„Im Grätzel Ruthnergasse gärt es!“

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Müll in der Ruthnergasse. Bild: Privat.
Müll in der Ruthnergasse. Bild: Privat.

Vor einem Jahr hat die DFZ ausführlich über die ausufernden Müll-Missstände im Gemeindebau berichtet. Thema war auch die Ruthnergasse (56 – 60 und Umgebung). „Versprochen wurde viel, gehalten nichts und passiert ist auch nichts“, ärgert sich Mieterbeirätin Gabriele Schellig.

Die Bilder, die sie regelmäßig auf Facebook postet, sind kein Einzelfall. Aus allen Bezirksteilen – auch aus gerade erst neu
besiedelten wie den Siemensäckern oder den Schicht-Gründen – erreichen die DFZ-Redaktion gleichlautende Beschwerden: Zugemüllte Müllbereiche, Sperrmüll, Müll der sogar einfach aus Fenstern auf die Straße oder in Gärten gekippt wird. Vandalismus wäre da auch noch.

Schellig über ‘ihre’ Anlage in der Ruthnergasse 56 – 60: „Die soziale Situation in unserer Wohnhausanlage und auch im umliegenden Grätzel hat sich verschärft und wird immer schlimmer. In unserem Grätzel Ruthnergasse 56-60, Justgasse 29 und Pfendlergasse gärt es!“ Einen schriftlichen „Hilferuf aus dem Gemeindebau“ hat sie an Stadträtin Gaal und Bezirksvorsteher Georg Papaigeschickt. Mit Letzterem gab es am 10. September einen runden Tisch, ein weiterer soll im November folgen.

Müll in der Ruthnergasse. Bild: Privat.
Müll in der Ruthnergasse. Bild: Privat.

Schellig hat eine 21-seitige Fotodokumentation erstellt, Material hätte sie für 1.000 Seiten. Die Probleme gerafft: „Vandalismus, Lärmexzesse und wiederholte Prügeleien im Gebiet Fitnesspark und Pfendlerwiese. Es wird im Haus, auf dem Parkplatz vor dem Haus und auf dem Gehsteig geschrien und gelärmt, bis die Polizei gerufen wird.“ Auch eine Drogenszene soll sich bei der Pfendlerwiese entwickelt haben. Gespräche fruchten nicht: „Wir werden ja schon bedroht, wenn wir aus dem Fenster rufen und um Ruhe bitten. Es wurden schon bei Bewohnern die Reifen aufgestochen und ein Auto zerkratzt.“

Schelligs Forderung: „Wir brauchen mehr Polizeipräsenz und dringend Hilfe im Grätzel. Und konkrete Schritte durch die Behörden.“ Denn: „Die Stimmung ist aufgeheizt. Viele Menschen würden lieber heute als morgen aus der Ruthnergasse wegziehen, könnten sie es sich leisten.“

Wir haben bei Wiener Wohnen nachgefragt: „Die Wohnungsanlagen Ruthnergasse 56-60 sowie Justgasse 29 werden von den Ordnungsberatern sehr regelmäßig besucht. Dabei wurden Informationsgespräche über Lärm, Radfahren, Hunde/Leinenpflicht und insbesondere Sperr- und Mistablagerungen geführt. Mieter sind ermahnt worden und waren einsichtig. Zudem gab es in diesem Jahr zahlreiche Entrümpelungstermine in beiden Wohnhausanlagen: im Außenbereich bis jetzt 13 und alleine bei den Mistplätzen rund 40.“

Vandalismus in der Ruthnergasse. Bild: Privat.
Vandalismus in der Ruthnergasse. Bild: Privat.

Wiener Wohnen setzt sehr wohl verstärkte Maßnahmen für seine Mieter, heißt es: „Selbstverständlich sind die Ordnungsberater von Wiener Wohnen auch den Beschwerden bezüglich Alkohol am Spielplatz nachgegangen.“

Ergebnisse des Treffens mit dem Bezirksvorsteher: Die MA 32 hat die öffentliche Beleuchtung in der Ruthnergasse geprüft und kaputte Leuchten getauscht. Außerdem sollen in der Nebenfahrbahn in den nächsten vier Jahren die Peitschenkandelaber gegen LED getauscht werden. Im November gibt es eine Sicherheitsbegehung mit Bezirksvertretern, Wiener Wohnen, Grätzelpolizist und Mieterbeirätin bezüglich Angsträumen und dunklen, unbeleuchteten Parkplätzen. Schellig: „Aber keine Lösungen für die anderen Probleme bezüglich Sperrmüll, Lärm und Vandalismus!“
-Hannes Neumayer