Fix: U6 fährt ab 2029 bis Gerasdorf

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Geplante Route der U6-Verlängerung. Grafik: Gemeinde Gerasdorf.
Geplante Route der U6-Verlängerung. Grafik: Gemeinde Gerasdorf.
Stein

Das kommt unerwartet: Wie die Floridsdorfer Zeitung exklusiv erfahren hat, wird Bürgermeister Michael Ludwig morgen die U6-Verlängerung präsentieren. Überraschung 2: Die U6 fährt ab 2029 nicht nur bis Stammersdorf, sondern gleich bis nach Gerasdorf zum G3. Plus: Wir haben den ersten Streckenplan.

Eigentlich galt als fix, dass vor 2040 nicht an eine U6-Verlängerung zu denken ist. Nicht nur deshalb waren viele Floridsdorfer über die Prioritäten im Wiener U-Bahn-Ausbau mit zuletzt der U5 verärgert. Tenor: „Im 21. Bezirk sind wir nicht einmal Wiener 2. Klasse, sondern 21. Klasse!“ Jetzt ist alles anders. Bürgermeister Michael Ludwig will vorerst nur indirekt bestätigen: „Wie haben Sie das erfahren, es gilt höchste Geheimhaltung. Kein Kommentar.“ Und Bezirksvorsteher Georg Papai zur DFZ: „Ich kann Ihnen nur sagen, morgen wird ein guter Tag für Floridsdorf.“

Derzeit sind folgende neue Stationen geplant: Siemensstraße, Marchfeldkanal, Stammersdorf, Föhrenhain, Industriegebiet und G3. Damit sollen aber Gerüchten nach nicht alle zufrieden sein. Am Wunschplan: Eine Station Schlingermarkt. Außerdem sollen begleitend sämtliche Straßenbahnlinien auf der Brünner Straße eingestellt werden: An gleicher Stelle wird ein Radhighway von Stammersdorf bis zum Spitz gebaut. Baubeginn soll bereits 2023 sein. Da die Strecke fast gänzlich als Hochtrasse geführt werden kann, kann der Bau auch wesentlich rascher als bei einem Tunnel abgeschlossen werden. Noch nicht fixiert konnte in den Verhandlungen mit der ÖBB der in der Grafik eingezeichnete S-Bahn-Ast in Gerasdorf zur Brünner Straße.

Durchwegs begeistert ist man auch bei den anderen Parteien. NEOS-Klubobfrau Judith Lederer: „Das Beste ist: Wir konnten in den Verhandlungen durchsetzen, dass die U6 als Leitfarbe nicht mehr das grindige Beige hat. Die neu Farbe ist pink.“ ÖVP-Gemeinderat Erol Holawatsch: „Das ist ein großer Erfolg für meine Partei. Wir fordern den Ausbau bereits seit 1972.“

WIFF-Bezirksrat Hans Jörg Schimanek: „Mein jahrzehntelanger Einsatz hat sich ausgezahlt. Jetzt kann ich in meine verdiente Polit-Pension gehen.“ FPÖ-Klubobmann Karl Mareda reklamiert den Ausbau für seine Partei: „Wir haben den Ausbau 1972 um 16 Minuten vor der ÖVP gefordert.“ Bei den Grünen ist man zwar prinzipiell zufrieden, meint aber: „Bürgermeister Ludwig hätte das auch mit den Grünen als Regierungspartner machen können. Das hat er uns zu fleiß gemacht! Wir fordern, dass die U6 begrünt wird.“

Team HC Strache: „Eine Zusatzschleife nach Deutsch Wagram und Gänserndorf fände ich großartig“, so Klubobmann Werner Cermak. IWB-Obmann Ossi Turtenwald: „Super! Nur Mareda liegt falsch. Ich hab‘ den Ausbau schon 1971 gefordert …“

Zum Abschluss des 1. April: Leider ist das nur unsere 1.April-Geschichte …

U6 in Floridsdorf. Bild: Fotostudio Vodicka.
U6 in Floridsdorf. Bild: Fotostudio Vodicka.