288 Seiten geballte Floridsdorfer Fußballgeschichte bietet das neue Buch ,Von der Birnerwiese bis nach Nord-Wien‘.
,Eine Geschichte des Floridsdorfer Fußballs‘ versprechen die Autoren Peter Biwald, Markus Oswald, Karl Vranowitz im Untertitel. Fast 130 Jahre lang wird im heutigen 21. Bezirk bereits gekickt. Die Ursprünge liegen auf der Donauwiese, der Kirchenlacke bei der Kirche in Jedlesee und der Birnerwiese. Die Geschichte der Floridsdorfer Fußballplätze ist ebenso wechselvoll, wie jene der Vereine. Von den bis zum ersten Weltkrieg gegründeten Klubs haben drei überlebt: Der FAC, SR Donaufeld und die Columbia – inklusive unzähliger Fusionen, etc.. Und natürlich gibt es den Spezialfall, die Admira, die leider seit 1967 in Niederösterreich daheim ist. Im Frauen-Fußball gehört die 1968 gegründete USC Landhaus dazu.
Penibel listet das Buch Gründungen und Auflösungen auf. Viele Namen sind längst vergessen: Sportclub Helios, Floridsdorfer Pretoria – Fortuna – Romania – Germania, SC Babenberg, SV Real Schlingerhof. Ebenso genau werden in einem eigenen Abschnitt alle ehemaligen und noch existierenden Plätze aufgezählt. Wer spielte wann auf der Pollackwiese oder in der Hopfengasse. Auf wievielen unterschiedlichen Plätzen hat der älteste noch in Floridsdorf spielende und existierende Klub – FAC – seit 1904 gespielt. Diese beiden Abschnitte machen das neue Buch zum perfekten Nachschlagewerk in Sachen Floridsdorfer Fußballgeschichte.

Weitere Kapitel sind Gründungen, große Erfolge, Zäsuren 1934 und 1938, Wiederaufbau 1945 und Frauenfußball. Kleine liebevolle Details wie Abbildungen unzähliger Vereinswappen und Anstecknadeln aus der Sammlung von Markus Oswald machen das Buch besonders.
Wer weiß schon, dass Admira und FAC ganze Welttourneen von Skandinavien, Zentralafrika bis Hongkong absolvierten. Oder die Geschichte des Floridsdorfers Andreas Matthäus. Der Nachfahre eines Franzosen, der nach den Napoleonkriegen 100 Jahre zuvor in Wien geblieben war, wurde 1932 vom FC Metz engagiert und spielte fünf Jahre später als Andre Mathieu im französischen Nationalteam ausgerechnet gegen Österreich.

Laut den Autoren spielten circa 40 Floridsdorfer Fußballer im österreichischen Nationalteam. Heinrich Phlak war 1913 der erste. Marko Arnautovic, er wuchs in der Siedlung Autokaderstraße auf, der berühmteste. Anton Schall war neben Sindelar der Proponent des Wunderteams zu Beginn der 30er Jahre. Der 1907 Geborene spielte beim Leopoldauer SC, SC Jedlersdorf und Admira. Er holte mit der Admira elf Titel und sorgte im Nationalteam für Ronaldo-mäßige Erfolge: In 28 Spielen (das war damals viel) erzielte er 27 Tore – oft von seinem Floridsdorfer Kollegen Adolf Vogel aufgelegt. Nach beiden sind ebenso wie nach Ernst Ocwirk (spielte für den FAC) oder Wilhelm Hahnemann im 21. Bezirk Gassen benannt. -H.N.
Info: Von der Birnerwiese bis nach Nord-Wien: Eine Geschichte des Floridsdorfer Fußballs Gebundene Ausgabe, von Peter Biwald, Markus Oswald, Karl Vranovitz. 288 Seiten echomedi, 32,70 Euro.

















