Neue U-Bahn-Generation: X-Wagen hat das Licht der Welt erblickt!

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Wiener Linen Geschäftsführer Günter Steinbauer, Öffi-Stadträtin Ulli Sima Albrecht Neumann, Leiter Schienenfahrzeuge Siemens Mobility vor einem neuen X-Wagen. Bild: PID/Fürthner.
Wiener Linen Geschäftsführer Günter Steinbauer, Öffi-Stadträtin Ulli Sima Albrecht Neumann, Leiter Schienenfahrzeuge Siemens Mobility vor einem neuen X-Wagen. Bild: PID/Fürthner.

Es ist soweit: Der erste produktionsfrische X-Wagen hat das Licht der Welt erblickt! Öffi-Stadträtin Ulli Sima, Wiener Linien und Siemens Mobility haben den ersten Zug der neuen U-Bahn-Generation heute im Siemens Werk Simmering präsentiert, nun starten zahlreiche Tests am Vorserienzug. Voraussichtlich 2022 werden dann auch Fahrgäste mit dem neuen U-Bahn-Zug auf den Linien U1 bis U4 unterwegs sein.

„Der X-Wagen ist richtungsweisend für die Klimamusterstadt Wien. Öffis nützen, Klima schützen – das ist in Wien ganz einfach und sehr wirkungsvoll für die Umwelt. Wer mit unseren Öffis fährt, spart satte 1,5 Tonnen CO2 im Jahr. Mit einem herausragenden Öffi-Netz und der 365-Euro-Jahreskarte, setzen wir neue Klima- und Umweltmaßstäbe. Mit dem X-Wagen wird das Zeitalter der vollautomatischen U-Bahn in Wien eingeläutet. Der in Wien produzierte U-Bahn-Zug besteht übrigens zu 90 Prozent aus recycelbaren Materialien, die Bauweise und die Ausstattung bringen einen besonders niedrigen Energieverbrauch und sind somit ebenso ein wesentlicher Beitrag für die Klimamusterstadt“, so Öffi-Stadträtin Ulli Sima bei der heutigen Präsentation.

Seit Ende Juni sind alle Wageneinheiten vom ersten X-Wagen komplett fertiggestellt, in den nächsten Wochen wird der sechsteilige U-Bahn-Zug bei den Wiener Linien zusammengestellt. Dann starten zahlreiche Tests und Prüfungen bis der X-Wagen mit erfolgreicher Betriebsbewilligung 2022 für den Fahrgastbetrieb auf den Linien U1 bis U4 eingesetzt werden kann. Mit dem Bau der neuen U5 von Frankhplatz bis Karlsplatz wird der X-Wagen ab frühestens 2025 die erste vollautomatische U-Bahn-Linie Wiens befahren.

Ein X-Wagen am Werksgelände von Siemens in Simmering. Die neuen U-Bahnen für Wien werden in Wien gebaut. Bild: PID/Fürthner.
Ein X-Wagen am Werksgelände von Siemens in Simmering. Die neuen U-Bahnen für Wien werden in Wien gebaut. Bild: PID/Fürthner.

Fahrgäste können voraussichtlich 2022 mit dem X-Wagen unterwegs sein

„Der X-Wagen ist ein neues Kapitel in der Geschichte der Wiener U-Bahn. Das Linienkreuz U2xU5 ist das größte Klimaschutzprojekt der Stadt, mit dem Ausbau schaffen wir Platz für 300 Mio. zusätzliche Fahrgäste. Mit dieser enormen Vergrößerung des Angebotes können bis zu 75.000 Tonnen CO2 pro Jahr eingespart werden. Die U-Bahn wird damit zur ökologischen Lebensader. Leistungsstarke Züge wie der X-Wagen werden noch viele Generationen sicher, schnell und umweltfreundlich durch die Stadt fahren“, sagt Günter Steinbauer, Geschäftsführer der Wiener Linien.

Albrecht Neumann, Leiter Schienenfahrzeuge Siemens Mobility: „Was vor 50 Jahren im Werk Wien mit dem Silberpfeil begonnen hat, führen wir heute mit dem X-Wagen in die Zukunft: Durch zahlreiche Innovationen und Digitalisierungslösungen erhält Wien eine der modernsten U-Bahnen der Welt. Unsere 1.300 Mitarbeiter und Lehrlinge am Standort geben ihr Bestes, damit Wien schon bald seinen insgesamt 1.000 U-Bahn Wagen erhalten wird.“

„Der X-Wagen ist quasi einer der jüngsten Wiener, den wir sehr herzlich willkommen heißen. Sein Entstehungsort hier in Simmering zeigt sich auch in turbulenten Zeiten als Garant für einen starken Wirtschaftsstandort und die regionale Arbeitsplatzsicherheit“, bekräftigt Ulli Sima.

