Oskar Turtenwald, Spitzenkandidat von ,WIFF – Wir für Floridsdorf‘ für die Bezirksvertretungswahl am 27. April im DFZ-Wahl-Interview.
An Floridsdorf schätze ich …
Oskar Turtenwald: Floridsdorf bietet eine beeindruckende Vielfalt an Natur, die keinen anderen Bezirk mithalten lässt. Die Kombination aus Bisamberg, der Donauinsel und dem Marchfeldkanal schafft ein einzigartiges und abwechslungsreiches Naturerlebnis.
Gibt es Orte im Bezirk, an denen sich Sie oder Ihre Familie nicht mehr sicher fühlen? Braucht es Maßnahmen?
Floridsdorf hat in den letzten Jahren mit Sicherheitsproblemen zu kämpfen. Viele Bewohner/innen fühlen sich besonders in bestimmten Gegenden wie der GFS, den Mitterhofer-Bauten und dem Bahnhof Floridsdorf unsicher. Eine langjährige Forderung von Wiff, ist die Erhöhung der Polizeipräsenz und die Einrichtung einer Polizeistation am Bahnhof Floridsdorf.
Welche drei Öffi-Maßnahmen gehören umgesetzt?
Der langjährige Wunsch vieler Bewohner*innen von Floridsdorf ist eine bessere Anbindung des öffentlichen Nahverkehrs. Besonders die Verlängerung der U6 nach Stammersdorf steht dabei im Fokus. Ein weiterer Wunsch wäre, die Intervalle der derzeitigen Straßenbahnlinie nach Strebersdorf zu verbessern. Darüber hinaus wäre der Einsatz modernerer Straßenbahnen, die den Einstieg für ältere oder gebrechliche Personen erleichtern, ein großer Fortschritt.
Soll es Änderungen bei der Parkraumüberwachung geben?
Die Floridsdorfer müssen für das Parkpickerl zahlen und gleichzeitig werden im Bezirk massenhaft Parkplätze vernichtet. Das ist eine Abzocke für die Bewohner dieses Bezirkes. Viele Bewohner in Floridsdorf erinnern sich an das Versprechen des Bezirksvorstehers, der folgendes sagte: „Aus vielen Gesprächen gewinne ich den Eindruck, dass es für ein Parkpickerl in Floridsdorf kein Verständnis gibt und die Mehrheit der Floridsdorfer dies ablehnt.“ Er wolle auf eine andere Lösung setzen. Kurzparkzonen und Frei-Parken für die Floridsdorfer wäre eine Idee für den Bezirk.
Im noch freien Donaufeld soll …
Das noch freie Donaufeld hat das Potenzial, zu einem echten Naturparadies im Herzen von Floridsdorf zu werden. Mit vereinten Kräften kann dieses unberührte Gebiet in eine grüne Oase verwandelt werden, die sowohl der Umwelt als auch den Menschen zugutekommt.
Warum soll man Sie & Ihre Partei wählen? Ihr Wahlziel?
WIFF ( Wir für Floridsdorf ) sieht es als Aufgabe „mit ganzer Kraft für Floridsdorf und dessen Bürger tätig zu sein“. Politisches Ziel ist es, die Zustände im Bezirk Floridsdorf zu verbessern, vom Sterben der Einkaufsstraßen bis zur Lebensqualität im Gemeindebau und der Erhaltung von möglichst viel Grünraum. Unser Wahlziel wäre 2-3 Mandate.
In etwa drei Jahren wird Floridsdorf 200.000 Einwohner haben: Was sind die größten Herausforderungen der kommenden fünf Jahre?
Die wachsende Bevölkerung wird eine Reihe von Herausforderungen mit sich bringen. Eine der größten Herausforderungen wird die Verkehrsinfrastruktur sein. Der Ausbau und die Verbesserung des öffentlichen Nahverkehrs, um den Bedarf von 200.000 Einwohnern zu decken, sind entscheidend. Darüber hinaus ist der Wohnraumbedarf ein zentrales Thema, da nicht nur mehr Wohnraum geschaffen werden muss, sondern auch darauf geachtet werden sollte, dass er bezahlbar bleibt. Die Nachhaltigkeit und der Umweltschutz werden ebenfalls zunehmend wichtig, weshalb grüne Flächen erhalten und neue geschaffen werden müssen. Eine ausgewogene Stadtentwicklung, die sowohl wirtschaftliches Wachstum als auch soziale Entwicklung fördert, ist unerlässlich. Schließlich erfordert die Sicherheitslage Aufmerksamkeit, um sicherzustellen, dass alle Einwohner*innen in einem sicheren und geschützten Umfeld leben können.
