridsdorfer Kicker legten eine fulminante letzte Saison im 21. Bezirk hin. Im Juni 1966 war es dann sportlich so weit: Admira-Energie wurde Österreichischer Fußballmeister und Pokalsieger.
Beim 1:0 gegen Rapid im Pokal-Finale erzielte Anton Herzog (Vater von US-Olympiateam-Coach Andreas Herzog) das entscheidende Tor. Admira-Energie wurde mit einem Torverhältnis von 9:0 Sieger.

 

c: Kronen Zeitung
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Die Meisterschaft wurde mit nur einer einzigen Niederlage beendet – 0:1 in Graz gegen den GAK. Detail: Weil damals noch kein Spielertausch möglich war, musste Admira nach Armbruch von Michael Breibert ab der 7. Minute mit nur noch zehn Mann weiterspielen. Das entscheidende letzte Spiel in der Meisterschaft im Wiener Stadion endete gegen die Wiener Austria mit 4:3 (siehe KRONE-Cover).
Es gibt übrigens weder vom Pokal- noch vom Meisterschaftssieg ein Teamfoto. Vor den Spielen wollten sich die Spieler nicht fotografieren lassen. Tenor: „Nein, das ist ein Knofel, das bringt Unglück…“ Nach dem Pokalsieg gegen Rapid herrschte auf dem Rasen ein Riesenjubel. Danach sagten die Spieler: „Machen wir das Siegerfoto halt nach dem Austria-Spiel.“ Doch auch da wurde darauf „vergessen“. Vielleicht findet sich ja durch diesen Bericht ein Foto-Zeuge…
Die Aufstellung beim Meister: Draxelmayer „Schani“ Johann; Breibert Michael, Wahl „Pepi“ Josef, Sommer Emmerich, Kozlicek Paul, Stamm Walter; Skerlan Karl, Herzog „Burli“ Anton, Kaltenbrunner „Giggsl“ Günther, Latzke Felix, Szauer „Schani“ Hans. Trainer: Pesser „Schani“ Hans, Pelikan Franz.