Auch in Floridsdorf: Tragische Abschiebung von Schülerinnen (9 und 13 Jahre) nach Georgien

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Mariam und Ana im Schönbrunn. Foto: Privat.

Aktuell ist die Aufregung über die skandalöse Abschiebung von Kindern, die sogar in Österreich geboren wurden, groß. „Die Abschiebung von zwei Floridsdorfer Schülerinnen im November ist leider genauso tragisch wie die aktuellen Fälle. Im System Nehammer-Kurz kommt es leider immer wieder zu so traurigen Schicksalen, für mich hat das Kindeswohl aber immer Vorrang“, berichtet die Bezirksvorsteher-Stellvertreterin Astrid Pany (SPÖ).

Zwei Floridsdorfer Schülerinnen Ana (13) und Mariam (9) wurden am 5.11.2020 nach Tiflis abgeschoben. Der engagierte Schulleiter der Mittelschule Kinzerplatz, Werner Schuster, wollte das nicht so hinnehmen, konnte aber die Abschiebung „seiner“ Schülerin nicht verhindern. Ana lebte ab ihrem zweiten Lebensjahr in Österreich, Mariam wurde schon hier geboren. Deshalb sprechen beide auch kaum Georgisch.

Sehr engagiert setzte Direktor Schuster in Folge alles daran, dass die Kinder zumindest ihre vorbildliche Schullaufbahn in Georgien, trotz Sprachschwierigkeiten, fortsetzen können und erreichte, dass die Schülerinnen einen Platz an der „Deutschen Internationalen Schule Tbilissi“ bekamen. Das Schulgeld von je 3820 Euro pro Jahr und Kind konnte er für das erste Jahr mit einem Spendenaufruf aufstellen.

„Gegenüber in Floridsdorf aufgewachsenen, bestens integrierten Schülerinnen diese Herzenskälte zu zeigen und sich auf Gesetzestexte auszureden, ist ein Armutszeugnis. Von Kurz-Nehammer ist es leider nicht anders zu erwarten, aber die Enttäuschung über die leeren Worte der tatenlos zusehenden Grünen ist noch größer. Wir müssen in der Gesellschaft zusammenhalten und deshalb rufe ich auf für Ana und Mariam zu spenden, damit zumindest der Verbleib an dieser Schule gesichert
ist“, so Pany.

Tragische Ironie bei dieser Geschichte: Ana hatte vor Jahren eine Rolle als Schauspielerin in der ORF-Serie „Soko Donau“. Sie spielte dort die Rolle eines Mädchens, welches Angst vor einer möglichen Abschiebung hatte. Diese Fernsehgeschichte hatte eine Happy End und sie durfte bleiben – leider schreibt das Leben manchmal weniger schöne Geschichten.

Spendenkonto:
Schuster Werner
AT52 1200 0100 3212 6558
Verwendungszweck:
Spende: Spende Ana & Mariam
Patenschaft: Pate Ana & Mariam

Pany und Schuster vor Mittelschule Kinzerplatz. Bild: Pany.
Pany und Schuster vor Mittelschule Kinzerplatz. Bild: Pany.