Keine Ferien für den X-Wagen – zahlreiche Tests und Prüfungen bis Betriebsbewilligung

Die umfangreichen Tests im Klimawindkanal hat der X-Wagen bereits bravourös absolviert. Mit Ferienbeginn in Wien starten für den neuen U-Bahn-Zug bei den Wiener Linien zahlreiche weitere Testreihen und Prüfungen. Diese beinhalten u.a. die Inbetriebnahme des Fahrzeuges, Zulassungs- und Typtests wie Bremstests, Zugsicherungstests oder Akustikmessungen. Nach entsprechender Vorbereitung wird das Zusammenspiel des neuen Zuges mit den zukünftigen Bahnsteigtüren der U5 überprüft sowie Testfahrten im vollautomatischen Betrieb durchgeführt. Großer Abschlusstest ist die Zulassung durch die Betriebsbewilligung, nach erfolgreichem Bestehen kann der X-Wagen voraussichtlich 2022 die ersten Öffi-NutzerInnen, mit FahrerIn, befördern.

Mehr Komfort, Sicherheit und höchste Barrierefreiheit

Der neue X-Wagen bietet einen offen gestalteten Innenraum mit großzügigen Einstiegsbereichen für ein rasches Ein- und Aussteigen. Insgesamt können bis zu 928 Öffi-Gäste in einem X-Wagen unterwegs sein – exakt 46 Personen mehr als im V-Wagen. Fahrgäste mit Kinderwagen oder Reisegepäck finden angenehm viel Platz. Digitale Informationsdisplays über jeder Zugtüre informieren die Fahrgäste dynamisch über die positionsabhängige Wegeleitung, sowie über aktuelle Anschlussverbindungen. Bei allen U-Bahn-Türen befinden sich Klapprampen, zusätzliche Rollstuhlplätze in der Mitte des Zuges bieten höchste Barrierefreiheit. Die Sitze bestehen aus hochwertigem Schichtholz, die Anordnung erfolgt in einer Kombination aus den gewohnten Quersitzen mit zusätzlichen Längssitzen an der Außenwand der Züge sowie Klappsitzen. Die Sitze in blauer Farbe kennzeichnen einen Priority-Sitz und sind für Fahrgäste mit eingeschränkter Mobilität vorgesehen.

Ein neuer X-Wagen von Innen. Bild: Wiener Linen/Wurnig.
Ein neuer X-Wagen von Innen. Bild: Wiener Linen/Wurnig.

Die Öffi-Zukunft ist automatisch

Wo heute noch die U2 fährt, wird künftig die türkise U5 fahren: Wiens erste vollautomatische U-Bahn-Linie. Dafür müssen die bestehenden Stationen Karlsplatz bis Rathaus umgerüstet und mit Bahnsteigtüren ausgestattet werden, die U5-Station Frankhplatz wird neu gebaut. Der vollautomatische Betrieb, der in Städten wie Paris und Barcelona bereits bestens erprobt ist, macht die U-Bahn noch sicherer und zuverlässiger. Die Bahnsteigtüren öffnen sich erst, sobald der Zug in der Station steht. Verzögerungen durch Gegenstände auf den Gleisen sind damit Geschichte.

Der X-Wagen auf einen Blick

  • Beauftragung  Siemens Mobility: Herbst 2017 durch Wiener Linien
  • Bestellte Fahrzeuge: 34 Züge (Option auf 11 weitere Züge)
  • Weiters im Vertrag: Wartung und Instandhaltung mit Siemens Mobility
  • Fertigstellung Vorserienzug: Juni 2020
  • Betriebsbewilligung: Voraussichtlich 2022
  • Lieferung abgeschlossen: 2030
  • Länge, Breite und Bauweise: 111 Meter; 2,85 Meter, sechsteilig, Leichtbauweise
  • Kapazität: 928 Fahrgäste (statt bisher 882)
  • Rollstuhlplätze: 6 Plätze, davon 2 Zugmitte (bisher 4 an Zugenden)