„Mittlerweile ist jeder zweite Gastro-Gutschein eingelöst!“

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Bei Hink. Erwin Büchele, Firmenchef Spak, Peter Hanke und Bezirksvorsteher Georg Papai. Bild: Wallentin.
Bei Hink. Erwin Büchele, Firmenchef Spak, Peter Hanke und Bezirksvorsteher Georg Papai. Bild: Wallentin.

Wirtschafts-Stadtrat Peter Hanke (SPÖ) absolvierte diese Woche einen Floridsdorf-Tag und besuchte drei Unternehmen im 21. Bezirk: Pasteten Hink, A&R Tech und Hutchison Drei Austria. Die DFZ nutzte die Gelegenheit zum Interview, in dem Hanke erzählte, dass bereits 50 Prozent der Gastro-Gutscheine eingelöst wurden.

Hanke im Gespräch mit DFZ-Chefredakteur Hannes Neumayer. Bild: Wallentin.

Wir sind hier zu Besuch bei der Firma Hink in Leopoldau, die tolle Pasteten herstellt. Das ist wohl auch für den Wirtschaftsstadtrat ein angenehmer Genuss-Termin, oder?

Hanke: „Das ist ein Genuss-Termin. Weil der 21. Bezirk ist auch mein Wohnbezirk. Deshalb ist es besonders schön, wenn man weiß, wie die nähere Umgebung aussieht. Die Firma Hink kennen wir alle: Es ist gut einmal hinter die Kulisse zu blicken. Da sieht man, in welcher Qualität eine Manufaktur eine Berechtigung hat am wirtschaftlichem Parkett. Es ist auch schön zu sehen, dass man hier weiterdenkt: Man hat Erweiterungsflächen, man denkt also an die nächsten fünf bis zehn Jahre. Da gibt es eine spannende Vergrößerung der Produktpalette, Möglichkeiten ausländische Märkte zu beliefern. Wir sind heute in einem wachsenden, in einem sehr gesunden Unternehmen.“

Bei Hink. Bild: Wallentin.

In Floridsdorf gibt es im Unterschied zu Bezirken innerhalb des Gürtels noch Gewerbegebiete in Strebersdorf oder Leopoldau: Was tut die Stadt Wien, um diese Wirtschaftsstandorte zu erhalten und zu fördern?

Hanke: „Wir leben alle von einer Wertschöpfung, die intensiv im Bezirk bleiben soll. Deswegen ist es auch großartig, dass man hier bei Hink nicht den Weg geht ‚outzusourcen‘, sondern eher ‚inzusourcen‘. Und natürlich ist es auch gut, wenn es eine Ausgewogenheit zwischen den Wirtschaftsbereichen gibt. Es ist ganz wichtig, Unternehmen die viele Jahrzehnte an einem Standort sind, auch zu halten.“

Bei A&R Tech. Bild: Wallentin.

Was tut die Stadt Wien konkret, um die Abwanderung von Unternehmen etwa nach Hagenbrunn oder Wolkersdorf zu verhindern?

Hanke: „Einerseits die digitale Infrastruktur stark verbessern, moderne Infrastruktur anbieten, um die Kommunikation mit Dritten für die Unternehmen zu erleichtern. Es geht auch darum den Standortvorteil finanzieller Natur mit Förderungen zu unterstützen. Da gibt es 20 unterschiedliche Förderungen, die von Unternehmen angesprochen werden können. Um auch das Expansionsrisiko zu minimieren. Wir müssen auch zusätzliche Flächen bereitstellen: Das haben wir für Wien auch klar ‚ausgeschildert‘, wo nur Gewerbe zugelassen wird. So kann man sich auch an einem Standort mittelfristig weiterentwickeln. Ich glaube, das ist ein guter Plan.“

Bei Hink. Bild: Wallentin.
Bei Hink. Bild: Wallentin.

Die Arbeitslosigkeit ist in Floridsdorf traditionell höher als im Wien-Schnitt und lag zum Beispiel im Mai bei 19,7 Prozent. Das heißt: Jeder fünfte Erwerbstätige im 21. Bezirk ist ohne Arbeit! Ist das nicht erschreckend?

Hanke: „Die Zahlen, die wir in Corona-Zeiten haben sind erschreckend. Wir werden um jeden einzelnen Arbeitsplatz kämpfen. Das sind wir dieser Stadt schuldig, dass es hier im Bezirk möglichst vielen Leuten möglich ist zu arbeiten.

Natürlich gibt es unterschiedliche Branchen, die von Covid 19 besonders betroffen sind und in Floridsdorf ist der Anteil dieser Branchen ein Stück weit höher als in anderen Bezirken. Man muss das aber auch für ganz Wien sehen: Wir haben im Juli eine rückläufige Arbeitslosenzahl gesehen. Aber natürlich: Jeder einzelne Arbeitslose ist aus meiner Sicht einer zu viel.“

Bei Drei. Bild: Wallentin.

Wie gut läuft der Gastro-Gutschein?

Hanke: „Der Gastro-Gutschein ist ein schönes Beispiel, wie man Angebot und Nachfrage auf beiden Seiten stimuliert. Es haben über 3.700 Restaurants mitgetan. Jeder Private hat in seinem Beisl die Möglichkeit wieder ein Stück Normalität zu spüren und Essen zu gehen. Das wurde sehr gut angenommen. Mittlerweile ist jeder zweite Gutschein eingelöst! Wir haben aber noch ein volles Monat bis Ende September.“

Die ÖVP kritisiert, dass Wien im Vergleich zu anderen Bundesländern wirtschaftlich verliert …

Hanke: „Geht es der Wiener Wirtschaft gut, geht es der österreichischen Wirtschaft gut. Die ÖVP wir ja auch nicht müde zu sagen, dass die Wirtschaft in einem guten Zustand ist. Dafür sind wir in Wien verantwortlich. Wir haben eine sehr hohe Produktivität, wir versuchen sozial ausgewogen zu agieren, wir versuchen nicht zu spalten. Wir versuchen durch Technologie und Infrastruktur zu zeigen, wie die Zukunft aussieht. Da investieren wir und ziehen unter Covid auch Vieles vor. Da zeigen wir, wie das moderne Wien auch 2030 aussehen wird.“