Anwohner wollen Städtebau-Projekt Donaufeld stoppen

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Protest gegen die Verbauung des Donaufelds. Nachdem der erste Teil bereits gewidmet ist und 2021 bereits der Baubeginn bevor steht, regt sich nun neuer Widerstand. Ziel: Nicht die ganzen 60 Hektar für neuen Wohnbau zur Verfügung stellen. Bild: DFZ.
Protest gegen die Verbauung des Donaufelds. Nachdem der erste Teil bereits gewidmet ist und 2021 bereits der Baubeginn bevor steht, regt sich nun neuer Widerstand. Ziel: Nicht die ganzen 60 Hektar für neuen Wohnbau zur Verfügung stellen. Bild: DFZ.
Stein

Im Stadtentwicklungsgebiet Donaufeld ‚An der Schanze‘ steht der Baustart unmittelbar bevor. Anwohner wollen das jetzt mit dem Gang zum Verfassungsgerichtshof verhindern. Die Bauträger sehen das gelassen.

Es fehlt nur noch der naturschutzrechtliche Bescheid, dann soll an der Dückegasse der Baustart für rund 1500 Wohnungen erfolgen. Anwohner stellten am Montag einen Individualantrag beim Verfassungsgerichtshof wegen Verfassungs- und Gesetzwidrigkeit beim Milliardenprojekt. Demnach blieben die Behörden bleiben Anzeigen untätig; Klimaschutz wird nicht ernstgenommen, so die Kernaussage. Laut Anwohnern und der Initiative ‚Freies Donaufeld‘ soll der Flächenwidmungsplann gekippt werden, weil es formale Fehler gab und inhaltlich gegen die Wiener Bauordnung und das Nachhaltigkeitsprinzip verstößt. “Auf dem Flächenwidmungsplan der Gemeinde wurde dabei weder auf die klimatische Entwicklung noch auf die landwirtschaftlichen Flächen oder bedrohte Tierarten Rücksicht genommen – so wie es die Wiener Bauordnung als gesetzlicher Rahmen vorsieht“, so Anwalt Wolfram Schachinger. Das Stadterweiterungsgebiet im Donaufeld ist insgesamt über 60 Hektar groß, um eine Umweltverträglichkeitsprüfung zu vermeiden, hat man das Gebiet in zumindest drei Abschnitte unterteilt.

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Das Projekt Donaufeld

Bei den Bauträgern, die eigentlich schon die Baumaschinen angeworfen haben, ist man gelassen. Auch weil bisher alle ähnlichen Einsprüche abgelehnt wurden. Außerdem ist der Weg zum Verfassungsgerichtshof ein mehrfach unsicherer und weiter: Zunächst muss das Verfahren zugelassen werden, dann müsste man auch recht bekommen. Das würde bedeuten, dass die bestehende Flächenwidmung aufgehoben wird. Das könnte Jahre dauern und mit dem absurden Resultat enden, dass bereits Menschen fertige Wohnungen beziehen und dann die Flächenwidmung aufgehoben wird …

Schachinger bestätigt: „Wir wollen das Projekt zurück an den Start schicken.“ Robert Alder, Obmann des Vereins „Freies Donaufeld“, dazu: „Wir sind nicht grundsätzlich gegen leistbares Wohnen in Wien, möchten aber betonen, dass es großartige Alternativen zum industriellen Wohnbau auf der grünen Wiese gibt, wie z.B. Überbauungen oder die Bewirtschaftung des Wohnungsleerstands. Und wir bestehen auf einer Umwelt- und Sozialverträglichkeit sowie einer ordentlichen Prüfung bei einem so großen Projekt.“  Laut Schachinger hat auch die Volksanwaltschaft ein Prüfverfahren eingeleitet.