Wie beurteilen Sie die Umgestaltung im Bezirkszentrum?
Es besteht die Gefahr, dass durch den Wegfall von Parkplätzen und die Umgestaltung von Straßen Staus entstehen und das Leben für die ansässige Bevölkerung erschwert wird, insbesondere für ältere Menschen, die auf Parkplätze und bequeme Wege angewiesen sind. Zudem leiden Geschäftsinhaber unter den Umbauarbeiten und beklagen bereits wirtschaftliche Einbußen.
Ein weiteres Problem ist der Mangel an Grünflächen. Die neuen Pflanzungen, insbesondere junge Bäume, werden Jahre brauchen, um ausreichend Schatten zu spenden und zur Lebensqualität beizutragen. Der Fokus sollte daher stärker auf die Schaffung von nachhaltigen und sofort wirksamen Grünflächen gelegt werden.
Die Einrichtung von Radwegen auf stark befahrenen Bundesstraßen führt ebenfalls zu Kontroversen. Sicherheit aller Verkehrsteilnehmer sollte oberste Priorität haben. Insgesamt hätte die Umgestaltung einer ausgewogenen Herangehensweise gebraucht, die sowohl die wirtschaftlichen Interessen als auch die Bedürfnisse der Einwohner*innen berücksichtigt hätte.
Wie soll die Lebensqualität von Kindern und Jugendlichen verbessert werden?
Es gibt bereits zahlreiche Kinderspielplätze im Bezirk. Zudem bieten die Donauinsel, der Marchfeldkanal und der Bisamberg genügend Möglichkeiten für Ausflüge und Freiflächen. Daher sehe ich keinen weiteren Bedarf.
Welche Maßnahmen sind im Gesundheitsbereich am dringendsten?
Im Gesundheitsbereich sind mehrere Maßnahmen dringend notwendig. Es muss mehr Fachärzte und Hausärzte in den verschiedenen Teilen des Bezirks geben, damit die Einwohner keine langen Wege zurücklegen müssen. Lange Wartezeiten für Terminvergaben sind ebenfalls ein Problem, das dringend angegangen werden sollte. Obwohl die Klinik Floridsdorf ein modernes Krankenhaus ist, fehlt es an bestimmten Fachärzten. Beispielsweise an plastischen Chirurgen, die nach einem Autounfall dringend notwendig sein können. Es ist auch weit verbreitet, dass überall Personal fehlt, was die Qualität der Gesundheitsversorgung beeinträchtigt.
Gibt es noch ein Thema, etc., das Ihnen noch besonders am Herzen liegt?
Die Fußgänger: Fußgänger sind gefährdet, insbesondere durch E-Scooter und Radfahrer, die oft auf Gehsteigen unterwegs sind. Viele Menschen, insbesondere Rentner, fühlen sich dadurch bedroht und unsicher. Es kommt immer wieder zu Vorfällen, bei denen Fußgänger angefahren, belästigt, beschimpft oder sogar geschlagen werden, wenn sie auf das Fehlverhalten hinweisen. Da E-Scooter und Fahrräder keine Kennzeichen haben, ist es schwer, die Täter zu identifizieren. Dies stellt eine immense Gefährdung dar. Die Polizei sollte hier verstärkt eingreifen, um die Sicherheit der Fußgänger zu gewährleisten. Es ist wichtig zu betonen, dass nicht alle Radfahrer so rücksichtslos sind, dennoch ist ein entschlossenes Vorgehen gegen die schwarzen Schafe notwendig. Mehr Polizeikräfte und eine dauerhafte Station sollen dazu beitragen, das Sicherheitsgefühl der Bewohner*innen zu stärken und die Kriminalität in diesen Gebieten zu reduzieren.















