Siedlungsgebiete besser schützen

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Aktuelles Team-19-Projekt in der Schwarzlackenau. Bild: Team19.
Aktuelles Team-19-Projekt in der Schwarzlackenau. Bild: Team19.

Vorschlag: Nur noch 4,5 Meter Gaupenhöhe und Vorgartengestaltung neu definieren.

Überdimensionierte Verbauung in Siedlungsgebieten, die zwar baurechtlich zulässig ist, aber nicht ins gewachsene Ortsbild passt, ist in vielen Bezirken Wiens – speziell auch in Floridsdorf – ein Problem. Das Floridsdorfer Bezirksparlament setzte am 16. Juni mit einer Resolution ein Zeichen gegen diese Entwicklung.

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Egal ob Nordrandsiedlung, Siedlungsgebiete Gerasdorfer Straße oder Strebersdorfer Straße, Schwarzlackenau oder Bruckhaufen – Anrainer berichten von Monsterbauten und Bauwahnsinn in ihrer Siedlung und wünschen sich Unterstützung. Denn neben Einfamilienhäusern entstehen plötzlich 350-m2-Luxus-Tempel für drei Familien oder ein Haus mit 12 Wohneinheiten. Die Folge: Grundstücke werden nahezu komplett versiegelt und neue Häuser haben oft defacto drei
Geschosse.

Die Siedlungsstruktur mit Einfamilienhäusern soll erhalten bleiben, weil sie „weisen neben den bebauten Flächen eine gärtnerische Ausgestaltung der restlichen Bauplatzfläche auf und stellen somit einen nicht unerheblichen Grünbereich des Bezirks dar“. Die Bezirksvertretung fordert eine möglichst rasche Adaptierung der Bebauungspläne dieser Siedlungsgebiete. Dafür soll es noch heuer einen wienweit gültigen Vorschlag geben. Ziel: Bestimmungen, die die Errichtung von großvolumigen Spekulationsobjekten mit einer Vielzahl von Wohnungen möglichst verhindern.

Bezirksvorsteher Georg Papai (SPÖ) kann sich konkret vorstellen die Gaupenhöhe auf 4,5 Meter zu reduzieren. Meist gingen sich dann nur noch zwei Geschosse aus. Wo es möglich ist, könnte eine Mindestgröße für Bauplätze gelten – eine Zerteilung in Mini-Einheiten wäre dann nicht mehr möglich. Außerdem eine „bessere Definition der gärtnerischen Gestaltung der Vorgärten“. Sprich mehr Grün statt Schotter oder Betonversiegelung. Papai stellt aber auch klar: „Regeln gelten nicht nur für Bauträger, sondern für alle. Man muss so ehrlich sein und sagen, das ist dann auch eine Abwertung der Grundstücke.“

Auch die FPÖ stimmte für die Resolution, kritisiert aber die SPÖ: „Im Gemeinderat werden trotz Baustopp neue Projekte in der Nordrandsiedlung von SPÖ und NEOS permanent durchgewunken. Die SPÖ ist null glaubwürdig.“

WIFF-Klubobmann Hans Jörg Schimanek hat den Antrag mitinitiiert: „Wir hoffen, dass diese Resolution die Verantwortlichen in der Stadtregierung zu raschem Handeln anregt und der Verringerung der Lebensqualität vieler bodenständiger Siedlungsbewohner Einhalt geboten wird.“ -H.N.